Samstag, 12. November 2011

St. Martins-Tag - Nicht Ganz ohne Gans

A short English version may be found on my English blog

Gestern war St. Martinstag, einer der Lieblingstage von Kindern, immerhin ziehen sie da gerne mit Laternen durch die Gegend. Ich erinnere mich jedenfalls noch daran, dass mir das als Kindergartenkind einen Heidenspaß bereitet hat. Und auch wenn sich meine Religiosität mit den Jahren verabschiedet hat und ich mich vermehrt frage, weswegen man auch mehrere hundert Jahre später noch feiern muss, dass jemand einen halben Mantel verschenkt hat, so komme ich doch nicht umhin zumindest die daraus entstandenen Traditionen ein kleines bisschen liebgewonnen zu haben.
Nicht unbedingt die Gans - ich glaube die mochte ich nichtmal als Fleischesser wirklich (nicht dass ich mich ernsthaft dran erinnern würde, aber ich erinnere mich auch nicht daran, dass ich mich dadrauf gefreut hätte), aber meine Mutter hat für uns Kinder jedes Jahr eine Martinsfeier organisiert (auch weil mein Bruder so getauft wurde), zu der wir unsere Freunde eingeladen haben und Kinderpunsch tranken und haufenweise Lebkuchen und Weihnachtssüßkram mampften. Zudem durfte jeder seinen eigenen Weckmann verzieren, eigentlich eine ganz schöne Tradition und auf die Feiern blicke ich gerne zurück.
Also kam ich nicht umhin dieses Jahr meine Nachbarin einzuladen um ein bisschen in der Küche spielen zu dürfen.
Sorry für die schlechte Fotoqualität - es war schon dunkel und meine Zwergkamera kapituliert vor den Lichtverhältnissen.





1. Gang: Kürbiscremesuppe

Eigentlich eine ganz gewöhnliche Kürbis-Curry-Kokos-Suppe, zubereitet aus einer großen Kartoffel, dem inneren von 2 Kürbissen, Suppengrün, Salz, etwas Sojasauce, "Maharadja Curry" (hat meine Mutter aus Indien mitgebracht), etwas frisch geriebenem Ingwer, einer Zwiebel; am Schluss kam noch eine Haube aus Kokoscreme und Petersilie dazu

Im Hintergrund: Glühpunsch (Fruchtpunsch mit Rotwein 1:1, darin eine Orangenschale, Zimtstange und Anissterne)






2. Gang: Portulaksalat mit kandierten Feigen, Walnüssen und Senfdressing




was man für zwei Portionen braucht:
2 Hände Portulak
ein paar Walnusskerne
2 Feigen
Portwein
Zucker
Senfdressing:
1EL Senf (mittelscharf)
2EL Zitronensaft
1/2EL Agavendicksaft
6EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

so wirds gemacht:


Portulak putzen und anrichten, Dressing darüber geben, die Walnüsse ohne Öl in der Pfanne rösten (vorsichtig!), dann die Feigen kurz anrösten, Zucker darauf streuen und ein paar mal wenden, mit Portwein ablöschen und einreduzieren, noch warm auf den Salat geben

kurzer Hinweis:
Portulak schmeckt ähnlich wie Brunnenkresse, sehr lecker als Salat und ist laut der Demeterfrau am Marktstand sehr vitalstoffreich






3. Gang: Martiniseitansbraten mit Maronenfüllung, Apfelrotkraut und Knödeln




so wirds gemacht: 

Seitansbraten aus einem Kilo Mehl auswaschen, mehrere Stunden dämpfen (dabei einen kleinen Gegenstand einbauen, so dass ein Hohlraum im Inneren entsteht)

Maronenfüllung:
200g Maronen, geröstet und gehackt
1/2 Boskop, gehackt
1/2 Zwiebel, gehackt

1 Zehe Knoblauch, gehackt
2 dünne Scheiben Mandel-Nuss-Tofu (anderer Tofu müsste auch klappen), gehackt
1 Scheibe Toast, zerbröselt
etwas Pflanzensahne (Mandelsahne)
Salz, Pfeffer, Beifuß

1.
Maronen rösten, nicht vergessen die Schalen einzuschneiden (eine verirrte traf den Wassernapf meiner Katze, welcher in tausend Teile zersprang...)

2.
Füllung vorbereiten, mit Pflanzensahne ablöschen und in den Seitansbraten stopfen

Seitansbraten: 

Braten gut mit Fett bestreichen, die übrig gebliebene Füllung daneben geben, etwas Wasser hinzufüllen und ca. 15 min bei 200° backen, dann Rotwein und/oder Port darüberschütten und nochmal 15 Minuten weiterbacken, eventuell wiederholen

In der Zwischenzeit Kartoffelknödel mit gerösteten Brotwürfeln als Füllung (meine sind leider zerfallen weswegen ich auf Fertigsemmelkmödel ausweichen musste) zubereiten und Apfelrotkraut braten (auch hier eignen sich wieder Boskop hervorragend)



4. Gang: St. Martinsgebäck




Marzipanstollen, Weckmann, Gans und Martinibrezel, alles aus süßem Hefeteig, Martin und Ganz verziert mit Zitronat und Mandeln, Martinibrezel mit Kandiszucker (hatte keinen Hagelzucker im Haus)




halber Martin - ganz traditionell zerteilt

Kommentare:

  1. die fotos sind aber trotz der lichtverhältnisse noch immer gut! ich glaub, daß du mit der kompakten sogar noch einen vorteil gegenüber der spiegelreflex hast!

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  2. naja, das war aber auch ein ewiges hin und hergerenne, ausgerichte und so weiter um dann im Endeffekt doch noch zu dunkle Fotos rauszubekommen, aber ne Lichtbox für ne Kompakte rentiert sich halt so gar nicht und ne Spiegelreflex ist zwar in Planung aber, naja, wie das Studentenleben so spielt eben... Ich hab ne analoge Spiegelreflex XD damit Fotos vom Essen zu machen erfordert aber leider verdammt viel Planungsaufwand

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