Dienstag, 31. Juli 2012

Flattr!

Auch bei mir gibt es jetzt einen Flattr-Button. Und für alle, die jetzt noch weiterlesen, gibts sogar eine Erklärung dafür.

Was ist flattr?

Wikipedia weiß:
Flattr ist ein Social-Payment-Service mit Sitz in Malmö, Schweden, bei dem der Benutzer monatlich einen frei wählbaren Abonnementsbetrag auf ein Konto einbezahlt. Die Medienanbieter platzieren auf ihrer Website einen Flattr-Button, den der Nutzer anklicken kann, wenn ihm der Internet-Inhalt gefällt. Am Monatsende wird der Abonnementsbetrag des Nutzers gemäß seinen Klicks an die Medienanbieter verteilt.Der Name Flattr setzt sich zusammen aus dem Begriff Flatrate (Pauschalgebühr) und dem englischen Verb to flatter (jemandem schmeicheln).


Ich mag das Internet und die Möglichkeit mich selbst ausdrücken zu dürfen und ich schätze es, dass andere das auch tun. Da ich keinerlei Posts oder Verlinkungen verkaufe und auch keine Werbegeschenke annehme, mache ich diesen Blog hier ausschließlich aus Spaß und auch ein bisschen wegen der meist sehr netten Kommentare und das soll auch so bleiben.
Trotzdem möchte ich gerne den Flattr-Button einfügen, denn ich sehe dies als Option einen besonders gelungenen Beitrag oder ein besonders schönes Rezept zu belohnen und eine Art Trinkgeld für die Mühen des Blogautors zu geben, auch wenn der Betrag mehr symbolischer Natur ist. Ich finde es oft schade, dass es Blogs gibt, die ich sehr gerne lese und die mir mehr geben als einige teure (Koch-)Bücher oder Zeitungen  für die ich regelmäßig Geld ausgebe. So wie ich einem Kellner oder Koch Trinkgeld gebe, so finde ich die Idee einer contentbasierten Spende richtig und wichtig und vor allem auch vor dem Hintergrund der aktuellen Urheberrechtsdebatte angebracht.

Es gibt Rezepte, die ich fast wöchentlich verwende, die Idee demjenigen jedes Mal ein bisschen mehr als nur ein "Like" und einen Kommentar zu hinterlassen gefällt mir. Deswegen würde ich mich freuen, wenn ihr mir die Möglichkeit dazu geben würdet, indem ihr selbst bei Flattr mitmacht und natürlich auch, wenn ihr ab und an mal ein paar Cent in meinen virtuellen Hut werft.

Alle Informationen rund um flattr findet ihr auf www.flattr.com

Mit dabei ist auch Carola von Twoodledrum, mit der ich vorhin lang und breit die Vor- und Nachteile diskutiert habe. Was haltet ihr davon, könnt ihr euch vorstellen mitzumachen?


Das ist flattr:







Donnerstag, 26. Juli 2012

What I Ate Wednesday #5

Letzte Woche hab ichs irgendwie vergessen, tut mir leid.
Dafür gibt es demnächst eine Ankündigung für alle Blogbetreiber und solche, die es werden wollen. Stay tuned.


morgens:



Haferflocken (bio), Soja-Reis-Milch (bio),  100g Heidelbeeren (reg.&bio) und  1EL eingemachte Erdbeeren (reg.&bio): 1,00€





vormittags: 


100g Heidelbeeren (reg.&bio): 0,60€






mittags:



Spaghetti & Linguine (Reste vom Vortag, bio), Radieschenpesto (reg.&bio), Cocktailtomaten (bio): 0,90€





abends:



2x Wrap: Unterlage aus Weizenmehl, Öl, Wasser (bio), Radieschenpesto (reg.&bio), Kopfsalat (reg&bio), Veggie Bolognese (teils reg., alles bio), 1 Radieschen (reg&bio), Tomate (reg.&bio), Gurke (reg.&bio): 1,50 



gesamt: 


4,00€









Montag, 16. Juli 2012

Kurzes Update

1. Gezwitscher

Mich gibts jetzt auch bei Twitter und das hat sogar einen Grund:
Ich stolpere öfter mal über Artikel oder Aktionen auf die ich gerne hinweisen möchte ohne dazu einen Blogbeitrag zu verfassen. Deswegen hab ich die Twitterleiste eingebaut, die aktualisiert von selbst alle Links, die ich momentan lesens- und teilenswert finde. Natürlich darf man mir auch folgen, mir zurücktwittern, etc.pp. 

