Dienstag, 27. September 2011

Wangari Maathai ist tot

Eine bewundernswerte Frau, Friedensnobelpreisträgerin von 2004, unermüdliche Kämpferin für Umweltschutz, Demokratie und Frauenrechte ist tot. Wangari Maathai, Kenias "Mutter der Bäume", man möchte sie "Mutter der kenianischen Umweltbewegung" nennen, erlag dem Krebs.

Ein trauriger Anlass um auf ihr Wirken aufmerksam zu machen, aber dennoch umso wichtiger sich an die großartigen Leistungen, an ihre Widerstandskraft, ihre Sturheit, ihren Idealismus zu erinnern.

Montag, 26. September 2011

Zweieinhalb Gedanken- Labelling

Ich habe schon mit der Blogadresse ziemlich deutlich Stellung bezogen in welche Schublade man mich stopfen kann und das, obwohl ich eigentlich zu den Leuten gehöre, die gerne individuell betrachtet werden wollen. Ich mag es nicht mit anderen über einen Kamm geschoren zu werden, trotzdem bin ich dazu übergegangen mich selbst zu kategorisieren um es meinem Gegenüber leichter zu machen. Irgendwie stört mich das auch nicht mehr, was mich mehr ärgert ist, wenn man nur noch als "die Veganerin", "die, die immer ein Buch dabei hat" oder "die, die Yoga macht" gesehen wird. Klar mache ich das alles, klar habe ich auch Meinungen, vertrete Ansichten, ich mag es nicht auf einen Aspekt heruntergebrochen zu werden.
So ist es auch mit der LOHAS-Sache. Ich ordne mich da gerne selbst ein, weil ich zugeben muss der soziologischen Definition zu entsprechen. Allerdings bin ich da hineingewachsen, ich war schon so bevor das Wort aufkam, bevor im Jahr 2000 der Begriff geprägt wurde- aber das gilt ja nicht nur für mich. Alle anderen die das genauso betrieben haben wurden da zusammengefasst. Dass sich da ein Yuppie-Lifestyle dranhängt- who cares? Ich glaube schlicht nicht, dass man sich einschränkt ohne dass da zumindest ein bisschen Überzeugung dahintersteckt. Klar gab es sie schon immer- die Charity-Ladies deren unermessliche Verschwendungssucht mit irgendwelchen Veranstaltungen ausgeglichen werden sollte, aber ist es das wirklich? Kann man das vergleichen, wenn sich eine ganze Generation Gedanken darum macht, ob man ein Auto braucht? Und selbst wenn? Ist es nicht irgendwie trotzdem gut, wenn jemand fairtrade Kaffee kauft nur weil er das "schick" findet?
Studien sprechen von verschiedenen Untergruppierungen bei den LOHAS, um ehrlich zu sein habe ich mich nicht allzu dezidiert mit der soziologischen Aufarbeitung dieses Phänomens befasst, aber das prägnanteste: der Großteil ist weiblich, gehört zu der gebildeten Schicht und ist relativ jung. Das ist dann wohl tatsächlich die Gruppe zu der ich gehöre, aber ist das tatsächlich schlimm, muss ich mich davon distanzieren, sollte ich nicht lieber glücklich sein zu einer derart privilegierten Generation zu gehören, die die Möglichkeit haben auch kleine Teile ihres Lebens kritisch zu durchleuchten? Wie viele Gesellschaften in der Menschheitsgeschichte hatten die Wahl derart selbstbestimmt ihre moralischen Werte auszuloten und sich an dem Ausleben zu versuchen?  Ich stelle immer wieder mit Erstaunen fest, dass ich doch vielen Klischees (viel mehr als mir lieb ist) entspreche, tatsächlich, das ekelhafteste: Yoga; erfülle ich auch. Aber muss etwas schlecht sein, nur weil es keine Randerscheinung ist, weil ihm die Außergewöhnlichkeit fehlt?
Ich für meinen Teil erfülle vielleicht das Klischee des LOHAS, trotzdem lebe ich meine eigene Interpretation des Lebensstils: ich bin ein LifestyleOfHealthAndSustainibility + + + + +.

