Dienstag, 18. September 2012

"Käse" - vegan - No Muh Chäs Rezent/ No Muh Chäs Würzig

Der Kehsetest ist in den letzten Wochen und Monaten etwas zu kurz gekommen, aber jetzt gehts endlich weiter und ich verrate nicht zuviel, wenn ich jetzt schon sage, dass es sich um einen meiner absoluten Lieblinge unter den Kaufkäsearten handelt: Den No Muh Chäs Rezent der Firma Vegusto.
Kaufen kann man ihn online bei den üblichen Versandhändlern und offline in veganen Supermärkten, in Bioläden und/oder Reformhäusern habe ich ihn bisher noch nicht gesehen. Positiv hervorheben möchte ich, dass für den Käse kein Palmöl verwendet wird. Der Wermutstropfen dafür: er trägt kein Biosiegel. Außerdem ist der Kehse relativ teuer, sonst würde ich ihn bestimmt häufiger bestellen, mit gut 3€/100g liegt er für mich definitiv im Spezialitätenbereich.

Geschmacklich erinnert er im rohen Zustand an Kuhmilch-Bergkäsearten. Als Kind hätte ich ihn ohne Umschweife als "Stinkekäse" bezeichnet, denn er schmeckt und riecht sehr intensiv und käsig und erinnert auch optisch an die Käsesorten, die man in der Schweiz oder Südtirol kaufen kann. Die beworbene Rinde konnte ich nicht finden, habe sie aber auch nicht vermisst.




Im Gegensatz zu anderen Kehsesorten entwickelt auch diese Sorte keinen seltsamen Nachgeschmack, stattdessen wird er noch ein wenig käsiger und erinnert entfernt an eine Mischung aus Emmentaler und Raclette mit einem Hauch Gruyère und Pecorino.
Die Konsistenz verändert sich beim erwärmen: der Rezent wird zwar weich, schmilzt aber nicht richtig und zieht auch keine Fäden.
Dafür steht er im Backofen was die Ausdünstungen angeht seinen Tiermilchpendants in nichts nach. Die Küche riecht noch zwei weitere Tage nach dem Käsesandwich. Ein ähnliches Erlebnis wie nach Käsefondue.


Mich persönlich stört beides nicht, im Gegenteil. Wer aber mit stinkigem Bergkäse wenig bis nichts anfangen konnte, der wird mit dem Rezent nicht glücklich werden, eventuell aber bei den anderen No Muh-Sorten (Walnuss, Classic, dezent), die mir zu dezent waren, einen neuen Lieblingschäs finden.




Insgesamt ist der Rezent für mich eine der besten Kehsesorten. Daran, dass keine in geschmolzenem Zustand das Mundgefühl von Kuhmilchkäse nachbilden kann, muss man sich einfach erstmal gewöhnen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass die europäische Käsekultur eine lange Geschichte hat, das in ein paar Jährchen vegan nachzuempfinden ist nicht möglich. Schade, aber damit muss man als Veganer einfach leben.

Dem Rezent gebe ich 8/10 Punkten. Jeweils einen Punkt Abzug gibt es für die Tatsache, dass kein Biosiegel vorhanden ist, er leider sehr teuer ist und die Verfügbarkeit enorm eingeschränkt ist. Dafür gibt es einen Pluspunkt für die Palmölfreiheit.


Preis: 6,29/200g
Konsistenz: schnittfest, leicht bröselig
Geschmack: stinkiger Käse
Schmelzfähigkeit: wird weich und cremig, schmilzt aber nicht richtig
Wiederkauffaktor: ja



Kommentare:

  1. dafür dass du keinen käse isst, kennst du dich ja verdächtig gut mit den geschmäckern von echten käse aus;)

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    1. Naja, als langjähriger Vegetarier mit Wurzeln in Südtirol bin ich nunmal damit aufgewachsen, das brennt sich ein ;)
      Allerdings hab ich meinen Eindruck auch noch von unabhängigen Nichtveggies bestätigen lassen, denn "echter" Käse ist dann doch schon ganz schön lang her.

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  2. Absolute Zustimmung! Für mich ist das auch der beste "Käse", den ich bisher auf dem Brot hatte und ich probiere so ziemlich alles :) Letztens musste ich sogar mal einen wegwerfen, was normalerweise nie bei mir vorkommt, aber der war einfach gruselig und sogar noch teurer als der No-Muh.

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    1. Meinst du zufällig den "Teese"? Von dem hab ich nur grausiges gehört....

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    2. Nein, das war ein "Gouda" von Yakso. Den habe ich auch nie wieder irgendwo gesehen. Der hat geschmeckt wie angedickte Salzlake oder irgendsoetwas.

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    3. der ist mir neu. nachdem abr sowohl du als auch Jane davon abraten (und ich anhand eurer Blogs annehme, dass wr ähnliche Sachen mögen) werd ich nichts unternehmen um das zu ändern ;)

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  3. Oh cool, du magst den Rezent auch gern :) Ich stand früher auch total auf Stinkerkäse. ich hab jetzt auch den "Dezent", den fand ich auch gut, auch den Golden, nur der Classic ging gar nicht.
    @ Homeveganer: den Yakso Gouda hab ich im Bio-Laden aufgegabelt, mann, war der übel! Den musste ich auch entsorgen und sowas hasse ich.