2. MoFo Iron Chef Challenge

Nachdem die Iron Chef Challenge leider irgendwie eingeschlafen ist, hat sich Isa Chandra Moskowitz (die von den Kochbüchern) der Sache angenommen und veranstaltet auf Facebook Chopped Vegan Wettbewerbe. Um mitzumachen müsst ihr einfach nur FB-Fans der "Post Punk Kitchen" werden und ihr verpasst nie wieder ein Update. Außerdem gibt es ab jetzt sogar auch etwas zu gewinnen. 


3. Google Friend Connect

Ich hab das Widget vor geraumer Zeit vom Blog genommen, möchtet ihr das wiederhaben? 



Donnerstag, 12. Juli 2012

What I Ate Wednesday #4 - unterwegs in Regensburg


morgens:


eine Banane und ein Mr. Tom-Riegel - 1,15€



mittags:



Chili Cheese Burger und 1/2 Portion Pommes im Kaffé Dada
Burger 4,30€, Pommes: 1,50?




Nachtisch:


Kirsch-Cola-Cupcake - 2,90€



abends:


Rucola-Tomatensalat (bio) mit gebratenem Tempeh - 1,20€


gesamt:

11,15€


Disclaimer: War schon spät als ich heimkam, deswegen ist das Foto vom Abendessen leider schlecht. 

Dienstag, 10. Juli 2012

Palmölvermeidungsstrategien - Teil 2: Kosmetik ohne Palmöl

Nach dem ersten Teil, der sich mit Palmöl in Nahrungsmitteln befasste, folgen im zweiten Teil nun ein paar hoffentlich nützliche Gedanken zum Thema Palmöl in der Kosmetik. Weitere Informationen zum Thema Palmöl im Alltag folgen in den nächsten Tagen im nächsten Post.

Wenn ich in einem Gespräch erwähne, dass ich nur vegane und palmölfreie Kosmetik verwende, fällt nahezu immer der Satz: "was, da achtest du auch noch drauf?" meist begleitet von einem Unterton, der zwischen Ungläubigkeit und Belustigung schwingt.
Dabei finde ich die Betrachtungsweise eigentlich seltsam und das aus mehreren Gründen: Zum einen habe ich oft den Eindruck, dass ich unter besonderer Beobachtung stehe, was Konsequenz angeht. So wie in Kommentarspalten eben gerne mal hämisch über den einen Vegetarier hergezogen wird, den man persönlich kennt und mal bei Mäcces erwischt hat, so untersucht men Umfeld mehr oder weniger intensiv, was ich alles konsumiere.
Zum anderen aber finde ich es mehr als folgerichtig gerade bei "solchen Dingen" darauf zu achten. Je unwichtiger etwas für mich und mein Leben ist, je unnötiger und je besser ich theoretisch darauf verzichten könnte, desto wichtiger finde ich, dass es meinen ethischen Vorstellungen gerecht wird. Während ich vermutlich bereit wäre viele, wenn nicht nahezu alle meine Bedenken über Bord zu werfen, wenn es ums nackte Überleben ginge, wäre es falsch daraus zu schlussfolgern, dass sich das auf alle Lebenslagen übertragen lässt. Im Gegenteil: Gerade, wenn es darum geht, dass etwas nicht notwendig oder schlicht Luxus ist, ist es mir wichtig, dass damit "alles stimmt". An einem schönen Kleidungsstück bei dem ich zumindest im Hinterkopf haben muss, dass es unter fragwürdigen Bedingungen hergestellt wurde, kann ich keine Freude haben. Bei Kosmetik ist das ein zweischneidiges Schwert, denn wirklich benötigt wird davon wenig, ein großer Teil ist Luxus. Dafür fällt aber die alltäglich benötigte Kosmetik durch den hohen Verbrauch viel deutlicher ins Gewicht.
Ich will hier keine endgültige Wertung vornehmen, was nun notwendiger und was überflüssiger Gast in Bad und Spiegelschrank ist, denn darüber kann man sich trefflich streiten. Dass allerdings Duschmittel, Deo und Zahnpasta in der Reihenfolge der notwendigen Pflegemittel einen etwas höheren Stellenwert einnehmen als Nagellack, Lidschattenbasis oder Lippenbooster, setze ich als allgemeinen Konsens voraus. 

