Donnerstag, 2. Februar 2012

"Käse" vegan - No Muh Chäs Melty

Dieses Mal im Test: ein "Kehse" aus der Schweiz - No Muh Chäs Melty von Vegusto.

Im rohen Zustand ist der "Käse" begrenzt streichfähig (die Konsistenz erinnert an diese Ziegenfrischkäserollen), geschmacklich dagegen kommt er rellativ nah an das Innere von Camembert und soweit ich mich erinnere an diese kleinen einzeln abgepackten Streichkäsezubereitungen in Goldfolie (nur nicht ganz so künstlich). Ich hatte deswegen kurzzeitig die Idee damit Obazden herzustellen, der Versuch steht aber noch aus.
Im rohen Zustand ist er relativ leicht zu schneiden, dabei aber recht klebrig, dafür bröckelt er, im Gegensatz zu vielen anderen veganen Kehsearten, kaum bis gar nicht, je nach verwendetem Messer.
Positiv hervorzuheben ist, dass Vegusto für alle Käsealternativen auf den Einsatz von Palmöl verzichtet.

Eine der wenigen Sorten, die roh nach den ersten drei Bissen nicht so eklig werden, dass man den Rest im Kühlschrank vergammeln lässt.



Das Schmelzergebnis ist, obwohl der Name "Melty" ja anderes vermuten lässt, dagegen kaum befriedigend.
Wie auf dem Bild zu erkennen, verläuft der Käse im Backofen nicht. Auch die Scheiben im Nudelturm sind nur cremig-flüssig geworden. Dafür bildet sich eine Kruste, die auch leicht bräunt, das ist ja leider auch nicht selbstverständlich.
Geschmacklich gibt es nichts auszusetzen, im Gegeteil: Ich finde er liegt irgendwo zwischen Béchamelsauce und Emmentaler, cremig mit einer herzhaften Note. Wirklich positiv hervorzuheben ist, dass sich beim warmmachen kein unangenehmer Nachgeschmack entwickelt, im Gegenteil, er wird dadurch erst richtig "käsig", zudem harmonierte er gut mit den Grünteenudeln, aus denen ich dieses Mal mein Türmchen gebaut hatte.Etwas problematisch für einen ausgewiesenen Schmelzkäse ist, dass er sich nur schlecht reiben lässt, die cremige Konsistenz macht aus jedem Versuch eine ziemliche Sauerei. Laut Internettipps soll das recht simpel funktionieren, wenn man den Käse vorher einfriert. Leider habe ich nur ein defektes Gefrierfach und kann deswegen nichts darüber berichten.
Insgesamt eine der brauchbareren Käsealternativen, auch wenn er natürlich keine Fäden zieht und vom "echten" Mundgefühl meilenweit entfernt ist.Großes Manko für mein studentisches Budget: Der Preis und die schlechte Verfügbarkeit. Ob es einem wert ist für so ein Produkt über 5€ zu bezahlen, muss wohl jeder selbst entscheiden. Allerdings sollte man bei der Abwägung bedenken, dass der "Käse" auch nicht teurer ist als guter gekaufter Kuhmilchkäse und man bei Produkten aus solchen kleinen Manufakturen nicht die Preisvorstellung ansetzen darf, die man an den billigen Scheiblettenkäse aus dem Supermarkt stellen würde. Mit diesem muss er sich allerdings auch nicht messen lassen. Ich würde den Melty häufiger kaufen, wenn ich
ihn vor Ort bekommen würde, denn vor allem im Sommer bestelle ich sehr selten online und mehr als zwei Melty-Rollen auf einmal pack ich dann nie in meinen virtuellen Einkaufswagen.




Bewertung: 7/10 für den guten, wenn auch nicht unbedingt käsigen, Geschmack, vor allem im geschmolzenen Zustand. Von echtem Käse ist er zwar meilenweit entfernt, ohne den Vergleich zu ziehen aber ein richtig leckeres Produkt, wenn auch relativ teuer und sehr schlecht verfügbar. Großes Pro: Der Verzicht auf Palmöl.


Preis: 5,50€ für 230g
Konsistenz: weich, erinnert an Ziegenfrischkäse
Geschmack: roh: relativ neutral, leicht käsig; warm: zwischen Béchamel und Emmentaler
Schmelzfähigkeit: gering, zerläuft nicht, wird aber cremig weich, keine Fäden oder ähnliches
Wiederkauffaktor: ja, wegen des Preises und der schlechten Verfügbarkeit allerdings nicht allzu häufig


Zutaten:
Wasser, pflanzliche Öle und Fette, Stärke, Hefepulver, Nussmus (Cashew- und Mandelmus), Steinsalz, Weizenfasern (glutenfrei), Reismehl, Aroma (vegetabil), Carraghenan, Gewürze, Zitronensäure, Farbstoff (Kurkuma)

Kommentare:

  1. Klingt nicht schlecht, nur die Zutaten sind wieder etwas fragwürdig. Ich werde nie verstehen warum man da nicht auf künstliche Geschmacksverstärker verzichten kann...

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    1. Ich esse ja eigentlich auch kaum was, für das ich ein Chemielabor zum nachbasteln bräuchte, deswegen mache ich meinen "Kehse" mittlerweile meistens selber (und im Gegensatz zum gekauften ist dabei noch nie etwas nicht essbares rausgekommen). Falls an den Rezept-Tests diesbezüglich Interesse besteht, nehme ich die bezeiten auch gerne auf.

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  2. Ich bitte um dein Rezept! :-)
    Mittlerweile haben zwar einige vegane Käsesorten mein Herz erobern können, dennoch würde ich nach Aufbrauchen gerne mal versuchen, einen Käse selbst herzustellen, nachdem der selfmade Frischkäse für mich ein voller Erfolg war.
    Wenn du also bereit bist, deine Kreation zu teilen, würde ich mich freuen!

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    1. sind ja nicht meine, sondern Rezepte, die ich auf verschiedenen Blogs zusammengeklaut habe... insofern teile ich meine Erfahrungen natürlich gerne!

      ich habe nur noch ein paar Posts, die in den nächsten Tagen kommen werden und ich habe keine Bilder davon, dewegen muss ich die erst sukzessive machen, der letzte hats leider nie über das Vorbereitungsstadium hinaus geschafft ^^

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