Samstag, 31. Dezember 2011

Jahresrückblick 2011

bei Pfeffi gesehen, geklaut und ausgefüllt :)


[ich selbst] habe mich dieses Jahr kaum wahrgenommen, liegt vermutlich an meinem biblischen Alter, irgendwann läuft das alles eben von selbst weiter

[meine Familie] gibts auch, ist wichtig, nach wie vor

[Gesundheit] war dieses Jahr vollkommen unproblematisch, nach meiner verschleppten Lungenentzündung vor zwei Jahren, kann ich dank Ernährungsumstellung und der Tatsache, dass ich mich mal etwas zurückgenommen habe und auch mal ein wenig Freizeit für mich einplane bis auf unwesentliche Erkältungen auf ein gesundes Jahr zurückblicken

[Kreativität] Kreativiwas? Wenn meine Kochexperimente nicht zählen kann ich getrost behaupten, dass dieser Kelch dieses Jahr vollkommen spurlos an mir vorbeigegangen ist

[Spiritualität] ich habe Dawkins gelesen, Religulous gesehen, Russel ein bisschen mehr verstanden und Onfray bejubelt; außerdem habe ich mich über Ashtar Sherans Zettel in meinem Briefkasten amüsiert und in Folge dessen das örtliche Programmkino genötigt den Film "die Mondverschwörung" zu zeigen

[Intellektualität] kam dank meines Studiums viel zu kurz, kaum gelesen, kaum gedacht, kaum entwickelt, kaum diskutiert, geistig verkümmert möchte man behaupten

[Konsum] leidiges Thema, hänge da oft zwischen den sinnbildlichen Engeln und Teufeln; ich habe weniger konsumiert, bewusster konsumiert, mir vieles verkniffen, manchmal aber auch nachgegeben um dann mit einem schlechten Gewissen belohnt zu werden; definitiv ein Punkt den es auszubauen gilt

[Essen & Trinken] schönes Thema, mach ich auch sehr gerne; viel gekocht, viele bekocht, viel neues entdeckt: von blauen Möhren bis zu neuen Gewürzen, viel altes neu probiert, mich in Rote Beete Carpaccio verliebt, angefangen fast alles selbst zu machen, mich meiner eigenen Esskultur genähert, tausend neue Rezepte gespeichert, mehrere Male mehrere Gänge gekocht

[Zum ersten Mal gemacht] zum Weltuntergang rauchende Schuhe aufgestellt und auf selbigen angestoßen, Hagen Rether live gesehen

[Nach langer Zeit wieder getan] bergwandern, gleich mehrere Male... und das obwohl ich das als Kind so gehasst habe- und zu Weihnachten Sissi angesehen, meinen Fernseher entsorgt und beschlossen keinen neuen zu wollen

[Leider nicht gemacht] mal wieder Deutschland verlassen, Hagen Rether ein zweites Mal gesehen, Freunde getroffen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe

[Alben und Songs des Jahres] Ich höre ja seltenst Musik, aber wenn dann Caro Emerald - A night like this und die unvergessliche Amy Winehouse

[Lieblingsorte in diesem Jahr] Der Platz in der Bib ganz rechts vorne, mein Bett

[Vorherrschendes Gefühl für 2012] Panik

[Wort des Jahres] lernen

[zugenommen oder abgenommen] zugenommen

[Stadt des Jahres] Kaffhausen hinterm Wald

[Alkoholexzesse] nur zu den wichtigen Ereignissen, allerdings nicht unbedingt in Form von Exzessen

[Haare länger oder kürzer] länger

[kurzsichtiger oder weitsichtiger] keine Ahnung, sehe noch immer gleich gut

[Krankenhausbesuche] nein

[verliebt] nein, aber festgestellt, dass man sich Menschen wirklich schönlernen kann

[most called persons] Eltern, Steffen (hallo Steffen!), Lars, Lisa, Michael

[die schönste Zeit verbracht mit] da fällt die Entscheidung schwer, es gab viele schöne, unvergessliche Abende, Nachmittage,...

[die meiste Zeit verbracht mit] meiner Katze und meinen Büchern

[Buch des Jahres] Schönfelder, Sartorius und mein allerliebster (...not.) Ziegler-Tremel

[Film des Jahres] Die Mondverschwörung

[Konzert des Jahres] ääähm zählt Hagen Rether, der hat nen Flügel... ich war auf keinem anderen

[TV-Serie des Jahres] The Walking Dead, Big Bang Theory

[Beste Idee/Entscheidung des Jahres] Teilnahme am MoFo

[Erkenntnis des Jahres] wenn man lange versucht hat möglichst nicht perfekt zu sein, kann man auch mal das Gegenteil probieren

[Drei besondere Highlights] die Ankündigung einer meiner besten Freundinnen, dass sie heiraten wird, die Rückkehr einer engen Freundin aus Spanien, die Reaktionen auf meine Adventskalender

[Drei schreckliche Tiefpunkte] die Nachricht von der schweren Krankheit meiner Tante, als einer meiner besten Freunde wegzog, ungeliebte Überraschungen

[Drei Pläne fürs neue Jahr] mehr lesen, mehr Sport treiben, ab und an auch mal eine Auszeit nehmen

[2011 in wenigen Worten] viel zu viel von allem und viel zu wenig vom wichtigen


euch allen einen guten Rutsch und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr!

Donnerstag, 29. Dezember 2011

No Surf, no turf - vegane Scampi die zweite



Neuer Versuch, neues Glück, die angebrochene Packung muss schließlich weg.
Diesmal gabs einen Burger im Surf&Turf-Style.
Wer es nicht kennt: Eine Kombi aus King Prawns und Steak, hauptsächlich aus Dekadenzgründen kombiniert.

Vegane Shrimps sind jetzt nicht allzu dekadent - vom Preis mal abgesehen, der einen aus den Socken kippen lässt, sich im Vergleich zum Tier aus dem Feinkosthandel dann aber doch noch in Grenzen hält und wie gesagt auch keine Erleuchtung.

Gebastelt habe ich heute also einen Burger aus dem Aldi-Patty (das hat mein Vater als Weihnachtsreserve für mich eingekauft gehabt, wird übrigens von Viana hergestellt), das ich im Backofen zubereitet habe, zwei Scheiben Räuchertofu mit Senf bestrichen und in Erdnussöl gebraten, in Erdnussöl und gehacktem Knoblauch gebratene vegane Shrimps, Feldsalat, Tomate, Zwiebel, Gewürzgurke und Joghurtdressing oben drauf, in eine Vollkornsemmel gepackt und gespachtelt.
War tatsächlich hervorragend, obwohl die Shrimps mich auch in dieser Variante nicht so ganz überzeugt haben und zudem nach dem Braten wie helle Nacktschnecken aussahen, nicht so besonders appettitlich - wenn man aber mal das Brot drübergestült hat siehr man davon kaum mehr was.
Die Konsistenz erinnerte mich irgendwie an Tintenfischringe (wobei das nur eine ganz vage Erinnerung ist, also nicht zu ernst nehmen).


Ein paar davon sind noch immer übrig geblieben... Gibt es irgendwelche besonderen Rezept- oder Zubereitungstipps?


Mittwoch, 28. Dezember 2011

Californisches Italo- und tropisches Seafood



Ich bin zurück aus dem Urlaub und möchte mich erstmal für die ganzen lieben Kommentare die hier eingetrudelt sind bedanken! Ich hoffe ihr hattet alle angenehme Feiertage.
Weihnachten dagegen war relativ stressfrei, um ehrlich zu sein war es sogar eher feucht-fröhlich, wobei eine besondere Betonung auf dem alkoholischen Anteil liegt - von dem reicht es mir aber jetzt auch wieder die nächsten paar Wochen...

Mit mir zurück aus dem Urlaub gekommen sind -neben meinen großartigen Weihnachtsgeschenken und schönen Erinnerungen (danke an alle Beteiligten die hier mitlesen)- auch ein großer Teil der Südfrüchte meiner Eltern.
Bei uns gibt es jedes Jahr zu Weihnachteneinen ganzen Haufen Obst, Südfrüchte und zwar die ungewöhnlicheren Sorten, dafür sorgt mein Vater und so ungern er eigentlich Supermärkte betritt, hierfür macht er eine Ausnahme, denn diese in seiner Kindheit liebgewonnene Tradition lässt er sich nicht nehmen. Und was läge näher als der einzigen veg*-Person der Familie die Überbleibsel mit auf den Weg zu geben, unter ihnen auch eine Avocado. Sehr praktisch, denn seit langem hatte ich vor eines meiner Lieblingsrezepte hervorzukramen und das verdient einen extra Hinweis für alle, dies noch nicht probiert haben.

Mein allerliebstes Avocadorezept ist nämlich Chloe Coscarellis kalifonische Avocadopestopasta. Cloe Coscarelli kennt ihr vielleicht als die Cupcakemacherin, die auf Food Network mit ihren veganen Cupcakes Jury und Publikum von sich begeistern konnte. 