Für mich ist das größte Problem bei Kosmetik, dass ich mir anhand der aufgelisteten Inhaltsstoffe meistens nicht im Geringsten vorstellen kann, aus was das Produkt nun gemacht ist, wobei es, vor allem im Naturkosmetikbereich, mittlerweile auch Firmen gibt, die genau dem entgegenwirken und den Ausgangsstoff in Normalsprech dazuschreiben. In allen anderen Fällen bin ich aber recht hilflos den Informationen der Hersteller oder Listen ausgeliefert. Wie ernst oder genau die meisten Hersteller aber Anfragen zu Palmöl nehmen, sieht man vor allem auch daran, dass auf eine Kundenanfrage meist lediglich Produkte mit reinem Palmöl aufgezählt und lediglich nach weiterem nachbohren auch Produkte mit Palmölderivaten in die Liste aufgenommen werden, meistens mit einem entschuldigend hinterhergeschobenen "wir wissen aus Erfahrung, dass die meisten Kunden lediglich die Verwendung von reinem Palmöl ausgeschlossen wissen wollen". Ich wage das Gegenteil zu behaupten und nehme an, dass sich die meisten einfach nur unpräzise ausdrücken. Produktanfragen zu stellen ist leider eine Kunst für sich, wie schon so mancher feststellen musste. 

Wie aber vermeide ich nun Palmöl in Kosmetik? Ein Sechs-Punkte-Plan für den orangfreundlichen Kosmetikschrank:



1. Nachfragen und informieren!

Die meisten Fragen wurden bereits gestellt und oftmals findet sich durch bloßes suchen schon eine Antwort auf die Frage, welches Schampoo man bedenkenlos verwenden kann. Die Statements vieler Firmen zu Palmöl sind aber nicht nur diffus in diversen Foren und Blogs verstreut zu finden, sondern wurden auch von der Borneo Orang-Utan-Hilfe gesammelt und in der weißen, gelben und roten Liste Palmöl gesammelt.
Es sieht leider so aus, als würde die weiße Liste Palmöl der Borneo Orang-Utan-Hilfe so schnell nicht mehr online verfügbar sein. Laut Twitter wurde die Website gehackt und gelöscht. Ich hoffe sehr, dass sie wieder aufgebaut wird, denn die Liste war eine gute und verlässliche Quelle, vor allem auch für alternative Bezugsquellen und kleine Unternehmen. Falls jemand aktuelle Informationen hat, wäre ich darüber sehr dankbar.
Wenn man mit einer Suche oder dem Studieren der FAQs des Herstellers nicht weiterkommt, lohnt es sich direkt bei Unternehmen anzufragen: Vor allem im Naturkosmetikbereich sind sich viele Hersteller der Problematik bereits bewusst und schicken einem Listen zu oder beantworten zumindest Anfragen zu bestimmten Produkten. Unter welchen Bezeichnungen sich Palmöl und seine Produkte in Kosmetik verstecken, kann man bei Pseudoerbse nachlesen und mit diesem Wissen konkret anfragen, ob das Lieblingsprodukt vielleicht sogar ohnehin palmölfrei ist. 
Ein praktischer Nebeneffekt ist natürlich, dass man den Firmen so deutlich macht, dass palmölfreie Kosmetik  nachgefragt wird und somit indirekt auf kommende Entwicklungen Einfluss nehmen kann.
Palmöl in Kosmetika erkennt man an folgenden Bezeichnungen, wobei einige der Stoffe auch aus anderen Fetten synthetisiert sein können: (geklaut von der mittlerweile nicht mehr existierenden Borneo Orang-Utan-Hilfe)

