Sonntag, 18. Dezember 2011

Käsespätzle


Eines der Gerichte die ich als Vegetarierin irgendwann nicht mehr sehen konnte waren Käsespätzle,
denn die gibt es in jedem Restaurant als "vegetarische Schmankerl" als eine der drei üblichen Wahlmöglichkeiten.
Inwieweit Käsespätzle überhaupt vegetarisch sind, darüber lässt sich vermutlich trefflichst streiten, streng genommen dürften die meisten im Restaurant den Begriff nicht ganz ausfüllen.
 Tatsache ist aber, dass ich seit ein paar Tagen im Kopf hatte endlich mal meine eigene Version zu machen, vegan natürlich. Meine Kasspatzn-Abstinenzlerzeit ist mittlerweile soweit fortgeschritten, dass ich sie doch ganz gerne mal wieder essen wollte. Wobei ich es eigentlich noch immer schade finde, dass die Unkreativität deutscher Gasthäuser einem ein eigentlich gutes Gericht so nachhaltig versauen kann.

Hier taucht zunächst ein massives Problem auf: Wie der Name ja nun schon unmissverständlich nahelegt ist da eigentlich Käse dran und um ehrlich zu sein halte ich von den meisten Käsealternativen wenig bis gar nichts.
Ich habe das meiste tatsächlich durch (bis auf die "igitt, schmeckt wie Plastik, ein Stern Berwertung"-Produkte, die ich mir dann gespart habe) und finde es schlecht bis gar nicht genießbar.

Einzige mehr oder weniger gute Ausnahme bisher: Das Fondue von No Muh, sowie deren "Rezent"-Käse und der Kräuter-Knoblauch von Cheezly (wobei letzterer nicht wie Käse schmeckt, dafür aber gut). Vorteil am No Muh Käs: Die ganze Linie ist palmölfrei.

Langer Rede kurzer Sinn: Nachdem das Fondue nun endlich wieder erhältlich ist und Freitag meine Bestellung postalisch eintrudelte stand meinem Käsespätzleplan nichts mehr im Weg!

Die Spätzle sind nach meinem seltzusammengeschusterten Rezept (habe schon ein paar Versuche hinter mir...) mittlerweile ziemlich gut, allerdings sind das, mangels vorzeigbarer Schabtechnik auch Knöpfle, die kriegt man mit einer Minimalstküchenausstattung wie meiner hervorragend hin.
Fehler: Zusätzlich den Rezent-Käse darüberreiben- schmeckt nicht.
Gut: Das Fondue als Käsesauce verwenden, erinnert geschmacklich an kräftige Bergkäsearten
Noch besser: Selbstgebastelte Röstzwiebeln: Ein Traum!
Am allerbesten: Inklusive Vorbereitungen und Wartezeit hat man ein fertiges Essen innerhalb von einer halben Stunde auf dem Tisch stehen.


Rezept: 

Röstzwiebeln:
1 mittelgroße Zwiebel, in feinen Ringen
ein paar EL Mehl
Salz

Zwiebelteile, Salz und Mehl in einen Gefrierbeutel geben, gut durchschütteln so dass die Zwiebeln mit dem Mehl bedeckt sind.
In einer großen Pfanne in reichlich Pflanzenöl goldbraun und knusprig ausbacken, dabei immer wieder wenden.
Anschließend auf ein Küchentuch geben, Pfanne nicht ausspülen, lediglich das überschüssige Fett abnehmen.


Spätzle: (2 Personen)

100g Mehl (550)
50g feiner Maisgrieß
ca. 200ml Wasser
1 EL Speisestärke
frisch gemahlene Muskatnuss
1/2 TL Salz
1/2 TL Kurkuma
1-2 Fäden Safran, gemahlen


aus den obigen Zutaten einen Teig herstellen, dieser sollte relativ flüssig sein (in etwa wie Pfannkuchenteig), ca 10 Minuten zur Seite stellen, damit sich der Grieß vollsaugen kann, der Teig sollte nun etwas dicker geworden sein
einen großen Topf mit gesalzenem Wasser aufkochen, eine grobe Küchenreibe nehmen und mit einem Kuchenschaber portionsweise Teig durchdrücken; je nach Schnelligkeit sollten zwischenzeitlich fertige Spätzle (schwimmen an der Oberfläche) mit dem Schaumlöffel abgenommen werden; immer wieder kontrollieren, dass sich unter dem Sieb im Topf kein "Spätzleklumpen" bildet
Fertige Spätzle mit kaltem Wasser abschrecken


Nun in der zuvor verwendeten Pfanne zusammen mit den Zwiebeln kurz anbraten, Käsesauce darübergeben, warten bis sie fest wird, dann salzen und pfeffern und mit frischer Petersilie überstreuen. 

1 Kommentar:

  1. Hi Cara!

    Ein tolles Rezept, gefällt uns wirklich super! Da wir gerade überlegen, ein Kochbuch mit den besten veganen Rezepten aus so tollen Blogs wie deinem herauszubringen, würden wir dein Käsespätzle-Rezept gerne mit aufnehmen! Das Buch wollen wir dann als kostenfreies e-book der Community bereitstellen, aber auch eine gedruckte Version ist geplant.

    Wir sind auf dem Gebiet nicht unerfahren und erstellen gerade bereits einen veganen Restaurantguide mit Rezepten, der bald in Druck geht. Eventuelle Überschüsse aus den späteren Verkäufen werden für einen guten Zweck gespendet! Das ganze ist Teil unseres Projekts „vekoop“, das wir gerade auf die Beine stellen. Es handelt sich hier um einen veganen Social-Commerce-Shop, bei dem jeder mitentscheiden kann und soll! Wir freuen uns natürlich, wenn du mal einen Blick riskieren würdest und hoffen, dass wir dein Rezept für unser Buch mitverwenden dürfen! Melde dich doch einfach über die verlinkte Seite oder unsere Mailadresse (zu finden auf unserer Seite) bei uns. Falls du lieber ein anderes deiner Rezepte beisteuern wolltest, ginge das übrigens selbstverständlich auch!

    Danke - und viele Grüße aus Oldenburg!
    Sebastian und Timo

    PS: Bei Interesse gibt es hier noch ein paar Infos zu unserem Projekt.

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