Für dieses Rezept hatte ich zwar nicht alle Zutaten im Haus (namentlich fehlten Basilikum und Pinienkerne), allerdings war die Avocado schon etwas überreif . Außerdem lagerten noch Yamsshrimps in meinem Kühlschrank und ich konnte kaum erwarten sie zu versuchen. Eigentlich hatte ich diese für das Raclette zum 24. geordert, mich angesichts der Essensmenge dann aber doch gegen sie entschieden. 
Geschmacklich fand ich sie ein wenig fad, die Konsistenz nicht so gummiartig wie erwartet, allerdings auch nicht so berauschend, dass ich sie unbedingt nochmal essen wollen würde.
Allerdings glaube ich, dass man aus denen durchaus was rausholen könnte, wenn man ein bisschen mit ihnen arbeitet und dass sie sich zBin einer Paella, in der es nicht so sehr auf den Geschmack ankommt, gut machen würden.

Für die Knoblauchshrimps habe ich die halbe Packung (8 Stück) kurz in kochendem Wasser blanchiert, dann in Öl, gehacktem Knoblauch, Zitronensaft, Salz und Pfeffer mariniert und schlussendlich auf ein Schaschlikspieß gespießt im Backofen 15 Minuten gegrillt


Die Pasta habe ich nach Chloe Coscarellis Rezept mit ein paar unwesentlichen Änderungen gemacht: Statt des Basilikums habe ich getrocknete Kräuter der Provence verwendet, als Pasta habe ich Spaghetti gewählt und statt der Pinienkerne gehackte Mandeln. Lecker wars, das Originalrezept sollte man aber auch unbedingt versuchen!

Freitag, 23. Dezember 2011

Frohe Weihnachten!

Ich verabschiede mich in den Blogurlaub und bedaure sehr, dass ich die letzten Tage nicht nur kaum sondern keine Zeit hatte meine restlichen Plätzchenrezepte zu teilen.


Dafür gibt es als kleinen Gimmick noch eine zusammengeklaute Bastelanleitung inklusive Foto für Schneemann-"Cake"pops. Schnee haben wir hier leider noch immer keinen.

Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten, nicht zu viel Streit unterm Tannenbaum und dass die tierischen Mitbewohner selbigen nicht umreißen! 






Nach einer Idee von Fork and Beans und einer Schalbastelanleitung von VeganYumYum


Man braucht:


für den Schneemann:

gepoppten Amaranth
massenweise Puderzucker +1P. Vanillezucker mit wenig Wasser zu Zuckerguss angerührt
Schokostückchen für Augen und Knöpfe


für den Hut: 

Pfefferminzplätzchen, halbierte Schokobananen, aufeinandergeklebt und nochmals mit Schokolade überzogen



für den Schal: 

Marzipan
Lebensmittelfarben


+ Spaß und Zeit das alles zusammenzumanschen

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Sonntag, 18. Dezember 2011

Käsespätzle


Eines der Gerichte die ich als Vegetarierin irgendwann nicht mehr sehen konnte waren Käsespätzle,
denn die gibt es in jedem Restaurant als "vegetarische Schmankerl" als eine der drei üblichen Wahlmöglichkeiten.
Inwieweit Käsespätzle überhaupt vegetarisch sind, darüber lässt sich vermutlich trefflichst streiten, streng genommen dürften die meisten im Restaurant den Begriff nicht ganz ausfüllen.
 Tatsache ist aber, dass ich seit ein paar Tagen im Kopf hatte endlich mal meine eigene Version zu machen, vegan natürlich. Meine Kasspatzn-Abstinenzlerzeit ist mittlerweile soweit fortgeschritten, dass ich sie doch ganz gerne mal wieder essen wollte. Wobei ich es eigentlich noch immer schade finde, dass die Unkreativität deutscher Gasthäuser einem ein eigentlich gutes Gericht so nachhaltig versauen kann.

Hier taucht zunächst ein massives Problem auf: Wie der Name ja nun schon unmissverständlich nahelegt ist da eigentlich Käse dran und um ehrlich zu sein halte ich von den meisten Käsealternativen wenig bis gar nichts.
Ich habe das meiste tatsächlich durch (bis auf die "igitt, schmeckt wie Plastik, ein Stern Berwertung"-Produkte, die ich mir dann gespart habe) und finde es schlecht bis gar nicht genießbar.

Einzige mehr oder weniger gute Ausnahme bisher: Das Fondue von No Muh, sowie deren "Rezent"-Käse und der Kräuter-Knoblauch von Cheezly (wobei letzterer nicht wie Käse schmeckt, dafür aber gut). Vorteil am No Muh Käs: Die ganze Linie ist palmölfrei.

Langer Rede kurzer Sinn: Nachdem das Fondue nun endlich wieder erhältlich ist und Freitag meine Bestellung postalisch eintrudelte stand meinem Käsespätzleplan nichts mehr im Weg!

Die Spätzle sind nach meinem seltzusammengeschusterten Rezept (habe schon ein paar Versuche hinter mir...) mittlerweile ziemlich gut, allerdings sind das, mangels vorzeigbarer Schabtechnik auch Knöpfle, die kriegt man mit einer Minimalstküchenausstattung wie meiner hervorragend hin.
Fehler: Zusätzlich den Rezent-Käse darüberreiben- schmeckt nicht.
Gut: Das Fondue als Käsesauce verwenden, erinnert geschmacklich an kräftige Bergkäsearten
Noch besser: Selbstgebastelte Röstzwiebeln: Ein Traum!
Am allerbesten: Inklusive Vorbereitungen und Wartezeit hat man ein fertiges Essen innerhalb von einer halben Stunde auf dem Tisch stehen.


Rezept: 

Röstzwiebeln:
1 mittelgroße Zwiebel, in feinen Ringen
ein paar EL Mehl
Salz

Zwiebelteile, Salz und Mehl in einen Gefrierbeutel geben, gut durchschütteln so dass die Zwiebeln mit dem Mehl bedeckt sind.
In einer großen Pfanne in reichlich Pflanzenöl goldbraun und knusprig ausbacken, dabei immer wieder wenden.
Anschließend auf ein Küchentuch geben, Pfanne nicht ausspülen, lediglich das überschüssige Fett abnehmen.


Spätzle: (2 Personen)

100g Mehl (550)
50g feiner Maisgrieß
ca. 200ml Wasser
1 EL Speisestärke
frisch gemahlene Muskatnuss
1/2 TL Salz
1/2 TL Kurkuma
1-2 Fäden Safran, gemahlen


aus den obigen Zutaten einen Teig herstellen, dieser sollte relativ flüssig sein (in etwa wie Pfannkuchenteig), ca 10 Minuten zur Seite stellen, damit sich der Grieß vollsaugen kann, der Teig sollte nun etwas dicker geworden sein
einen großen Topf mit gesalzenem Wasser aufkochen, eine grobe Küchenreibe nehmen und mit einem Kuchenschaber portionsweise Teig durchdrücken; je nach Schnelligkeit sollten zwischenzeitlich fertige Spätzle (schwimmen an der Oberfläche) mit dem Schaumlöffel abgenommen werden; immer wieder kontrollieren, dass sich unter dem Sieb im Topf kein "Spätzleklumpen" bildet
Fertige Spätzle mit kaltem Wasser abschrecken


Nun in der zuvor verwendeten Pfanne zusammen mit den Zwiebeln kurz anbraten, Käsesauce darübergeben, warten bis sie fest wird, dann salzen und pfeffern und mit frischer Petersilie überstreuen. 

Freitag, 9. Dezember 2011

Iron Chef Challenge

Ich hatte ja versprochen, dass ich bei der nächsten Iron Chef Challenge Bescheid gebe.

Und es ist wieder soweit. Auf der MoFo-Page ist die Aufgabe, die bis Sonntag Mittag gelöst werden muss erschienen und die Zutat dieses Mal: Minze.

Lest euch nochmal die Regeln durch und dann ran an die Töpfe!

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Schnelle Küche - Thymian-Rosmarin-Pfannkuchen mit Zwiebelhackfüllung

Meistens muss es bei mir schnell gehen oder ich habe keine Lust Ewigkeiten in der Küche zu stehen.
Meine Küche ist sowieso nicht so der Ort an dem man sich länger als ein paar Minuten aufhalten kann ohne depressiv zu werden - fensterlos, kein Platz, wenn man sich bewegt läuft man Gefahr sich zu verletzen oder irgendwas wichtiges umzuschmeißen. Ich habe Abstellkammern gesehen, die im Vergleich mit meiner Küche wie ein prunkvolles Schloss wirken, aber man soll als Student ja zufrieden sein und sich in Bescheidenheit üben.

Außerdem: Die besten Sachen entstehen, weil man sich an ungünstige Gegebenheiten anpassen muss. Und heute waren es Thymian-Rosmarin- Pfannkuchen mit einer würzigen Zwiebel-Hackfüllung.

