Freitag, 16. September 2011

Wieso, weshalb, warum?

Moral, Ethik, egal in welchem Kontext (ich verwende die Begrifflichkeiten jetzt bewusst im alltagssprachlichen Sinne), jeder hat seine speziellen Vorstellungen dazu.

Das fängt an bei zwischenmenschlichen Problemchen und ausgewachsenen Katastrophen, geht weiter über verschiedene Ansätze zur Reformation des Wirtschaftssystems bis hin zum Thema Umwelt. Meinungen dazu gibt es viele, auch viele hilflose Versuche sich gegen ungeliebte und untragbare Entwicklungen zu stemmen. Mein Versuch mein Leben zu gestalten ist ein solcher.

Ich gehöre wohl soziologisch zu der Gruppe der LOHAS, daher auch die Blog-URL. Eigentlich ordne ich mich nicht gerne irgendwelchen Subkulturen unter, aber es macht dem Leser die Sache doch ungleich leichter zu wissen wo man mich verorten kann, denn im Endeffekt ist das schon ganz richtig so, ich gehöre zu denjenigen, die versuchen ihren Lebensstil den Prämissen der Gesundheit und Nachhaltigkeit anzupassen (wobei die Nachhaltigkeit eine ungleich größere Rolle spielt). Eigentlich, so würde ich es bezeichnen, bin ich Handlungsethikerin. Ich tue das, was ich nicht für falsch halte.


Das klingt unspektakulär, bei vielen löst meine vermeintliche "Selbstkasteiung" auch eher Kopfschütteln als ernsthaftes Interesse aus und ich muss tatsächlich sagen, dass nur weil ich oft den Eindruck habe mich nicht einzuschränken, weil ich Sachen einfach nicht will, das nach außen nicht vermittelbar ist.
Wäre es also Zeit endgültig meine Labels zu benennen: Ich lebe vegan, ich kaufe fair trade und bio, habe kein Auto; ich informiere mich permanent über dazugehörige Themen, versuche meinen Mitmenschen damit aber nicht zu sehr auf die Nerven zu gehen.
Und hier kommt also die Notwendigkeit des Blogs ins Spiel: Ich gebe es zu, ich will mich mitteilen! Nicht weil ich überzeugen will, es ist einfach ein tiefer Drang, auch eine Art Korrektiv. Viele Dinge klingen mitunter gar nicht mehr so logisch, wenn sie mal den abgetrennten Raum des Oberstübchens verlassen haben, vieles kann und möchte ich aber auch mit den Menschen, die da gar keinen Sinn für haben nicht diskutieren. Ich habe mir nicht vorgenommen i aller Konsequenz die Welt zu retten dafür bin ich zu sehr Realistin, ich möchte lediglich dafür sorgen, dass diejenigen Dinge, die ich für wichtig und richtig erachte nicht zu kurz kommen, dass wenigstens meine ethischen Mindeststandards von mir selbst eingehalten werden, einen Plan für die Errettung habe ich nämlich nicht anzubieten.
Und dies soll eines der großen Themen werden: Die Machbarkeit.

Aber auch andere Dinge sollen nicht zu kurz kommen: Ich möchte einmal monatlich einen Post über diejenigen Artikel veröffentlichen, die mich besonders begeistert haben, ab und zu gibts vielleicht auch ein bisschen food & fotos (schlechte, ich kann weder fotografieren noch würde meine Kamera da was rausreißen, dafür sind die Rezepte dann umso schmackhafter, versprochen) und ich schreibe gerne allgemeine Betrachtungen über das Leben als irgendwie selbst gewählter Außenseiter, über Berichte, die mich schockiert haben und solche, die mich begeistern. Von alltäglichen Anekdoten bis hin zur Fernsehdiskussionsrundenrezension verspreche ich kein Thema auszulassen.

Meinen alten Blog, wer wissen möchte welchen darf mich fragen, musste ich leider aufgrund von akutem Zeitmangel zugunsten meines Studiums und anderer Projekte längerfristig verweisen lassen und habe ihn schließlich deaktiviert und damit eher unabsichtlich auch gelöscht, da ich ihn auch nicht als unmoderierte Karteileiche in den Weiten des Internets stehen lassen wollte. Ein halbes Jahr später und mit ein bisschen mehr Freizeit, bereue ich die Entscheidung aber doch sehr, da mir der Austausch mit der veganen Szene, aber auch mit kritischen Außenstehenden fehlt. An dem Punkt anzuknüpfen, an dem ich aufgehört habe ist mir aber trotzdem nicht mehr möglich wieder einzusteigen, auch weil sich der Blog nicht mehr rekonstuieren lässt. Mangels Back-Up kann ich leider auch nicht mehr die wirklich interessanten Artikel in denen viel Arbeit gesteckt hat wiederher- und damit einstellen.
Wirklich ärgerlich, da ich die Wiederherstellungsfrist lediglich um ein paar Tage verpasst habe und weil 2 Jahre blogging damit weg sind. 

1 Kommentar:

  1. Ich liebe deinen Blog jetzt schon. :-) Ich denke unsere Handlungsmaximen sind ähnlich. ^^

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