Der Unterschied ist doch die Wertung. So wie nicht ein Vegetarier dem anderen gleicht, ein Intellektueller nicht gleich einem anderen Intellektuellen ist und auch ansonsten das Individuum im Vordergund zu stehen hat, muss doch auch hier gelten, dass vielleicht der Oberbegriff der richtige ist, man aber trotzdem nicht vergessen darf, dass einen Menschen zum einen mehr ausmacht und zum anderen jeder seine eigene Interpretation lebt. Man kann das vielleicht unter einem gemeinsamen Namen zusammenfassen, grade wenn es sich um gesellschaftliche Bewegungen handelt, man darf aber eben nicht vergessen, dass diese den Regeln der Statistik folgen, also einzelne Entwürfe auf große Gemeinsamkeiten herunterbrechen.


Ich mag meine Schublade. Während ich das schreibe, habe ich mir bildlich ausgemalt, wie man sie sich vorzustellen hat: Dunkles Holz (natürlich aus nachhaltigem Anbau), hunderte bequeme Kissen aus Bananenseide (grün und blau, orientalischer Stil), ein Opiumtischchen mit dampfendem silbernem Teekessel drauf, ein riesiges Bücherregal und ein Jahresabo der Titanic. Da ist es bequem, da bleib ich gern drin.
(Ein bisschen wie Lars Gustafsson es in seinem großartigen Gedicht "Khubilai Khan bricht aus Xanadu auf" beschreibt)





Sonntag, 25. September 2011

Sonntags: Brunch!

Ich hatte ja bereits von meiner Unfähigkeit schöne Fotos zu schießen gesprochen, hier ist Beweisstück Nummer eins. Trotzdem wollte ich einen kleinen Einblick in das bieten was ich schlemmen nennen würde, ich hatte Besuch und es gab (da man es ja eher ungut erkennen kann): Zucchini-Möhren-Tarteletts (auf den Tellern, Mürbteig gefüllt mit Zucchini und Karottenstreifen in einer Bechamelsauce). in der blauen Schüssel Milchreis (mit Bourbonvanille), auf dem großen Teller sieht man Apfel-Hefetaler, selbstgebackene Mohn-Vollkorn-Krusties, Croissants, eine große Schale Obstsalat, Feigen und die vermutlich letzten Himbeeren der Saison. Nicht auf dem Bild weil unfotogen: Heirler "wie feine Lyoner mit Gemüse", diverse Alnaturaaufstriche, Margarine, Kaffee, Tee, heiße Schokolade mit der letzten Dose Reissahne (gibts da irgendwelche News zu?) O- und Mehrfruchtsaft.

Hinten auf dem weißen Teller liegt das überragend gute Gastgeschenk meines Besuchs: Zwei Cupcakes aus der Princess Chocolate Bar in München. Leider haben sie beim Transport ein wenig gelitten und sind fototechnisch etwas klein geraten, aber wer dem Link folgt kann sich von der Tortenkunst sowieso ein viel besseres und umfangreicheres Bild machen.

Fazit: Mit Veganern brunchen macht Spaß. Man muss sich keine Gedanken machen, ob man dem Gastgeber mit Extrawünschen auf die Nerven fällt und außerdem hat man bereitwillige Tester für kleinere und größere Küchenexperimente! Von den Resten lebe ich übrigens vermutlich die nächsten drei Tage, wenn ich mich bis dahin wieder bewegen kann...

Samstag, 24. September 2011

I like - Vegan Month of food



Eine wundervolle Möglichkeit mit Veganern aus anderen Erdteilen zusammenzukommen und vor allem auch die Esskultur anderer kennenzulernen ist der Vegan Month of Food, kurz Vegan MoFo.
Ich habe ihn bereits im letzten Jahr verfolgt und war immer wieder hingerissen von den vielen Ideen, den bunten, außergewöhnlichen Rezepten und dem großen Miteinander. Dieses Jahr möchte ich, zumindest eingeschränkt, mitmachen, damit auch die deutsche Küche vertreten wird, außerdem habe ich aktuell ein bisschen Zeit und der Blog hier muss ja nun auch mit content gefüllt werden. Los gehts am 1. Oktober, perfekt getimed um die ganzen köstlichen Herbstgerichte auszupacken. Ich versuche mich mal an meinem grottigen Englisch, zumindest zweisprachig sollen die Posts werden. Schadet mir auch wirklich nicht mein eingerostetes Englisch wieder zu reaktivieren.

Wer mitmachen möchte kann sich bis zum 28.9. unter der folgenden URL anmelden (rechts ist das "sign up"), wer einfach nur mitlesen möchte (wer das noch nie gemacht hat: es lohnt sich wirklich!) findet dort auch die Blogroll, dann kann man die MoFo-Beiträge ganz komfortabel über einen Feed-Reader beziehen.
http://www.veganmofo.com/

Ich war letztes Jahr von der Fülle der Beträge regelrecht erschlagen und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich es bis heute nicht geschafft habe alle Rezepte nachzukochen die ich mir gemerkt habe, insofern erwarte ich mir aber auch wieder massenweise Ideeninput!