Ein Rezept gibts dazu nicht so wirklich. Ich habe einfach Pfannkuchenteig gemacht und jeweils einen EL Rosmarin und Thymian zum Teig gegeben (Teig aus Mehl, angerührtem Sojamehl und Soja-Reis-Milch (+etwas Salz)). Und als Füllung Sojaschnetzel in Tomatensauce gekocht (ich weiche die vorher nicht ein, sondern gebe erstmal einen kleinen Teil Tomatensauce und Wasser hinzu um sie gut anzubraten, die weichen, wenn man ihnen Zeit gibt, von selbst durch) und die Sauce mit italienischen Gewürzen, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Chili abgeschmeckt. Zu guter Letzt kam auch noch ein Stück Bitterschokolade dazu, wenn ich mich jetzt noch erinnern könnte, wer das mal als Geheimzutat gepostet hat....
Mit einem hohen Zwiebelanteil und zusätzlichen, kurz vor Ende der Garzeit hinzugefügten, Lauchringen ist sie ein hervorragender Kontrast zu den Pfannkuchen. Ein paar frische an den Rand drappierte Tomaten runden das Gericht ab.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Vichteln



Heute um 18.ooh war es soweit und ich habe endlich mein seit Tagen auf dem Schreibtisch residierendes Wichtelpäckchen öffnen dürfen.
Leider haben wohl noch nicht alle ihr Päckchen erhalten, wie ich heute feststellen durfte. Schade. Ich hoffe es handelt sich dabei um ein Versehen oder vorweihnachtliche Postüberlastung.

Als allererstes möchte ich der lieben Mamavegana aus der veganen Versuchsküche danken, denn sie ist nicht nur Initiatorin sondern auch alleinige Organisatorin dieses Events und dafür gebührt ihr allerhöchstes Lob! Tausend Dank, dass du das alles organisierst! Das ist wirklich eine wundervolle Idee und ich bin ganz gerührt, dass es jemanden gibt, der sich die Mühe macht  und ein so nettes Event, das die deutsche Veganerbewegung ein bisschen zusammenschweißt auf die Beine stellt!

Nun aber zu meinem Wichtelpaket (denn nur deswegen seid ihr hier, gebts doch zu ;) ):









alles liebevoll eingepackt





tatsächlich hatte ich schon mit dem Gedanken gespielt mir das Brettchen zu bestellen, ich glaube ich habe eine hellsehende Vichtelin erwischt ;)
besonders gespannt bin ich aber auf den Tee aus Edelkastanienblättern (was es nicht alles gibt...!)






vermutlich eher unbeabsichtigt hat die Katze auch noch ein Geschenk bekommen... von der weißen Folie kriege ich sie seit mittlerweile zwei Stunden nicht mehr runter...
Die abstrusen Verrenkungen die sie darauf vollführt wollte sie aber leider nicht fotografieren lassen...


vielen Dank liebe Vichtelin!
ich hoffe du hast selbst auch ein Paket bekommen, über das du dich freuen kannst!

(magst du mir vielleicht das Rezept für die Herzkekse zustecken?)

Montag, 5. Dezember 2011

Inside Out Makronen



Man könnte ja meinen ich wäre dem Backwahn verfallen.

Heute auf dem Programm:
Wir haben noch keinen Schnee, deswegen ignoriere ich das karibische Image von Kokos und denke mir beim Anblick dieser Kekse, dass sie aussehen, als hätte es geschneit.


das braucht man: 
eine Tüte Kokosflocken (mit dunkler Schokolade überzogene "Kokosberge")

150g Mehl
50g Zucker

50g Margarine
150ml Pflanzenmilch
1 Päckchen Vanillezucker
2TL Backpulver
1/2TL Salz (ich bevorzuge fleur de sel für den shortbread-Effekt)



40g gehackte dunkle Schokolade
Mehl
10-20g geschmolzene dunkle Schokolade
 ein paar TL Kokosraspeln



so wirds gemacht: 

aus Mehl, Zucker, Margarine, Pflanzenmilch, Vanillezucker, Backpulver und Salz einen Teig herstellen
diesen im Kühlschrank mindestens eine Stunde durchkühlen lassen
danach die Schokoladenstückchen dazugeben
nun Mehl hinzugeben bis der Teig nicht mehr klebt
um jede Kokosflocke einen EL Keksteig herummodellieren und zu einer Kugel formen
Im vorgeheizten Ofen ca 10-12min backen (oder bis die Kekse fertig sind)

mit geschmolzener dunkler Schokolade verzieren und Kokosflocken  dekorativ daraufstreuen



Samstag, 3. Dezember 2011

Schneeflöckchen


Schneeflöckchen haben ihren Namen aus zwei Gründen: Sie sind, selbst für Kekse, ziemlich weiß und sie zerschmelzen im Mund.

Der Effekt kommt hauptsächlich daher, dass statt Mehl Stärke und Puderzucker die Grundlage für den Teig bilden.

Dies ist ein Rezept, das auch in der unveganen Variante keinen Eiersatz verwendet.
Kein Ei im Rezept = weniger Ärger und Rumprobiererei.

Mein Rezept habe ich aus einem Backbuch eines lokalen Hausfrauen-Charity-Vereins.
Allerdings musste ich ein paar Sachen anpassen.

Das größte Problem an diesem Rezept ist die Backzeit. Man muss da wirklich daneben stehen bleiben, denn sonst sind die Kekse schnell zu braun.


das ist drin: 

250g Margarine
250g Stärke
100g Puderzucker
1 ausgekratzte Vanilleschote (alternativ: 3 Päckchen Bourbon Vanillezucker, Vanilleextrakt)
~130g Mehl (abhängig von Mehltyp und benutzter Margarine)


so wirds gemacht:

Margarine, Puderzucker, Vanille, Stärke und ca. 1/3 des Mehls zu einem glatten Teig verrühren
dann Mehl unterheben bis ein weicher gut knetbarer Teig entsteht (wie sehr weiches Playdo)
Mindestens eine Stunde im Kühlschrank abkühlen lassen
Kirschgroße Kugeln formen, mit einer bemehlten Gabel flach drücken

Backen: bei 170° ca. 10-12min (aufpassen, dass sie nicht braun werden!)

Freitag, 2. Dezember 2011

Mandelsplitter



Meinen heutigen Post widme ich meiner Mutter. Und zwar aus einem ganz simplen Grund.

Jahrelang haben wir wegen meines Vegetarismus und Veganismus gestritten.
Heute allerdings hat sich meine Mutter die mit der Technik vollkommen auf Kriegsfuß steht an den PC begeben und vegane Onlineshops gegoogelt. Dass sie dann mit dem Angebot überfordert war und mich angerufen hat (ich muss bei dem Paket jetzt ganz überrascht tun...) um zu erfragen was gut ist, ist dabei vollkommen nebensächlich.

Sie hat sogar berichtet, dass sie vollkommen ahnungslos im örtlichen Bioladen stand, nur um Nikolaussachen für mich zu finden, insofern: Ich finde es schön. Schön, dass wir seine Ebene gefunden haben, auf der wir miteinander auskommen und uns gegenseitig nicht das Leben schwer machen. Denn eigentlich verstehen wir uns wirklich gut und ich finde es schon lange schade, dass das immer ein Reibungspunkt sein musste.

Die oben abgebildeten Plätzchen sind die, die sie vor ein paar Jahren, als sie versucht hat das erste Mal Weihnachtssüßigkeiten für mich herzustellen. Statt der üblichen Milchschokolade hat sie einfach schwarze Schokolade verwendet. Und obwohl ich eigentlich nicht der größte Fan von schwarzer Schokolade bin, finde ich sie bis heute köstlich.
Ich mache die, auch weil sie schnell gehen, in verschiedenen Varianten, also mit "Milch"schokolade, weißen und schwarzen Sorten mehrere Male während der Adventszeit, so habe ich eine größere Auswahl.

das braucht man:

*100g gestiftelte Mandeln
* 100g Schokolade (hier: GEPA Grand Noir)

so wirds gemacht: 

Schokolade schmelzen (ich empfehle: im Wasserbad), Mandeln einrühren und gut mischen, bis alle Stifte mit Schokolade bedeckt sind; dann mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen formen und auf einem Backpapier absetzen, da mindestens eine Stunde trocknen lassen.


Kleiner Tipp am Rande (für den ich kein Geld bekomme ;) ):
Zotter hat in seinem Weihnachtssortiment unter anderem weiße Sojakuvertüre (auch normale Sojakuvertüre). Zotter erhält man in den meisten Welt- oder Schokoladenläden, sowie im Onlinehandel.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Marzipan-Mandel-Sternchen




Ich liebe Weihnachten, eigentlich alles daran, sofern man den Stress den andere machen mal außen vor lässt.