  • Cetearyl Alcohol
  • Cetyl Alcohol
  • Cetyl Palmitate
  • Coconut Butter Equivalent (CBE)
  • Coconut Butter Substitute (CBS)
  • Elaeis Guineensis
  • Emulsifiers E471
  • Fatty Alcohol Sulphates
  • Glyceryl Laurate
  • Glyceryl Stearate
  • Hydrated Palm Glycerides
  • Isopropyl
  • Octyl Palmitate (achten Sie auf alle palmitate-Endungen)
  • Palm Oil Kernal
  • Palm Olein
  • Palm Sterine
  • Palmate
  • Palmitate
  • Sodium Dodecyl Sulphate (auch SDS oder NaDS)
  • Sodium Isostearoyl Lactylaye
  • Sodium Laureth Sulphate
  • Sodium Lauryl Sulfoacetate SLSA (meist Kokosöl, kann jedoch auch mit Palmöl hergestellt werden – deshalb unsicher)
  • Sodium Lauryl Sulphate (kann auch nur aus Rizinusöl hergestellt sein)
  • Steareth -2
  • Steareth -20
  • Stearic Acid
  • Vegetable Oil / Vegetable Fat (hoch gesättigtes Fett = Palmöl)





2. Palmölfreie Produzenten stärken!

Einige Firmen in der Kosmetikbranche sind Trendsetter, wenn es um ethisch vertretbare und nachhaltige Kosmetik geht. Im Naturkosmetiksektor ist die Frage nach dem Palmöl schon vor längerer Zeit angekommen und einige Firmen haben reagiert und ihr Sortiment entweder komplett umgestellt oder zumindest den Palmölanteil drastisch reduziert. Ich finde dieses Engagement unterstützenswert und versuche es soweit als möglich mit meinen Kaufentscheidungen zu honorieren.
Der Wermutstropfen hierbei ist oftmals der Preis, denn auf dem Niveau von günstiger Drogeriekosmetik liegt dieser oftmals leider nicht. Für mich ist es verkraftbar alle zwei bis drei Monate für eine feste Seife zum duschen 5€ auszugeben.
Besonders bei dekorativer palmölfreier Kosmetik ist allerdings ein deutliches Preisgefälle im Vergleich zu den günstigen Drogeriemarken vorhanden. Firmen die mit wenig oder gar keinem Palmöl arbeiten, finden sich vor allem im mittel- und hochpreisigen Naturkosmetiksegment, somit kosten beispielsweise die mir bekannten Lidschatten zwischen sechs und dreißig Euro. Das ist viel, im Vergleich zu den Angeboten an Discountkosmetik, allerdings nicht viel teurer als das herkömmliche Marken- und Luxussegment.
Wenn man weniger, dafür aber gezielter einkauft, sollte sich dieser Unterschied zumindest gänzlich aufheben.



3. Brauche ich das wirklich?

Kürzlich auf dem noch neuen durchaus lesenswerten Blog KonsumRebellion entdeckt: Das Unwort Newism, das einen Trend beschreibt, den ich nicht nur, aber vor allem in der Kosmetik- und Modebranche ausgemacht habe und für den mir bisher ein eingängiger Begriff fehlte: Newism. Kurz zusammengefasst geht es darum, dass der Verbraucher das Wort "neu" mit "gut" gleichsetzt, also um Mechanismen, die Bedürfnisse nach etwas generieren, die eigentlich objektiv nicht vorhanden sind.
Dabei steht der Newism hier lediglich stellvertretend für viele andere Methoden, die uns zum Kauf verleiten sollen und das häufig auch schaffen, weil sie selbst und nicht das Produkt oder eine wirkliche Notwendigkeit Auslöser dafür sind, dass wir ein plötzliches Verlangen danach haben, etwas zu besitzen.
Man muss kein Konsumverweigerer und auch kein Kapitalismuskritiker sein, um seine eigenen Einkaufgewohnheiten ab und an kritisch unter die Lupe zu nehmen, sich auch mal dezidiert mit seiner Kosmetiksammlung zu befassen und sich selbst die Frage zu stellen, ob man das alles wirklich braucht und ob man mit ein wenig Abstand noch sagen würde, ob es das wert war.
Auch ich tappe ab und an in die Falle: Etwas ist neu und ich muss es probieren, außerdem kostet es ja kaum etwas. Dafür hat sich im Laufe der Zeit eine illustre Aneinanderreihung ähnlicher Produkte angesammelt, die häufig nahezu austauschbar sind und in der Rückschau würde ich vieles davon nicht mehr kaufen. Es geht also ganz konkret darum diesen Mechanismus zu verstehen und ihm konsequent entgegenzuwirken.
Es schadet nicht, sich schon vor dem Betreten der Drogerie und erst recht auf dem Weg zur Kasse zu fragen, ob man nicht bereits 5 ähnliche Farben im Kosmetikschrank liegen hat oder ob man nicht erstmal bei der bewährten und noch halb vollen Körperbutter bleibt, bevor man sich eine mit "verbesserter Rezeptur" oder "neu"-Aufkleber anschafft.