Freitag, 23. September 2011

I like - Herbst

Ich finde es gibt keine schönere Jahreszeit als den Herbst- dicke Decken, Stunden mit einer Tasse Kakao auf dem Sofa liegen, ein Buch lesen und die Katze streicheln, lange Spaziergänge, die wundervollsten Rottöne, Stürme, fallende Blätter, Kastanien und Gemüsesuppen.

Seit meiner Kindheit stehe ich wahnsinnig auf Suppen und auch als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe war das ein wundervolles Sonntag-Mittag-Ritual zusammen Kartoffeln zu schälen, Gemüse zu schnippseln, Sud aufzusetzen und dann zog sich der wundervolle Duft durch das Haus.
Und heute wars endlich wieder soweit, ich habe beim einkaufen hinreißende kleine Kürbisse entdeckt und eine wundervolle Kartoffel-Kürbissuppe gemacht.

 


Worum es mir aber eigentlich geht: Gemüse einkaufen. Man hat ja viele verschiedene Möglichkeiten von Discount bis Asialaden, wenn dann aber noch der Nachhaltigkeitsaspekt mit dazu kommt, wird es schon ein wenig schwieriger:

Ich kaufe gerne regional, wobei natürlich regional nicht gleich regional ist. Vieles was in der Werbung versprochen wird ist schlicht und ergreifend Quatsch, mnches wird quer durchs Land gekarrt um das "regional-Siegel" erhalten zu können, ich für meinen Teil gehe deswegen ein bis zweimal wöchentlich auf den Markt. Da gibt es jeweils einen Bioland- und einen Demeter-Stand von Bauern aus der Region. Tatsächlich sind das beides Bauern die mit Herz und Seele seit Jahren hinter der "Bio"-Idee stehen, die unterstütze ich gerne und vor allem weiß ich, wo es herkommt und durch welche Hände es gegangen ist, im Supermarkt ekle ich mich manchmal ein wenig, wenn ich mir vorstelle, wer da alles schon Hand angelegt haben könnte.
Lieber wäre mir eigentlich biovegane Landwirtschaft, wer einen so bewirtschafteten Hof in der Umgebung hat, kann sich wirklich glücklich schätzen.

Schade ist natürlich, dass jetzt wieder absehbar ist, dass das Angebot bei den Ständen wieder verringert wird, bzw. zugekauft werden muss... Ich gebs zu, vor allem im Winter schaffe ich das mit der rein regionalen Ernährung nicht. Ich brauche vor allem frisches Obst und bei Datteln und kann bei sowas oftmals nicht nein sagen. Ein bisschen "sündigen" muss aber auch erlaubt sein, ich finde es wichtig, dass das Gros der Einkäufe "in Ordnung" ist. Im Prinzip wie bei dem Rest der Ernährung, kleine Sünden sind, solange sie im Rahmen bleiben, immer mal wieder drin. Ein paar absolute Verbote erhalte ich dennoch aufrecht: Meine Nahrung ist immer absolut tierfrei, Sojaprodukte kaufe ich nur aus kontrolliertem Anbau, vorzugsweise aus Europa und Palmöl meide ich so gut es geht auch ganz.

Und dann sind wir auch schon beim zweiten schönen Herbstthema: Endlich habe ich wieder Apfelkuchen gebacken. Am allerliebsten mag ich kleine, noch warme Apfelküchlein, eigentlich apple-pie-cupcakes, außen einen Mandel-Mürbteig, innen eine Mischung aus Apfelstückchen, Apfelmus, echter Vanille und Zimt, oben drauf kleine Marzipanstreifen, unglaublich lecker! Eines meiner Rezepte, das sogar den vegankritischen Teil meiner Freunde in Verzückung versetzt und dessen Rezept ich schon so oft aufschreiben musste, dass ich ihn auswendig kann.

Freitag, 16. September 2011

Wieso, weshalb, warum?

Moral, Ethik, egal in welchem Kontext (ich verwende die Begrifflichkeiten jetzt bewusst im alltagssprachlichen Sinne), jeder hat seine speziellen Vorstellungen dazu.