Ich freue mich das ganze Jahr auf das das Glühweintrinken am Christkindlmarkt, die Glühweinbonbons, den Weihnachtsbaum und auch auf "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" und "Wir warten aufs Christkind". Wochen im Voraus das Essen für den Abend zu planen, Geschenke einkaufen, selbst einen Adventskranz basteln und natürlch die typischen Weihnachtssüßigkeiten.

Und vor allem liebe ich eins: Marzipan
Und deswegen gibt es dieses *husthust* Rezept:


das braucht man:

*Marzipan
*Mandelstifte
*geschmolzene dunkle Schokolade
(ich hatte GEPA Grand Noir Zartbitter 70%)


so wirds gemacht:

aus dem Marzipan Kugeln formen, die Stifte dekorativ reinstecken und mit Schokolade überziehen
(dazu habe ich sie einfach an einem Zahnstocher in flüssige Schokolade getaucht und mit einem Teelöffel etwas nachgeholfen und auch das entstandene Loch gefüllt)
dann zum Trocknen auf ein Backpapier legen und mindestens eine Stunde liegen lassen, in einem luftdichten Behältnis aufbewahren



Hinweis:

Je besser die Schokolade, desto besser das Ergebnis

Freitag, 25. November 2011

Seide - ist das nun fairtretbar?


Vor ein paar Wochen kam meine Mutter aus Indien zurück, im Gepäck ein Seidenschal für mich.


Ich habe wie immer innerlich aufgestöhnt. Sie kann und will sich schlicht nicht merken, dass ich nichts von Seide halte, das geht schon Jahre so, ziemlich genau seit dem Zeitpunkt, zu dem ich über die Information darüber gestolpert bin, woraus Seide eigentlich gemacht wird.
Grinsend erzählte sie mir, das wäre ein Schal, den "ich auch" tragen könne, schließlich wäre der auch für Jains geeignet und noch dazu aus einem lokalen fairtrade Projekt.
Nachdem ich meine Mutter kenne und ihre Gewohnheiten meine Wünsche permanent zu vergessen mittlerweile ignoriere, (ich mag sie wirklich gern, aber bei diesen Themen liegen wir so meilenweit auseinander, dass sie schlicht nicht versteht, weswegen ich etwas nicht nutze; so finden auch immer wieder Gelatinegummibärchen ihren Weg in meine Pakete) habe ich den Schal einfach mal bei meinen Eltern "vergessen". Schade, dachte ich mir, eigentlich ein schöner Schal, aber eben Seide.


Und eigentlich hatte ich ihn auch wieder vergessen, bis ich heute zufällig über ein Projekt gestolpert bin: Entwicklungshilfe durch Seidenraupenzucht in Indien. Sehr lesenswert, Indien ist, so viele offensichtliche Baustellen es gibt, ein Land, von dessen Umgang mit der Umwelt und der sanften Landwirtschaft viel für eine "grüne Entwicklungshilfe" gelernt werden könnte. In Jharkhand, einem indischen Bundesstaat, der so arm ist, dass die meisten Bauern von 20€ im Monat leben, wurde nun eine neue Methode des Seidenfarmings entwickelt, die 200.000 Arbeitsplätze rund um die Zucht, Aufzucht und Verarbeitung von Seide geschaffen hat. Ich möchte gar nicht zu weit vom eigentlichen Thema abschweifen, aber der oben verlinkte Beitrag ist tatsächlich lesenswert.


Kokons des Seidenspinners
Hierbei wird eine besondere Form des Seidenfarmens betrieben: die Raupen wachsen geschützt auf, werden dann eingesammelt, wenn sie sich in Kokons versponnen haben und anstatt dem übliche Prozedere, die Larven am 10. Tag in den Kokons zu verbrühen, dürfen sie schlüpfen, Eier legen und der Kreislauf beginnt von vorne.
An diesem Punkt stutzte ich beim lesen, ehrlich gesagt war ich bisher davon ausgegangen, dass Seide immer und überall in der üblichen Form industriell hergestellt wird (um einen Sari herzustellen tötet man etwa 50 000 Seidenraupen), ich bin zwar kein besonders großer Insektenfreund, aber ich mache meine Lebensweise nicht unbedingt von Sympathie abhängig, insofern meide ich Seide schon seit Jahren.


Nun erinnerte ich mich auch wieder an den ominösen Schal und nach ein paar Klicks war ich auch schon bei einem ebenfalls relativ neuen Projekt angekommen: Ahimsa-Seide, auch "Peace-Silk". Also gewaltlose Seide?
Wie man hier nachlesen kann, hatte der Inder Kusuma Rajaiah nach ein paar Anfragen die Idee Saris aus Maulbeerseide zu produzieren, ohne dafür die Motten zu töten. Generell ging man bis zum damaligen Zeitpunkt davon aus, dass der Kokon der geschlüpften Motte nicht verwertbar wäre, weil durch die Durchbruchstelle der Faden verkürzt wurde, somit war das Garn unbrauchbar geworden.
Statt nun aber das Garn als solches zu verwenden, wird daraus ein Seidenfaden gesponnen, das beeinträchtigt, laut Kusuma zwar den Glanz, dafür knittere der Stoff nicht und die besondere Struktur sorge dafür, dass er schöner falle.
Das wichtigste: bei der Produktion werden keine Motten oder Raupen getötet. Zudem wird die anschließende Handarbeit von lokalen Familienbetrieben ausgeführt. 


Dies gilt aber wohl nicht nur für Ahimsa-Seide, sondern auch für Tussah-Seide, die Seide des Japanischen Eichenseidenspinners, denn hier werden die bereits geschlüpften Kokons von Raupen des Tussah-Seidenspinners aufgesammelt und anschließend das Garn versponnen, woraus sich eine bestimmte, ganz eigene wildseidige rauere Struktur ergibt, da der Faden der Tussah-Spinner dicker ist und die Struktur deswegen weniger fein wirkt.
Nicht zu verwechseln ist Tussahseide mit klassischer Wildseide; zwar wird sie oftmals gleich gelabelt, Wildseide ist aber üblicher Weise klassische Maulbeerseide und wird somit nicht aus den bereits ausgeschlüpften Kokons gewonnen. 

Ist diese Art Seide nun vegan?


verschiedene Seidenspinner
Ich bin geneigt das mit einem "Jein" zu beantworten.
Seide ist und bleibt ein tierisches Produkt, daran ist nicht zu rütteln. Trotzdem sehe ich nichts verwerfliches daran, den bereits genutzten Kokon zu verwerten. Wenn ich am Strand eine leere Muschelschale finde nehme ich sie auch mit, sofern sie mir gefällt.
Ich muss gestehen, dass ich, von der Frage mal abgesehen, ob man solche Kleidungsstücke braucht, keine Bedenken habe diese Art Seide zu verwenden. Ein bisschen skeptisch bin ich zwar nach wie vor, aber ich traue aus einem naiven Glauben heraus den Indern mehr als den meisten anderen Nationen zu, eine tierrespektierende Produktion leibhaftig in die Tat umzusetzen.
Vielleicht ist auch eine Unterscheidung zwischen der Maulbeerseide aus der Fabrik und den wildgesammelten Kokons angebracht?
Trotzdem: Wirklich wirklich vegan ist auch diese Art der Seide nicht. Sie ist und bleibt ein tierisches Produkt, auch wenn es sich um Abfall handelt.





Und was heißt das nun für den indischen Schal?
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich denke ich werde ihn tragen. Ich sehe im Moment nicht viel, was dagegen sprechen würde. Eher überwiegen die positiven Aspekte: der wirtschaftliche Faktor, der fair trade Gedanke. Projekte wie das oben genannte zu unterstützen ist mir wichtig, weil ich finde, dass das ein durchaus sinnvoller Weg ist, der da eingeschlagen wird, bei dem eigentlich keiner zu Schaden kommt.


Allerdings: Eine Entschuldigung bei meiner Mutter wäre wohl angebracht.


Was haltet ihr davon? Vertretbar oder nicht?


Lesenswertes:

http://www.outlookindia.com/mad.asp
http://www.bio-seide.de/contents/de/essay_ahimsa_university_bihar.pdf

Donnerstag, 24. November 2011

Jugendidole





Franz Josef Degenhardt - 3. Dezember 1931 - 14. November 2011








Georg Kreisler   18. Juli 1922 - 22. November 2011










Ludwig Hirsch - 29. Februar 1946 - 24. November 2001







Mittwoch, 23. November 2011

Die Kommerzialisierung der veganen Bewegung

Heute möchte ich etwas zu einem Thema schreiben, das mir schon länger unter den Nägeln brennt. Im Moment ist es aktuell wie nie und ich fürchte nicht jedem wird gefallen was ich zu sagen habe, trotzdem ist es so, dass mich die Entwicklung beunruhigt und dass ich gerne erfragen möchte, ob ich die einzige bin, der es so geht.