4. Do it Yourself! - oder - Simplify!

Um ehrlich zu sein habe ich mich an diese Option noch nicht herangewagt, Seife kochen oder Peeling zusammenrühren ist mir noch immer recht fremd und ich weiß bisher viel zu wenig über die Zusammensetzung von Kosmetika. Allerdings gibt es viele Blogger die bereits positive Erfahrungen mit DIY-Kosmetik gemacht haben und auch in Magazinen finden sich immer wieder Tipps und Rezepte. Wer etwas mehr Ahnung von der Wirkweise bestimmter Inhatsstoffe hat, kann auch versuchen etwas ganz eigenes zu kreieren.
Neben vielen Informationsmöglichkeiten um "richtige" Kosmetik herzustellen, gibt es aber auch altbewährte Hausmittelchen, auf die man zurückgreifen kann und die ihren Zweck erfüllen. Das bekannteste Beispiel ist wohl die Gurkenmaske, aber auch Pasten aus Heilerde und Co, sowie altbekannte Wundermittelchen wie Teebaumöl, erfreuen sich nicht umsonst seit Jahrhunderten großer Beliebtheit.
Wem aufwendiges Selbstanrühren zu anstrengend ist, der findet vielleicht in diesem Bereich etwas.



5. Neues wagen!

Meine anfängliche Skepsis gegenüber festen Körperpflegeprodukten ist mittlerweile völlig verflogen. Dass man sich mit einem Stück Seife die Haare waschen kann, wirkte für mich anfangs wie die Reminiszenz an einen Italo-Western: Ein schmutziger Cowboy, ohnehin eher ungepflegt, mit Seife im Wasserloch- ein Provisorium eben, aber nichts was ich mit Pflege oder Sauberkeit in Verbindung gebracht hätte.
Mittlerweile muss ich den Eindruck aber revidieren: Seife für Haare und Haut funktioniert genauso gut wie das flüssige Pendant aus der Tube. Zudem hat sie den Vorteil, dass man allerhand Plastikmüll spart, wenn man auf feste Pflegeprodukte umsteigt. Statt Haarkuren oder Bodylotions kann man spezielle Öle verwenden und damit beeindruckende Ergebnisse erzielen und statt der fertigen Peelingmaske aus der Packung wirkt ein spezieller Peelinghandschuh Wunder und ist vielleicht sogar noch verträglicher.
Ein Umstieg auf palmölfreie Kosmetik bedeutet nicht ein weniger an Pflege oder Wirkung, aber es erfordert ein gewisses Umdenken und die Bereitschaft sich nochmal ganz neu mit der Materie zu befassen.


6. Reduzieren

Zugegeben, der letzte Punkt fällt aus der Auflistung heraus, denn palmölfrei ist dieser Tipp nicht unbedingt.
Ich halte es für wichtig, dass man sich selbst klarmacht, dass man, egal wie enthuasiastisch man in den Palmölverzicht startet, irgendwann zwangsläufig wieder Palmöl nutzen wird, sei es, weil man im Urlaub ist und nichts anderes kaufen kann oder weil man aufgrund von Unverträglichkeiten keines der verfügbaren Produkte verträgt.
Das bleibt nicht aus, denn das Angebot palmölfreier Kosmetika ist noch gering und bei weitem nicht flächendeckend erhältlich, bzw. an alle Bedürfnisse angepasst.
Stattdessen kann man sich aber für ein Produkt entscheiden, das einen möglichst geringen Anteil Palmöl oder Palmölderivat beinhaltet. Auch bei Kosmetika gilt: Was an erster Stelle steht ist Hauptbestandteil, der Inhaltsstoff ganz am Ende läuft meist unter ferner liefen.