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    1. den Golden hab ich noch gar nicht probiert, wenn du sagst, dass der gut ist, dann versuch ich den auf alle Fälle auch mal!
      Den Classic fand ich auch nicht so berauschend, der dezent war mir zu butterkäseartig, ich mochte früher auch keine neutralen Käsesorten, insofern war der zwar okay aber nichts was ich unbedingt nochmal brauche (allerdings ist das in dem Fall lästern auf hohem Niveau...)


      Den Yakso Gouda schreib ich mir definitiv auf die Not-Liste ;) sieht so aus als hätten wir da nen ähnlichen Geschmack :)

      Kennst du das No Muh Due? Das fand ich auch richtig lecker. Ich hatte das letztes Jahr statt Raclette beim Raclette und obwohl meine Eltern richtig guten Käse gekauft haben, haben sie sich schlussendlich an meinem vergriffen, das ist aber auch richtig gut :)

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  4. Also den No Muh Rezent fand ich auch klasse, den mit Kräutern und den Melty fand ich eher verzichtbar, aber nicht schlecht. Mir fehlen auch eher die stark schmeckenden Stinkekäse oder Spezialfälle wie Handkäs und norwegischer Ziegenkäse (Geitost, der glaube ich leider unimitierbar ist).
    Was mir an den No Muhs nicht so gefallen hat, war die arg schmierige Konsistenz. Da war mir dann mein zweiter Favorig, der Vegourmet Montanero (der stinkt herrlich) lieber, da er schnittfester ist. Falls du den noch nicht getestet hast, kann ich ihn wirklich empfehlen. Alle anderen Hartkäsealternativen fand ich bisher verzichtbar, ich habe allerdings eine perverse Vorliebe für die Tofutti Scheibletten Cheddar Scheiben :D Ich sage nur Hawaiitoast!

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    1. Der Montanero hat mich leider gar nicht überzeugt, ich finde der hat wie der Santeciano einen komischen Nachgeschmack (ich nehme an, dass es nach Stärke schmeckt, bin mir aber nicht sicher). Das mit der schmierigen Konsistenz hat sich, glaube ich, gelegt. Vor nem Jahr hatte ich das Problem auch, bei den letzten Bestellungen allerdings nicht mehr (hatte aber den Verdacht, dass das temperaturbedingt ist), allerdings nehmen die eben auch kein Palmöl, vermutlich ist das dann der Preis dafür.
      Den Melty fand/finde ich eigentlich nach wie vor ganz gut, auf den mit Kräutern kann ich allerdings auch verzichten, ich mochte sowas allerdings auch bei Kuhmilchkäe nicht.
      Da fand ich aber trotzdem den Cheezly mit Kräutern ganz annehmbar, eigentlich sogar ziemlich lecker auch wenns mit Käse an sich nix zu tun hat. Allerdings halt auch wieder so ein Palölkandidat....

      Ich denke vor allem diese ganz spezifischen Käsessorten kann man sowieso nicht "nachbauen", das sind ja nicht umonst jahrhundertealte Handwerkstraditionen, da kann nichtmal die eine Firma das Rezept der anderen rchtig imitieren, wie sollte man das dann ganz ohne Grundzutat hinbekommen können....

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    2. Da sieht man, wie subjektiv der Geschmack doch ist, mir ist beim Montanero kein Nachgeschmack aufgefallen, den Bianco mocht ich nicht, weil er mir zu langweilig war. Vielleicht werde ich den Rezent dann also doch nochmal bestellen, dass kein Palmöl enthalten ist, ist natürlich wirklich ein großes Plus. Nach dem Cheezly Kräuter-Knoblauch habe ich auch schon Ausschau gehalten, weil er so oft gelobt wurde, hatte aber bisher immer Pech (nicht auf Lager wenn ich bestellen wollte).

      Was die speziellen Käsesorten angeht hast du wohl recht, im Prinzip braucht Mensch ja auch keinen Käse, mir reicht in 99 % der Fälle auch Hefeschmelz (wobei ich den auch nicht oft mache). Da die veganen Käse z.T. so unausgereift sind, ist es auch ganz schön teuer sich durch viele Enttäuschungen zu probieren.

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    3. Den Cheezly bekomme ich hier im den Reformhäusern, unter anderem auch bei Vitalia, das ist ne Kette, vielleicht gibts das bei euch auch? Die bestellen auch gerne, wenn man was bestimmtes haben möchte...

      Für Hefeschmelz konnte ich mich nie so wirklich begeistern, allerdings mag ich diese Nusscreme-Varianten zum überbacken recht gerne. Im Endeffekt läufts auf mich auf ein "Weg-vom-Käse" raus. Das meiste vegane Zeug ist derart unbefriedigend, dass es auch echt nur zum abgewöhnen ist und die Begeisterungsstürme mit denen alle Nase lang "endlich wieder Käse" gebrüllt wird, wenn irgendein neues Produkt rauskommt, hat bei mir auch mehr Frustration als sonstwas hinterlassen.

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