Ich bin schon lange mit zumindest einem Auge dabei - seit mehr als acht Jahren befasse ich mich mehr oder weniger intensiv mit den Geschehnissen rund um den "veganen Lifestyle". In letzter Zeit entdecke ich aber einige gravierende Veränderungen und die möchte ich hier mal - gerne auch kontrovers- diskutieren.

Mir kommt es so vor, als würde der Veganismus immer stärker kommerzialisiert werden.
Zum ersten fällt mir hier eine massive Veränderung der Bloggerszene auf.
Ich spreche hier nicht von Leuten, die aus Blogs Kochbücher machen oder Spendenbuttons einrichten. Es ist jedermanns gutes Recht seine Ideen für umsonst zur Verfügung zu stellen oder zu verkaufen. Wer um einen freiwilligen Obolus bittet, das wofür er ewig in seiner Küche geschuftet hat endlich auf Papier sehen möchte und wer seine Texte nicht mehr für lau anbieten möchte darf das tun. Schreibt Bücher, haltet Vorträge und Kochseminare, das alles macht das vegane Leben bunter.
Auch mich nervt das permanente Verlangen immer und alles für umsonst zur Verfügung gestellt bekommen zu wollen.

Was mir sauer aufstößt sind Blogs die offensichtlich gezielt und professionell Marketing betreiben. Und das nicht in der Form, dass etwas zur Verfügung gestellt wird und man das eben mit allen Vorzügen und Schwächen testet, sondern die wie plakatartige Werbeeinblendungen schlicht auf besonders "tierfreundliche" "schicke" Produkte hinweisen und diese verlinken, meistens mit dem Bildchen eines Teils das der Blogbetreiber aus der Kollektion besitzt (geschenkt bekommen hat?). Penetrantes, unreflektiertes Vorstellen von Must-Haves für den mehr oder weniger modernen Veganer auf einer professionellen Basis, die kaum mehr Raum für Spekulationen offen lässt, wie freiwillig und objektiv der Text geschrieben wurde. Dass gekaufte Blogger in den Zeiten von Social Media gang und gäbe sind, ist eigentlich nichts neues und nichts was einen verwundern sollte, trotzdem kann ich nicht einfach darüber hinwegsehen, wenn sich sowas breit macht.
Blogs sind deswegen so wertvoll, weil sie von der Authentizität des Schreibers leben. Manche schreiben professioneller und redigieren ihre Texte mehrmals, bevor sie sie veröffentlichen, andere schreiben im Plauderton wie sie sich mit Freunden unterhalten würden und wieder andere schreiben gar nicht sondern laden nur Bilder hoch, denen sie maximal eine Bildunterschrift hinzufügen. Das ist wichtig und richtig. Jeder einzelne dieser Blogs (auch wenn ich sie nicht alle lese) ist ein kleiner Auszug der Persönlichkeit des Schreibers. Ich schreibe hier im Plauderton, wie ich eine Email an einen Freund verfassen würde, weil das das ist was ich von mir geben möchte: Infos austauschen, verschiedene Meinungen zu verschiedenen Themen abfragen, ab und an mal ein Gruß aus der Küche, so wie ich meinen Freunden den ein oder anderen Cupcake mitbringe. Aber Blogs die nichts anderes mehr sind als Werbeträger für diverse Unternehmen? Wo bleibt sie da, die Eigenständigkeit, das was euch ausmacht und auszeichnet?

Ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen, weil ich auch niemanden persönlich anprangern will, aber je mehr ich das verfolge, desto wütender werde ich und jetzt braucht der Ärger endlich ein Ventil.







Wieso mich das nervt? Weil man damit einen "Veggie-Lifestyle" kreiert, voll von must haves in rosa, passend für die 15-jährige Neuveganerin, der man so gekonnt vormachen kann, dass sie nur dies und jenes zu kaufen hätte und schon wäre sie schick, nachhaltig und "kawaii-veggie". Oder bestimmte Bücher, die man gelesen haben MUSS um mitreden zu können und ohne das Wissen aus der grünen Bibel wäre man allerhöchstens ein halber Veganer ohne Liebe in Kühlschrank und Herz.

Veganismus ist keine uniformierte Massenerscheinung, in der jeder das gleiche zu denken, zu fühlen oder zu meinen hat. Man darf auch aus unterschiedlichen Gründen vegan sein. Und dieser Konsumgedanke der da  fabriziert wird erzeugt einen modernen Veggie-Trend, der nichts anderes ist als Uniformierung, Verdummung. Veganer sind nicht die kleinschreibenden mit den rosafarbigen Polkadotsachen, sondern die, die keine Tierprodukte essen und nutzen, Punkt.
Man kann hervorragend ohne 500€-Küchengeräte kochen, man muss sich keinen Bananenseideschal kaufen und man muss auch nicht eine bestimmte Kosmetikmarke ausprobiert haben um sich vegan nennen zu dürfen. Man darf, aber es macht einen nicht erst zum richtigen oder richtigeren Veganer.

Ich habe zudem die Befürchtung, dass sich die vegane Szene mit dieser Uniformierung zusätzlich nach außen verschließt. Veganismus darf nicht mit einer Form von Subkultur exklusiv in Verbindung gebracht werden. Es muss ebenso möglich sein als klischeeiges BWL-Püppchen vegan zu leben und vermutlich muss man noch nichtmal ansatzweise Umweltschützer sein, um eine Entscheidung pro Tier zu treffen.

Nochmal- es geht mir nicht um Blogger die Produkte testen, nichtmal darum, dass sie welche zur Verfügung gestellt bekommen, solang man das deutlich macht und trotzdem versucht ein gewisses Maß an Objektivität zu wahren, inwieweit man diese Objektivität erhalten kann, muss vermutlich jeder für sich selbst herausfinden. Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht immer klappt, das ist menschlich, umso wichtiger der Hinweis, darauf, dass das eben nicht selbst gekauft, sondern gestellt wurde. Es geht um die, die bunte Werbetextchen mit hübschen aufgemotzten Bildchen verbreiten.
Dass sich eine Industrie um den Veggie-Lifestyle bilden würde war abzusehen, dass nicht jeder Veganer konsumkritisch sein würde auch, je mehr das Thema "Tierrechte" in die Mitte der Gesellschaft vordringt, desto mehr kommt es natürlich in der tendenziell nicht konsumkrititischen breiten Öffentlichkeit zu einem "Verwaschen" der bisherigen Begleitideale des Veganismus. Das ist wichtig und richtig und zeigt, dass Veganismus endlich dabei ist in der Öffentlichkeit anzukommen, trotzdem: wir müssen uns überlegen, wie mir damit umgehen, dass wir nun auch im Blickpunkt der Industrie und Vermarktungsmaschinerie stehen.

Denn: Natürlich hat die Industrie den Veganismus für sich entdeckt. Auch denen mache ich keinen Vorwurf, zumindest keinen den ich nicht generell erheben würde. Wenn Nestlé und Unilever auf den Zug mit aufspringen wollen, muss sich die vegane Gemeinschaft selbst überlegen, wie sie mit dem Angebot umgeht, ich habe meine Entscheidung getroffen und würde in Zukunft lieber kleine regionale Tofumacher mit besonderen Spezialitäten sehen und unterstützen, bzw. mache das soweit möglich auch jetzt schon, vor allem mit regionalen Herstellern diverser Produkte.
Es ist das Prinzip der Wirtschaft, sich auftuende Märkte zu erschließen, wer Nachfrage kreiert muss sich über ein Angebot nicht wundern.

Was mich allerdings massivst nervt ist das damit einhergehende Greenwashing, sei es bei Nestlé, Unilever oder dem WWF (aktuell wieder eine "spannende" Palmöl-Debatte auf Facebook) und der Versuch sich durch "gesunde pflanzliche Produkte" beim veganen Publikum anzubiedern.

Nein. Ich werde es trotzdem nicht kaufen, AUCH wenn es vegan ist. Andere vermutlich schon, nicht jeder ist neben vegan auch noch konsumkritisch, das ist okay, das macht die Pluralität der veganen Szene aus und das ist doch der Punkt der so wundervoll ist: Vegan kann jeder, vom 80jährigen Esoterikhippie bis hin zum 20jährigen Jurastudenten. Man muss nicht gleich sein, das gleiche denken, das gleiche konsumieren, lesen, den gleichen Kampagnen zustimmen oder immer und überall jeden beklatschen, der ebenfalls die gleiche Grundtendenz hat, was die Ausbeutung von Tieren angeht. Man muss sich noch nichtmal gegenseitig mögen, nur weil man vegan ist, wobei ich natürlich zugebe, dass es einem schon viel leichter fällt.

Belogen werden möchte ich trotzdem nicht. Weder von der Industrie, noch von anderen Bloggern, noch von Organisationen oder Medien.