Weiterlesen:
Mixxed Greens
Pseudoerbse - Blanc et Noir
Robin Wood
Teil 1: Nahrungsmittel ohne Palmöl
Teil 3: Palmöl im Alltag

Freitag, 6. Juli 2012

What I Ate Wednesday #3



morgens: 



250g Yofu, Haferflocken, Johannisbeeren, alles bio, Haferflocken und Beeren aus der Region: 1,10€ 


mittags: 



Spaghetti mit Pilzen (beides bio) und gelber Zucchini (bio und regional):  0,50€
Rucola (regional und bio) mit Tomate (bio): 0,60€


nachmittags:

ein Apfel, ein paar Johannisbeeren, 2 kleine Aprikosen (alles bio und regional): 0,60  


abends:



Kartoffelpuffer halb/halb mit Apfel-Aprikosenmus (alles bio & regional): 0,80€
Landgurke, Rettich (beides bio und regional) und Tomate (bio): 0,50€




gesamt:
4,10€




*Disclaimer: ja, die Tischdecke sollte gebügelt werden. 

Dienstag, 3. Juli 2012

Palmölvermeidungsstrategien - Teil 1: Nahrungsmittel ohne Palmöl

Es hat immer einen faden Beigeschmack etwas auf der einen Seite zu verurteilen, dafür aber keine Alternativen aufzuzeigen. Bei Palmöl und -fett ist das nicht anders und ich möchte sagen, dass ich es nach wie vor schwer finde, komplett ohne auszukommen. Mit ein paar mehr oder weniger einfachen Tricks kann man den Konsum aber zumindest sehr drastisch reduzieren.
Ein großes Problem an Palmöl ist, dass es nicht nur in allem enthalten ist, sondern auch häufig nicht als das deklariert ist, was es ist. In Nahrungsmitteln versteckt es sich meistens unter der Bezeichnung "pflanzliche Öle und Fette", da Palmöl und -fett eines der günstigsten Fette ist, ist es auch eines der am häufigsten eingesetzten.
Hier sind meine sieben ultimativen Tipps für eine Umstellung auf eine palmölreduzierte Ernährung, die sich so in leicht abgewandelter Form aber auf jede Ernährungsumstellung übertragen lassen.




1. Selbst machen!

Der erste und einfachste Tipp ist, soviel wie möglich selbst herzustellen. Ich habe bei der kritischen Beleuchtung meiner Ernährungsgewohnheiten feststellen müssen, dass die größte Menge Ölpalmenprodukt sich in Fertig- oder Halbfertiggerichten versteckt hatte. Vor allem in süßen Backwaren findet sich fast immer einen Anteil, ich würde sogar fast soweit gehen zu behaupten, dass ich noch keine Kekse gesehen habe, die definitiv sauber sind, wo also nicht wenigstens undeklarierte pflanzliche Fette und Öle vorkommen.
Zum Backen verwende ich mittlerweile meistens Öl, denn eine zufriedenstellende Lösung was Margarine angeht habe ich bisher noch nicht finden können. Das funktioniert nicht für alle, wohl aber für viele Rezepte. Cookies, Kuchen und Torten habe ich alle schon mit regionalen Ölen hergestellt und der Geschmacksunterschied war marginal bis gar nicht vorhanden. 
Vieles (wie zB Backmischungen oder Fertigteige) lässt sich ohnehin leicht selbst machen. Bei manchem macht das Experimentieren auch besonderen Spaß. Ich habe in den letzten Jahren angefangen von Aufstrichen über Marmelade bis zu Likör vieles selbst zu machen und obwohl ich mir das anfangs nicht vorstellen konnte, möchte ich die Freiheit, die mir das selbst zubereiten gibt nicht mehr missen. 
Generell gilt hier der einfache Grundsatz: Wer nur Rohprodukte verarbeitet, weiß nicht nur was drin ist, sondern kann die Zusammensetzung selbst bestimmen.


