Mittwoch, 22. Februar 2012

"Käse" vegan - Mandelfeta

Die meisten Kaufkäsearten sind ein ziemlicher Reinfall, manche haben "unschöne" Inhaltsstoffe, andere sind wegen des Geschmack-Preis-Verhältnisses uninteressant; weitere Gründe es mit selbstgemachtem "Käse" zu versuchen können zum einen sein, dass man experimentierfreudig ist oder wie in diesem Fall, dass man die benötigten Zutaten ohnehin aufbrauchen möchte.
Über das Rezept für Mandelfeta bin ich während des letzten MoFo gestolpert, denn die die ihn versucht hatten überschlugen sich vor Begeisterung und der Eintrag auf Maple Spice sah so verlockend aus, dass ich ihn unbedingt nachkochen musste und seitdem mehrere Male  hergestellt habe. (Unbedingt auch die verlinkten Rezepte versuchen!)
Das Prozedere ist ziemlich simpel, bis auf einen Mixer und einen Backofen braucht man auch keine nennenswerte Ausstattung (ich selbst habe keinen Hochleistungsmixer, sondern lediglich einen Mixeraufsatz für meine 600W-Küchenmaschine, vielleicht dauert es so ein wenig länger, qualitativ wird das keinen großen Unterschied machen, ob allerdings ein Pürierstab ausreichend ist, bezweifle ich), ich habe ein paar unwesentliche Änderungen vorgenommen, so backe ich die Masse in einem Speisering und verwende statt Dill- lieber Rosmarinöl. Ungebacken eignet sich das gewürzte Mandelpüree auch als delikater Frisch"käse". Ich muss zugeben: Ich bin süchtig.


Allerdings, um ehrlich zu sein, wirklich "käsig" ist diese Variante auch nicht (auf einen Versuch, das Rezept um Hefeflocken zu erweitern käme es allerdings an). Die Konsistenz erinnert vor dem backen an Frischkäse und danach tatsächlich leicht an Feta, er wird fest und bröckelig und mit viel Anstrengung lässt er sich noch etwas streichen, trotzdem finde ich den Namen "Käse" für diese Kreation etwas irreführend. Zwar lässt sich die Masse quasi analog zu Käse verarbeiten, zB als Kruste zum überbacken (sehr lecker, unbedingt versuchen, die bräunt sehr gut und wird fest!), als Brotbelag, aber auch zum verfeinern von zB Soßen, wer aber einen Käsegeschmack erwartet oder dass der "Feta" zerläuft, der wird enttäuscht werden.
Allerdings möchte ich betonen, dass der "Mandel-Feta" wirklich ausgezeichnet ist, geschmacklich, in der Konsistenz, sogar in der Vielseitigkeit nahezu unschlagbar, mir persönlich schmeckt er auch besser als Feta, aber das ist bekanntlich Geschmacksache. Im Gegensatz zu verchiedenen anderen veganen Käsesorten geht mir dieser hier auch nicht im Kühlschrank kaputt, im Gegenteil, es ist eher unwahrscheinlich, dass er es jemals da hineinschafft. Besonders gut finde ich die äußere Kruste, die sich beim backen bildet. Die auf Weißbrot - unvergleichlich lecker!

Zur Herstellung nur zwei Anmerkungen: Ich habe selbst kein Nusstuch, deswegen verwende ich (danke an Julia von MixxedGreens für den Tipp) einen Kaffeefilter zum abtropfen. Für die Mandelmasse eignen sich neben den "Nussmilchabfällen" selbstverständlich auch von Weihnachten übrig gebliebene Backutensilien, allerdings mit der Einschränkung, dass es tatsächlich abgezogene Mandeln sein sollten. Ich habe bisher durchweg gute Erfahrungen mit Mandelstiften, -blättchen, gehobelten und gehackten, sowie einer Mischung aus verschiedenen Mandelprodukten gemacht.


Bewertung: 9/10 - das Ergebnis ist definitiv kein "Käse" im herkömmlichen Sinn, dafür ein Punkt Abzug, schlägt in den Kategorien Preis, Verfügbarkeit, Aufwand und Geschmack aber alle veganen Kaufkäsearten

Preis: ca. 1,50/Rezept 
Konsistenz: weich, bröselig
Geschmack: relativ neutral, angenehm milde Säure
Schmelzfähigkeit: nicht gegeben
Wiederkauffaktor: wird definitiv nochmal gekocht





Kommentare:

  1. woa, klingt mega. wieso hab ich das beim mofo nur verpasst? und wieso hab ich nur keinen backofen? denkst du, man könnte als ersatz für die gemahlenen mandeln auch den kram nehmen, der beim mandelmilchmachen übrigbleibt? xx

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    1. laut den Kommentaren darunter scheint das auf alle Fälle zu klappen :)

      ich hab während des MoFo auch nur den Hinweis auf irgendeinam anderen Blog gelesen, aber da verpasst man ja ohnehin so einiges... Ich glaube ich habe noch immer nicht alles gelesen XD

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  2. Ich habe das Rezept vor einigen Tagen auch ausprobiert, aber gemahlene Mandeln mit Häutchen benutzt. Das Abtropfen im Mulltuch hat überhaupt nicht funktioniert und der gebackene Käse ließ dann auch zu wünschen übrig, viel zu sauer und bröselig. Bin jetzt nicht sicher, ob ich es nochmal probieren will. Meinst du, das könnte daran gelegen haben, dass die Mandeln nicht abgezogen waren? Ich hätte nicht gedacht, dass das so einen Unterschied macht.

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    1. ich habs einmal mit nicht abgezogenen Mandeln versucht und das Ergebnis war alles andere als berauschend, woran das liegt, weiß ich aber auch nicht so genau;
      ich hab auch keine so große Erfahrung mit Mulltüchern, vielleicht war das auch mit ein Grund? Immerhin muss der Zitronensaft ja wieder "raus", vermutlich wird das Ergebnis deswegen so sauer?

      Ich hoffe ich konnte helfen :)

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    2. Dann werde ich es auf jeden Fall nochmal mit abgezogenen Mandeln und einem Kaffeefilter versuchen. Danke!

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    3. ich hoffe das nächste Mal klappt es besser :)

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  3. Gewürznelken UND Knoblauch in dem Rezept,..

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  4. Ach,.. und zum Abtropfen,.. Ein Sieb,. ein Küchentuch oder Handtuch hineingelegt und abtropfen lassen,..? Könnte das nicht auch funktionieren?

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