Informiert euch, zeigt Interesse an dem was dahinter steckt, kümmert euch um das was um euch rum passiert und handelt danach.
Lasst euch nicht in eine Schublade stecken! Macht, was ihr für richtig haltet und messt euch nicht an irgendwelchen künstlich erzeugten Trends. Und lasst euch nicht an der Nase herumführen, nicht jeder der es vorgibt, hat wirklich nur hehre Absichten.


Dienstag, 22. November 2011

I like - Yoga!

Gibt es ein größeres LOHAS-Veganer-Klischee als Yoga?
Immer wieder liest man von sich regional ernährenden Großstädterinnen, die keine Klasse ausfallen lassen, die Kurse an den Unis sind überrannt und ein leichter Eso-Touch schwingt auch mit. Das alles hat mich recht lange davon abgehalten es selbst zu versuchen. Irgendwie strebt man ja doch nach Individualität und sich einem Klischee unterzuordnen ist für mich schwierig.

Trotzdem, ich sage ja immer: man soll nicht über etwas schlecht reden, von dem man keine Ahnung hat. Also habe ich beschlossen mir das doch mal genauer anzuschauen, ein bisschen gegoogelt, es für nicht ganz so abweigig gehalten und mir eine Power Yoga DVD und zwei Yogabücher gekauft. Um ehrlich zu sein: die DVD war ein Flop. Power Yoga wirkte auf mich ein bisschen wie abstruses californisches Aerobic-Rumgehample, völlig außer Atem konnte ich den Anweisungen nicht mal ansatzweise folgen. Stattdessen habe ich ein bisschen in "Yoga - das große Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene" geblättert und war ziemlich schnell hin und weg.


Erste Erfahrungen

In Eigenregie habe ich mich an den ersten Asanas versucht und war immer wieder erstaunt zu bemerken, wie wenig Körpergefühl ich doch habe. Vielleicht sind einige Anleitungen auch zu kryptisch, aber mir wurde ziemlich deutlich bewusst, dass ich verlernt hatte meinen Körper richtig zu koordinieren.
Das fängt an bei einfachen Anweisungen wie: "die Hüfte zieht Richtung Boden" - wie mache ich das, welche Muskeln sind dafür verantwortlich? Mit ein bisschen rumprobieren klappt es dann, aber grazil oder gekonnt sieht anders aus. Von meiner Unbeweglichkeit will ich gar nicht erst anfangen.
Schnell war mir klar: So geht es nicht weiter, da muss professionelle Hilfe her. Also habe ich eine gute Freundin überredet mit mir zwei Yogakurse an der Uni zu besuchen, Ashtanga und Power Yoga. Letzteres eigentlich nur, weil Vinyasa, was wir beide favorisiert hatten zu einem unmöglichen Termin angeboten wurde und Power Yoga Sonntag Abend einfach zeitlich traumhaft passte.
Zwar war ich noch leicht traumatisiert von der DVD aber ich dachte, dass es eigentlich nur besser werden könnte und vermutlich weniger muskulöse Kalifornier ihre bereits vorhandene Kondition zur Schau stellen müssten.






verschiedene Yogastile

Nach ein paar Stunden stand dann für mich das Fazit fest: Auch wenn Power Yoga an der Uni weit weniger schlimm war, als beim selbst nachturnen daheim: Meins wird es nicht. Ich bin viel zu langsam und bevor ich die Position gefunden und ausbalanciert habe, muss ich auch schon wieder in eine andere hineinfinden. So hatte ich mir Yoga nicht vorgestellt. Vielleicht klappt das aber auch besser, wenn man schon yogaerfahrener ist und schneller in die Asanas hineinfindet. Ob ich es nochmal mit Power-Yoga versuche steht in den Sternen.

Ashtanga dagegen fand ich begeisternd. Man hat genug Zeit um in den Asanas zu bleiben, sie richtig auszubalancieren, allerdings ist es trotzdem eine "schnellere" Yogaart, also gerät man zwischenzeitlich wirklich ins Schwitzen und wenn man mal wieder den Kopf Richtung Matte hängen lässt, kommt es durchaus vor, dass man kurz erschrickt, weil irgendetwas monoton klopft. Schweißperlen, die von der Stirn tropfen.
Trotz der Anstrengung und diversen "ich kann nicht mehrs" von meiner Seite - nach der Stunde und der Schlussentspannung fühlt man sich gut. Überhaupt nicht erschöpft oder so, dass man das Bedürfnis hätte sich erstmal auszuruhen, selbst der bei mir sonst obligatorisch während des Sports einsetzende Hunger bleibt aus. Nach dem Duschen ist man sofort fit für neue Taten. Ich habe Ashtanga während meiner Examensvorbereitung nachmittags in einer Lernpause besucht, dafür war es perfekt. Die vom Dauersitzen angespannten Muskel haben sich gelockert, die Gedanken waren weg von den Büchern und nach der Yogastunde war ich wieder motiviert weiterzulernen.

Neuerdings mache ich auch Hatha. Diesmal wieder in Eigenregie. Vor allem auf Youtube finden sich viele Videos von Yogalehrern die dort ganz Stunden anbieten.
Hatha ist ganz anders, viel langsamer. Der Kreislauf kommt zwar auf Touren, aber ich habe immer den Eindruck unter der Belastungsgrenze zu bleiben. Auch kommt es mir so vor, als würden die Übungen anders wirken. Während Hatha arbeite ich, das ist schwer auszudrücken, irgendwie viel mehr mit meinen Muskeln, ich spüre die Dehnungen und Drehungen intensiver, stimme sie mehr ab, während ich bei Ashtanga mehr aus meinem Kreislauf heraus arbeite.

Yoga und Esoterik
Das Thema Esoterik scheint mit Yoga Hand in Hand zu gehen und man liest oft unter Youtube-Videos, dass etwas doch kein echtes Yoga wäre, denn der spirituelle Hintergrund würde fehlen oder nur noch schwer erkennbar sein.
Meine Einstellung dazu: Ich mag keine Esoterik, es fällt mir sehr schwer solche Anwandlungen ernst zu nehmen und ich kann mir manchmal ein Grinsen nicht verkneifen, wenn jemand von Energiefluss und ähnlichem spricht. Die Verknüpfung ist da und man kann sie nicht leugnen, allerdings ist Yoga mittlerweile auch westlich adaptiert und das in verschiedenen Richtungen. Zum einen gibt es noch spirituellere Richtungen, die Yoga dann auch vorzugsweise nackt ausführen, zum anderen aber auch rein auf den Fitness-Aspekt reduzierte Linien, wie eben zB das Power-Yoga.
Für Yoga sprechen aber auch knallharte Fakten. Es gibt eine Menge Studien, die die positive Wirkung von Yoga auf den Organismus belegen (ich weiß, Wikipedia ist eigentlich keine Quelle, aber da ist das trotzdem mwN schön zusammengefasst). Wer, wie ich, nicht an kosmische Energien glaubt, findet auch ähnlich eingestellte Yogalehrer, vielleicht sollte man aber um bestimmte Yogaschulen einen kleinen bis größeren Bogen machen.
Mir ist es auch schlicht egal, ob ich den "achtgliedrigen Pfad" beschreite. Manches (zB Gewaltlosigkeit) versuche ich sowieso aus Überzeugung zu leben, anderes, wie zB die Meditationsübungen "brauche" ich für mich nicht.

Fazit

Yoga werde ich definitiv treu bleiben. Ich finde es weit weniger monoton als zB laufen zu gehen oder auch Step-Aerobic. Ich würde auch behaupten, dass ich ein neues Körpergefühl entwickelt habe - ganz unestoterisch- ich fühle mich weniger grobmotorisch als vorher, habe den Eindruck, dass ich meinen Körper "gezielter" einsetzen kann.
Was die Asanas angeht hapert es bei mir noch an vielen Stellen: Rückbeugen zB fallen mir sehr schwer und bis ich mich an die ersten Kopfstandversuche wage, werden noch diverse Monate vergehen. Glücklicher bin ich durch Yoga nicht geworden, auch nicht zufriedener, aber es ist gut zu wissen, dass, wenn man mal nicht schlafen kann eine kurze Yogaserie meistens Abhilfe schafft.
Die Erfolge die ich sehe sind für andere vielleicht minimal: Ich bin schon lange sehr unbeweglich, war auch schon als Kind eher die Leichtathletin als eine Turnerin. Umso mehr hat es mich erstaunt, dass ich nach wenigen Wochen in der Lage war, im Stehen meine Handflächen auf dem Boden zu platzieren und meine Rückenschmerzen sich merklich gebessert haben. Auch habe ich den Eindruck, dass meine ganze Haltung sich zum Positiven verändert hat. Und ja - trotz der Tatsache, dass ich keine Muskeln sehe, habe ich den Eindruck, dass ich insgesamt kräftiger geworden bin.
Ich mag an Yoga das einfache - die Ruhe, die Konzentration, da ist irgendwann nichts mehr außer dir, deiner Matte und deinem Atem. Und nicht in Konkurrenz zu anderen zu treten. Du machst dein Ding, für dich und bist nur dir selbst verantwortlich. Das gefällt mir. Teamdenken und das damit oft einhergehende Verabscheuen der Fremdmanschaft haben mich immer abgestoßen.