2. Ersetzen!

Für vieles gibt es eine palmölfreie Alternative, man muss sie nur finden.
Vor allem bei alltäglichen Produkten achte ich darauf meine Einkaufsgewohnheiten zu verändern und palmölfreie Alternativen zu wählen. Das ist, wie alles, anfangs etwas anstrengend und erfordert eventuell etwas Rechercheaufwand, mit der Zeit entwickelt sich das aber zur Normalität, denn man greift ja sowieso immer zu den gleichen Produkten. 
Manchmal lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste verschiedener Konkurrenzprodukte, andere Male muss man ein bisschen intensiver googeln. Die meisten Fragen sind so oder so ähnlich schonmal gestellt worden und online für die Ewigkeit dokumentiert. Wenn man auf diesen Wegen noch immer nicht fündig geworden ist, kann man verschiedene Hersteller anschreiben und nachfragen. 
Außerdem kann ich nur den Tipp geben mutig zu sein und bei dem Händler eures Vertrauens nachzufragen: Vor allem in Bioläden habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Verkäufer nicht nur sehr bemüht sind, sondern oft schon mit dem Problem vertraut sind und gezielt Produkte aus dem eigenen Sortiment anbieten können. Auch falls etwas nicht vorrätig oder gelistet ist, habe ich schon öfter erlebt, dass besonders in kleinen Bioläden angeboten wurde gezielt im Großhandel nachzufragen und Produkte mitzubringen. In größeren Reformhausketten hört man auch öfter mal den Satz "wenn sie etwas bestimmtes wollen, bestellen wir das gerne für Sie" und wenn man dort regelmäßig einkauft, passen manche Filialen auch das Sortiment an die Wünsche der Stammkunden an.
Falls Bedarf und Interesse besteht, würde ich vielleicht eine eigene Alternativensammlung anlegen.

(In diesem Punkt müsste eigentlich die weiße Liste Palmöl der Borneo Orang-Utan-Hilfe verlinkt werden, diese ist leider online nicht mehr auffindbar, ich trage sie nach, sobald sie wieder erreichbar ist)


3.  Nachhaken!

Es schadet nie Firmen anzuschreiben und nachzufragen, ob bei ihnen Palmöl Verwendung findet oder ob sie palmölfreie Produkte anbieten. Vor allem im Biosektor habe ich die Erfahrung gemacht, dass auf meine Anfrage oftmals mit einem "wir arbeiten daran den Anteil von Palmöl zu reduzieren" geantwortet wurde. Ich habe bisher nicht bei vielen Firmen eine konkrete Verbesserung ausmachen können, einige gehen aber mittlerweile mit gutem Vorbild voran und reduzieren den Anteil von Palmöl in ihren Produkten so gut wie möglich und nehmen damit eine unterstützenswerte Vorreiterrolle ein.
Ansonsten gilt auch hier die altbekannte Wirtschaftsweisheit, dass es sich immer lohnt eine Nachfrage zu schaffen. Da das Bewusstsein für Palmöl wächst, ist es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis das Label "palmölfrei" auf Produkte, zumindest im Biosektor, gedruckt werden wird. 
(auf der anderen Seite warte ich täglich darauf, dass einer der großen Safthersteller auf die Idee kommt endlich die gelatinefreien Säfte auszuweisen, insofern ist meine Vorhersage vielleicht ein wenig forsch)


4. Gewohnheiten ändern!

Zugegeben, man muss ein wenig flexibel sein. Nicht immer ist es möglich alles 1:1 zu ersetzen oder die möglichen Ersatzprodukte schmecken einem einfach nicht. Hier heißt es Kreativität beweisen und statt Margarine beispielsweise Sojaquark unter die Marmelade zu streichen oder Rezepte anzupassen oder umzuändern. Für manche liebgewonnenen Frühstücksgewohnheiten findet man auf die Schnelle eben keinen annehmbaren Ersatz. Wer seit Jahren das gleiche Müsli oder den gleichen Aufstrich isst, steht schnell vor dem Satz "darauf kann ich nicht verzichten".
Es ist nicht immer einfach und, zugegeben, manchmal auch ein wenig belastend. Trotzdem lohnt es sich, über seinen Schatten zu springen und sich auf unbekannte Lebensmittel einzulassen. 
Manches Mal entdeckt man aber auch großartiges Neues. Und, ohne jetzt floskelartig klingen zu wollen: Es schadet auch nicht, gewohnte Wege zu verlassen und sich ganz anders zu orientieren, auch kulinarisch nicht.