Das fängt an bei zwischenmenschlichen Problemchen und ausgewachsenen Katastrophen, geht weiter über verschiedene Ansätze zur Reformation des Wirtschaftssystems bis hin zum Thema Umwelt. Meinungen dazu gibt es viele, auch viele hilflose Versuche sich gegen ungeliebte und untragbare Entwicklungen zu stemmen. Mein Versuch mein Leben zu gestalten ist ein solcher.

Ich gehöre wohl soziologisch zu der Gruppe der LOHAS, daher auch die Blog-URL. Eigentlich ordne ich mich nicht gerne irgendwelchen Subkulturen unter, aber es macht dem Leser die Sache doch ungleich leichter zu wissen wo man mich verorten kann, denn im Endeffekt ist das schon ganz richtig so, ich gehöre zu denjenigen, die versuchen ihren Lebensstil den Prämissen der Gesundheit und Nachhaltigkeit anzupassen (wobei die Nachhaltigkeit eine ungleich größere Rolle spielt). Eigentlich, so würde ich es bezeichnen, bin ich Handlungsethikerin. Ich tue das, was ich nicht für falsch halte.


Das klingt unspektakulär, bei vielen löst meine vermeintliche "Selbstkasteiung" auch eher Kopfschütteln als ernsthaftes Interesse aus und ich muss tatsächlich sagen, dass nur weil ich oft den Eindruck habe mich nicht einzuschränken, weil ich Sachen einfach nicht will, das nach außen nicht vermittelbar ist.
Wäre es also Zeit endgültig meine Labels zu benennen: Ich lebe vegan, ich kaufe fair trade und bio, habe kein Auto; ich informiere mich permanent über dazugehörige Themen, versuche meinen Mitmenschen damit aber nicht zu sehr auf die Nerven zu gehen.
Und hier kommt also die Notwendigkeit des Blogs ins Spiel: Ich gebe es zu, ich will mich mitteilen! Nicht weil ich überzeugen will, es ist einfach ein tiefer Drang, auch eine Art Korrektiv. Viele Dinge klingen mitunter gar nicht mehr so logisch, wenn sie mal den abgetrennten Raum des Oberstübchens verlassen haben, vieles kann und möchte ich aber auch mit den Menschen, die da gar keinen Sinn für haben nicht diskutieren. Ich habe mir nicht vorgenommen i aller Konsequenz die Welt zu retten dafür bin ich zu sehr Realistin, ich möchte lediglich dafür sorgen, dass diejenigen Dinge, die ich für wichtig und richtig erachte nicht zu kurz kommen, dass wenigstens meine ethischen Mindeststandards von mir selbst eingehalten werden, einen Plan für die Errettung habe ich nämlich nicht anzubieten.
Und dies soll eines der großen Themen werden: Die Machbarkeit.

Aber auch andere Dinge sollen nicht zu kurz kommen: Ich möchte einmal monatlich einen Post über diejenigen Artikel veröffentlichen, die mich besonders begeistert haben, ab und zu gibts vielleicht auch ein bisschen food & fotos (schlechte, ich kann weder fotografieren noch würde meine Kamera da was rausreißen, dafür sind die Rezepte dann umso schmackhafter, versprochen) und ich schreibe gerne allgemeine Betrachtungen über das Leben als irgendwie selbst gewählter Außenseiter, über Berichte, die mich schockiert haben und solche, die mich begeistern. Von alltäglichen Anekdoten bis hin zur Fernsehdiskussionsrundenrezension verspreche ich kein Thema auszulassen.

Meinen alten Blog, wer wissen möchte welchen darf mich fragen, musste ich leider aufgrund von akutem Zeitmangel zugunsten meines Studiums und anderer Projekte längerfristig verweisen lassen und habe ihn schließlich deaktiviert und damit eher unabsichtlich auch gelöscht, da ich ihn auch nicht als unmoderierte Karteileiche in den Weiten des Internets stehen lassen wollte. Ein halbes Jahr später und mit ein bisschen mehr Freizeit, bereue ich die Entscheidung aber doch sehr, da mir der Austausch mit der veganen Szene, aber auch mit kritischen Außenstehenden fehlt. An dem Punkt anzuknüpfen, an dem ich aufgehört habe ist mir aber trotzdem nicht mehr möglich wieder einzusteigen, auch weil sich der Blog nicht mehr rekonstuieren lässt. Mangels Back-Up kann ich leider auch nicht mehr die wirklich interessanten Artikel in denen viel Arbeit gesteckt hat wiederher- und damit einstellen.
Wirklich ärgerlich, da ich die Wiederherstellungsfrist lediglich um ein paar Tage verpasst habe und weil 2 Jahre blogging damit weg sind.