Wie geht es weiter?

Vielleicht versuche ich noch ein paar andere Yogastile. ich will gar nicht ausschließen, dass es einen gibt, der noch optimaler für mich ist, oder der mir mehr Spaß macht - außerdem probiere ich gerne neue Sachen aus.
Ich ertappe mich manchmal dabei, wie ich in Gedanken versunken meinen Körper nach einem Asana ausrichte, das freut mich, denn bisher war jegliche Art von Bewegung eher eine Notwendigkeit und auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt (vom Snowboarden mal abgesehen, aber wo kann man schon trocken Snoeboard fahren).
Ich werde nie jemand werden, der es zu Yogahöchstleistungen bringt, aber ich werde mich stetig verbessern und hoffe, dass ich den Spaß daran so schnell nicht verliere.

Hast du Erfahrungen mit Yoga gemacht?

Sonntag, 13. November 2011

Nach dem MoFo ist vor dem MoFo


Viele deutsche Blogs haben ja leider nicht mitgemacht, trotzdem war der MoFo wirklich spaßig, also zumindest ich bin ganz auf meine Kosten gekommen, habe viele neue Blogs entdeckt und auch viel gekocht was ich sonst nicht gemacht hätte, dazu kommt noch, dass ich so viele Rezepte gebookmarked habe, dass ich bis zum nächsten MoFo beschäftigt sein werde.

Was mich aber besonders freut - und deswegen dieser Eintrag - der MoFo geht im kleinen Stil weiter und mit ihm auch eines meiner Lieblingsfeatures: die Iron Chef Challenge.
Für alle die das zum ersten Mal hören hier die Kurzzusammenfassung:
Es geht darum neue innovative Sachen auf den Tisch zu bringen, es gibt keine Gewinner und keine Verlierer, jeder kann mitmachen, auch unabhängig von einer MoFo-Teilnahme.
Während des MoFo hat die Chellenge wöchentlich stattgefunden, am Novembergibt es nur eine Aufgabe pro Monat zu bewältigen, aber die Regeln bleiben die selben: Freitag wird eine Zutat (oder mehrere) gepostet, diese muss in dem Gericht enthalten sein. Bis Sonntag kann man seine Rezepte bloggen und dann per Kommentar oder Pingback einreichen. Dann werden alle Einträge auf dem MoFo-Blog als Post zusammengefasst.
Wie gesagt, gewinnen kann man zwar nichts, aber es macht wirklich Spaß.

Ich habe eben meinen ersten Post-MoFo-Challenge-Beitrag fertiggestellt:



Panierte nussige Tofubällchen im Pizzateigmantel mit nussig panierten Auberginenscheibchen an Walnuss-Petersiliencremesauce


Und ich würde mich wirklich freuen, wenn die nächsten Male ein paar bekannte Gesichter oder Nicks da mitmachen würden. Die deutsche Blogosphäre hat so viele begeisternde Veganköche, ich finde die könnten da gut mal mitmachen. Immerhin ist es ja auch ein bisschen Promotion für den eigenen Blog und eine kleine Küchenherausforderung schadet ja niemandem, oder?

Samstag, 12. November 2011

St. Martins-Tag - Nicht Ganz ohne Gans

A short English version may be found on my English blog

Gestern war St. Martinstag, einer der Lieblingstage von Kindern, immerhin ziehen sie da gerne mit Laternen durch die Gegend. Ich erinnere mich jedenfalls noch daran, dass mir das als Kindergartenkind einen Heidenspaß bereitet hat. Und auch wenn sich meine Religiosität mit den Jahren verabschiedet hat und ich mich vermehrt frage, weswegen man auch mehrere hundert Jahre später noch feiern muss, dass jemand einen halben Mantel verschenkt hat, so komme ich doch nicht umhin zumindest die daraus entstandenen Traditionen ein kleines bisschen liebgewonnen zu haben.
Nicht unbedingt die Gans - ich glaube die mochte ich nichtmal als Fleischesser wirklich (nicht dass ich mich ernsthaft dran erinnern würde, aber ich erinnere mich auch nicht daran, dass ich mich dadrauf gefreut hätte), aber meine Mutter hat für uns Kinder jedes Jahr eine Martinsfeier organisiert (auch weil mein Bruder so getauft wurde), zu der wir unsere Freunde eingeladen haben und Kinderpunsch tranken und haufenweise Lebkuchen und Weihnachtssüßkram mampften. Zudem durfte jeder seinen eigenen Weckmann verzieren, eigentlich eine ganz schöne Tradition und auf die Feiern blicke ich gerne zurück.
Also kam ich nicht umhin dieses Jahr meine Nachbarin einzuladen um ein bisschen in der Küche spielen zu dürfen.
Sorry für die schlechte Fotoqualität - es war schon dunkel und meine Zwergkamera kapituliert vor den Lichtverhältnissen.





1. Gang: Kürbiscremesuppe

Eigentlich eine ganz gewöhnliche Kürbis-Curry-Kokos-Suppe, zubereitet aus einer großen Kartoffel, dem inneren von 2 Kürbissen, Suppengrün, Salz, etwas Sojasauce, "Maharadja Curry" (hat meine Mutter aus Indien mitgebracht), etwas frisch geriebenem Ingwer, einer Zwiebel; am Schluss kam noch eine Haube aus Kokoscreme und Petersilie dazu

Im Hintergrund: Glühpunsch (Fruchtpunsch mit Rotwein 1:1, darin eine Orangenschale, Zimtstange und Anissterne)






2. Gang: Portulaksalat mit kandierten Feigen, Walnüssen und Senfdressing




was man für zwei Portionen braucht:
2 Hände Portulak
ein paar Walnusskerne
2 Feigen
Portwein
Zucker
Senfdressing:
1EL Senf (mittelscharf)
2EL Zitronensaft
1/2EL Agavendicksaft
6EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

so wirds gemacht:


Portulak putzen und anrichten, Dressing darüber geben, die Walnüsse ohne Öl in der Pfanne rösten (vorsichtig!), dann die Feigen kurz anrösten, Zucker darauf streuen und ein paar mal wenden, mit Portwein ablöschen und einreduzieren, noch warm auf den Salat geben

kurzer Hinweis:
Portulak schmeckt ähnlich wie Brunnenkresse, sehr lecker als Salat und ist laut der Demeterfrau am Marktstand sehr vitalstoffreich






3. Gang: Martiniseitansbraten mit Maronenfüllung, Apfelrotkraut und Knödeln




so wirds gemacht: 

Seitansbraten aus einem Kilo Mehl auswaschen, mehrere Stunden dämpfen (dabei einen kleinen Gegenstand einbauen, so dass ein Hohlraum im Inneren entsteht)

Maronenfüllung:
200g Maronen, geröstet und gehackt
1/2 Boskop, gehackt
1/2 Zwiebel, gehackt

1 Zehe Knoblauch, gehackt
2 dünne Scheiben Mandel-Nuss-Tofu (anderer Tofu müsste auch klappen), gehackt
1 Scheibe Toast, zerbröselt
etwas Pflanzensahne (Mandelsahne)
Salz, Pfeffer, Beifuß

1.
Maronen rösten, nicht vergessen die Schalen einzuschneiden (eine verirrte traf den Wassernapf meiner Katze, welcher in tausend Teile zersprang...)

2.
Füllung vorbereiten, mit Pflanzensahne ablöschen und in den Seitansbraten stopfen

Seitansbraten: 

Braten gut mit Fett bestreichen, die übrig gebliebene Füllung daneben geben, etwas Wasser hinzufüllen und ca. 15 min bei 200° backen, dann Rotwein und/oder Port darüberschütten und nochmal 15 Minuten weiterbacken, eventuell wiederholen

In der Zwischenzeit Kartoffelknödel mit gerösteten Brotwürfeln als Füllung (meine sind leider zerfallen weswegen ich auf Fertigsemmelkmödel ausweichen musste) zubereiten und Apfelrotkraut braten (auch hier eignen sich wieder Boskop hervorragend)



4. Gang: St. Martinsgebäck




Marzipanstollen, Weckmann, Gans und Martinibrezel, alles aus süßem Hefeteig, Martin und Ganz verziert mit Zitronat und Mandeln, Martinibrezel mit Kandiszucker (hatte keinen Hagelzucker im Haus)




halber Martin - ganz traditionell zerteilt

Montag, 31. Oktober 2011

The End of Vegan MoFo 2011


So this is my last MoFo post for 2011.