5. Regional einkaufen!

Es gibt viele gute Gründe sich für regionale und saisonale Produkte zu entscheiden, Palmöl schlägt hier gleich doppelt zu Buche: Zum einen verwenden regional produzierende Betriebe meist kein Palmöl (zumindest wird hier in der Gegend das Label "regional" sehr konsequent verwendet) zum anderen wird aus Palmöl auch Biosprit gewonnen, daher die einfache Rechnung: je regionaler, desto weniger Sprit, desto weniger Palmölverbrauch.


6. Verzichten!

Verzicht ist kein beliebtes Thema, aber irgendwann kommt man an den Punkt, an dem man sich eingestehen muss, dass nachhaltiger Konsum manchmal vor allem eins bedeutet: zurückstecken. Oftmals wird reflexartig behauptet, dass man nicht den Eindruck habe zu verzichten, das kann ich so allerdings nicht zu 100% unterschreiben. Zwar ist die Entscheidung bewusst getroffen worden und in meinen eigenen vier Wänden empfinde ich meinen Lebensstil auch weder als aufwendig noch als verzichtreich, außerhalb sieht die Sache aber schon wieder ganz anders aus.
Ich will das weder überdramatisieren noch kleinreden, denn man wird ebenso mit vielen neuen Entdeckungen entschädigt. Außerdem empfinde ich das was ich mache auch nicht als sonderlich "löblich" sondern lediglich als Einhaltung des Mindeststandards, den ich an mich anlege. Wenn ich gegen etwas bin, mich gegen etwas ausspreche und davon überzeugt bin, dass es moralisch falsch ist, dann sollte ich es unterlassen, nicht mehr und nicht weniger steckt dahinter, wenn ich Palmöl vermeide.
Das heißt in seiner Konsequenz dann aber eben auch oftmals, dass man nicht jedem seiner Gelüste nachgeben kann und das ist etwas, was mir auch selbst schwer fällt, denn das was ich gelernt habe ist, dass die meisten Konsumgüter immer und in ausreichender Menge vorhanden sind, eine Einstellung, die bei genauerer Betrachtung tiefer sitzt als man meinen möchte. Die Entscheidung zu verzichten ist also vornehmlich eine Entscheidung Verzicht zu lernen. 


7. Genießen!

Nach allem werben für einen bewussten Verzicht soll aber auch der Genuss nicht zu kurz kommen. Sich einzuschränken und Dinge aus seinem Speiseplan zu entfernen ist schon länger in den Verruf gekommen, denn viele meinen, dass dabei die Freude am Essen hintenangestellt wird. Ich vertrete allerdings den Standpunkt, dass Verzicht und Genuss sich nicht gegenseitig ausschließen und eine Ernährung, die den Fokus auf Regionales und Frisches legt sogar im Gegenteil viel genussvoller ausfällt, als eine, die sich aus Fertigpizzen, unreif geerntetem Obst und Tetrapacksoßen zusammensetzt. 
Man sollte das durchaus auch einmal von der anderen Seite beleuchten:
Vor allem die Slow-Food-Bewegung propagiert deswegen eine regionale Ernährung, die Lebensmittel aus handwerklichen Traditionsbetrieben bevorzugt, weil ihr Anhänger darin den Garanten für das richtige sinnliche Erleben von Nahrungsmitteln sehen. Die Besinnung auf traditionelle Pflanzensorten, möglichst frische Produkte und die Abkehr von industriell genormter Nahrung, geht für jeden ersichtlich nicht mit einem weniger an Genuss einher; sobald man die Entscheidung für eine ähnliche Ernährung aber nicht aus Genussgründen, sondern ethischen Erwägungen trifft, haftet an einem schnell das Etikett des Genussfeindes. 
Deswegen halte ich es für falsch Einschränkungen reflexartig mit Genussfeindlichkeit gleichzusetzen, auch wenn sich die Auswahl reduziert. Im Gegenteil kann das Wegkommen von industriell gefertigtem Standardessen dazu führen, dass man den Genuss am Essen erst entdeckt.
Genuss ist wichtig, weil Essen eben so viel mehr sein kann als Nahrungsaufnahme und es auch ist: Essen ist kulturelle Identität und emotionale Notwendigkeit. Darum sollte man sich nicht bringen wollen und ein Ernhrungsstil in dem nicht auch Genuss inbegriffen ist, lässt sich nur schwer über einen langen Zeitraum durchhalten.