I want to thank you all for doing such a great job, I bookmarked so many gorgeous recipes (and I will comment them as soon as I tried them myself), added so many creative new blogs to my feed reader and found so many inspiring ideas. Gosh. I will be busy 'til next year's MoFo, I think. There were so many brilliant recipes out there and I will still rework some of your MoFo posts to make sure I did not miss anything.
I had so much fun doing this MoFo and I want to thank all my friends and family that told me about their regional traditions and specialties.
Thank you so much for allowing me to use your recipes and for helping me to realize my MoFo theme!

To all readers: Thank you so much for reading, commenting and sharing my recipes. I was so glad some of you liked my mofoing. I just realized that I made it 4 times to the daily round up which fills me with proud. I have no words for the gratitude I feel.

I mentioned I would love to host a German Christmas traditions string in English, if there is anyone interested in reading? Otherwise this blog will switch back to usual German again.

Now the announcement some (12  "contestants") were waiting for:
The winners of my Advent Calendar Giveaway are: *drumroll*


Pfeffi
Jeni Treehugger
Amey



Thank you all for playing plus your super sweet comments, I would love to send one to all of you but sorrily I am not exactly rich. I will contact the winners within the next hours/days.

Now let's have a short look at my MoFo dishes. I hope you enjoyed my Germany theme.

I wave "goodbye", see you all next year!





 



One last Yeast!

Dresden
Hi MoFies!

That's it. My last recipe for this year's MoFo. I know all you Americans will be busy hosting Thanksgiving next month. As German Thanksgiving ("Erntedankfest") is long gone (plus we do not really party that) our next holiday will be St. Martin's Day (for the Christians and those with little children) and Nikolaus' Day in December. But there is only one big holiday coming up: Christmas.
There's one thing that's most typical for German Christmas: Stollen cake. It's origin is Dresden and you may find the story on Wikipedia. I was shocked to find that these are usually not even vegetarian (most of them are, but the original recipe requires lard), but my version is vegan, I promise. If you are interested in the original Dresden Stollen recipe take a look at German Wikipedia (I guess Google translator will work for that).
I will give you my mother's recipe plus the changes I made (because I hate some of the required ingredients...). 

I start my Christmas preps usually in the middle of November but because of MoFo I made an exception and made my very first stollen cake yesterday. It turned out really fine, even though it is meant to infuse for several days, but I had to offer you some pics (it's not that I wanted to give it a try, neeeeeever).

I had so many hits from the US (and elsewhere English speaking) that I might be tempted to offer my Christmas prep posts in English as well, because I really love Christmas preps and would be glad to share it with everyone else. And it helps me to refresh my English I haven't been speaking for about 6 years now and I realize even though my passive vocab is still quite good my active speaking and writing abilities really decreased.
Please comment if you're interested, otherwise I'd just switch back to usual German posting.



Stollen Cake

what you need: (10 small = 4 large/usual)

dough:
1kg wheat flour (550)
250ml plant milk 
150g sugar
300g buttery marge
2 soy eggs
2 blocks of yeast (~90g)
2tbsp gingerbread condiment
a pinch of salt


100g candied orange peel (1 used ~20g as I don't like it that much)
100g candied lemon peel (again only ~20g)
250g raisins (I used fresh cranberries instead), pickled in rum
150g chopped almonds
optional:
dried fruits
marzipan
grated poppy seeds (mixed with a few tbsp plant cream)




1.
prepare dough, allow to rise for at least 1h.

2. 
add almonds, dried fruits (optional), raisins; 
then form stollen cakes: 










filled with marzipan and poppy seeds, roll in the end (start with smaller side!)

3.
allow stollen to rise for 10 more minutes (important: not longer!), preheat oven to 170° (important, too)

4.
bake for ~25-30min (small ones, large ones require ~45min)

5.
remove from the oven, grease with warm marge sprinkle with icing sugar and wrap into aluminium foil;
allow to infuse for a few days, then unwrap and spread a thick layer of icing sugar over it.




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Hallo ihr,

das ist mein letztes MoFo-Rezept und deswegen gibts gleich mein erstes Weihnachtsrezept: Stollen.
Ich habe mit Entsetzen festgestellt, dass der normale Stollen nichtmal vegetarisch ist (bin ich froh, dass ich Rosinen so sehr hasse, dass ich immer die Zutatenliste gelesen habe und die rosinenfreien alle vegetarisch sind).
Deswegen gibts auch keinen Stollen nach original Dresdner Rezept, das allerdings findet sich bei Wikipedia, für den Fall, dass jemand das Original veganisieren möchte.
Stattdessen gibts das Stollenrezept meiner Mutter mit ein paar rosinenverachtenden Änderungsvorschlägen.


Weihnachtsstollen

das braucht man: (10 kleine = 4 normalgroße)

Teig:
1kg Weizenmehl (550)
250ml Pflanzenmilch
150g Zucker
300g buttrige Margarine
2 Sojaeier
2 Hefewürfel (~90g)
2TL Lebkuchengewürz
eine Prise Salz


100g Orangeat (ich mag das nicht so sonderlich, deswegen habe ich nur 20g verwendet)
100g Zitronat (auch hier nur 20g)
250g Rosinen (ich habe stattdessen frische Cranberries verwendet), in Rum eingelegt
150g gehackte Mandeln
optional:
Trockenfrüchte
Marzipan
gemahlener Mohn (mit ein paar EL Pflanzensahne angerührt)


1.
Teig zubereiten, mindestens 1h gehen lassen

2.
Mandeln. getrocknete Früchte (optional), Rosinen hinzugeben;
dann wie oben abgebildet Stollen formen (ausrollen, füllen, einrollen)

3.
Stollen 10min angehen lassen (wichtig: nicht länger!) und Ofen auf 170° vorheizen (wichtig!)

4. 
 ~25-30min backen (die kleinen, die großen brauchen ~45min) 

5. 
aus dem Ofen nehmen, mit warmer Margarine bestreichen, mit Puderzucker bestäuben und in eine Alufolie wickeln; ein paar Tage durchziehen lassen, dann auswickeln und mit einer dicken Schickt Puderzucker bestäuben. 

Sonntag, 30. Oktober 2011

Let's Yeast Again!



Westphalia





Hi MoFoers!

You might already have realized that German kitchen uses loads of yeast and here comes another yeast pastry recipe:

I don't know whether all Christians act the same, but on Good Friday eating meat is traditionally forbidden (in fact there are no legal laws that say so, but even some non religious people I know keep the tradition). Over here in Bavaria most people eat fish instead, but a friend of mine told me about a very special tradition in Westphalia.
Only on Good Friday they make one special dish "Struwen". It doesn't contain meat or eggs (as eggs are forbidden during fasting period, too, but I heard some religious people use eggs) and is best to decribe as some kind of a yeast pancake.
Usually it contains raisins but I hate (hate, hate, hate!) raisins, so I used cranberries instead. Still this is very good, maybe even better! Maybe I'd try and use apple pieces instead of cranberries next time.



Struwen - Westphalian Yeast Pastry




what you need:

250g wheat flour
150m plant milk (maybe some more, depends on the milk used)
20g yeast
1 1/2tbsp sugar
cranberries (usually: raisins)
a pinch of salt


how to:

1.
prepare dough (everything except the cranberries), it should become a plain and firm yeast dough, allow it to rise for at least 1h

2.
add berries, form small "cookies" and fry in a pan

3.
garnish with icing sugar or cinnamon sugar





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Huhu,

ich weiß nicht wie das da ist wo ihr wohnt, aber Karfreitags wird traditionell kein Fleisch gegessen, nicht dass mich das irgendwie stören würde oder so...

Hier in Bayern isst man stattdessen meistens Fisch, eine Freundin aus NRW hat mir aber erzählt, dass es bei ihnen ein spezielles "Karfreitagsgericht" gibt: Struwen.
Aus Fastengründen enthält es weder Eier noch Fleisch (wobei das mit den Eiern scheinbar nicht so sonderlich strikt gehandhabt wird) und es ist eine Art Hefepfannkuchen (Pfannkuchen im berliner und nichtberliner Sinn).
Üblich ist es, das mit Rosinen zuzubereiten, aber ich hasse Rosinen, also habe ich stattdessen Cranberries genommen.
Beim nächsten Mal würde ich vielleicht stattdessen Apfelstückchen probieren, aber diese hier sind trotzdem hervorragend, vor allem wenn man den sauren Kontrast der Cranberries mag.



Struwen - Westfälisches Karfreitagsgebäck

das braucht man:

250g Weizenmehl
150m Pflanzenmilch (evtl mehr, kommt darauf an welche man nutzt)
20g Hefe
1 1/2TL Zucker
Cranberries (normal: Rosinen)
eine Prise Salz


so wirds gemacht:

1.
Teig zubereiten (alles außer der Cranberries), der Teig soll glatt und fest werden, mind. 1h gehen lassen

2.
Beeren hinzugeben, aus dem Teig kleine "Kekse" formen und in einer Pfanne ausbacken

3.
mit Puderzucker oder Zimtzucker bestreuen