Sonntag, 25. November 2012

400 Kindersklaven in Burkina Faso befreit


"Polizei befreite Hunderte Kindersklaven in Burkina Faso

Polizisten haben im westafrikanischen Burkina Faso mehr als 400 Kindersklaven aus Bergwerken und von Baumwollplantagen befreit. Wie die internationale Polizeibehörde Interpol mitteilte, wurden die Kinder bereits Ende Oktober gerettet. Interpol hatte die Befreiungsaktion geleitet.
„Wir haben sie in Bergwerken gefunden und aus sehr tiefen Löchern geholt“, bestätigte gestern Patience Quaye, eine hochrangige Polizeibeamtin im Nachbarstaat Ghana. 73 Verdächtige wurden festgenommen. Ihnen wird unter anderem Menschenhandel zur Last gelegt. Die Kinder arbeiteten in den Bergwerken unter „extremen Bedingungen“, so Interpol.
Sie wurden demnach gezwungen, in engen, bis zu 70 Meter tiefen Schächten Gold abzubauen. Lohn erhielten sie nicht. Die Behörden in Burkina Faso versuchen nun, ihre Familien zu finden, sagte Quaye. Einige der Kinder stammten aus dem Niger, fügte sie hinzu. Bei den meisten der Opfer handele es sich um Jungen - die jüngsten von ihnen sind nach Angaben von Interpol sechs Jahre alt. Mädchen wurden zudem auch Opfer sexuellen Missbrauchs."


Originaltext auf orf.at

Eine Randmeldung, die in den letzten Tagen in mehr oder weniger gleichem Wortlaut in verschiedenen Zeitungen zu finden war. Mich treffen solche Meldungen nach wie vor - mehr als 400 Kinder, das sind mehr als 400 individuelle Schicksale. Man mag sich die Verzweiflung von Eltern nicht vorstellen, die ihre Kinder für 20€ in die Sklaverei verkaufen oder sie, in der Hoffnung auf Bildung und ein besseres Leben, Fremden anvertrauen.

Donnerstag, 22. November 2012

Kehsetest - Veggiekäse im Schmelzvergleich

Mehr durch Zufall als gewollt bin ich zu verschiedenen veganen Käsesorten gekommen. Und da ich ja schon öfter mal welchen getestet habe, dachte ich ich mache mal einen Sammelpost mit Direktvergleich:








 Dem No Muh Chäs Melty hatte ich schonmal einen eigenen Post gewidmet. Daran hat sich nichts geändert: geschmacklich ist er wirklich top, kein unangenehmer Nachgeschmack, leicht käsig, allerdings lässt er sich schwer verarbeiten (wegen der cremigen Konsistenz) und er schmilzt schlecht bis gar nicht.
Trotzdem kann er was, was fast kein anderer kann: er ist eine geschmackliche Bereicherung, auch wenn er keine Illusion von 'Käse' erzeugt.
Großes Plus ist die Palmölfreiheit, außerdem ist er glutenfrei.

Beim nächsten Versuch würde ich ihn eventuell nochmals mit Öl strecken, um das Schmelzergebnis so eventuell zu optimieren.

 Der Veggie Delight von Viana ist noch relativ neu auf dem Markt.
Geschmacklich erinnert er an Gouda, allerdings bilde ich mir ein, dass ich auch hier ein wenig Stärke herausschmecken konnte.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Kaufkäsearten ist der Nachgeschmack sehr dezent, für meine Begriffe vielleicht ein bisschen zu dezent. Im geschmolzenen Zustand war er geschmacklich auf der Pizza kaum mehr wahrnehmbar.
Auch im puren Zustand schmilzt er erstaunlich gut, vor allem, weil ich ihn nicht gerieben, sondern gehackt habe.

Leider ist im Veggie Delight Palmöl enthalten.
 Mit Öl vermengt ist das Schmelzergebnis des Veggie Delight nahezu optimal. Auch wenn der Biss nicht an Käse erinnert und er keine Fäden zieht, so ist das Schmelzergebnis von den hier getesteten definitiv das beste.
Ich würde ihn nicht unbedingt für Pizza, sondern eher für Toast Hawai und Co verwenden, roh erinnert er, an sehr milden Gouda.
 Der Wilmersburger Pizzaschmelz ist der Favorit der meisten Veganer - für mich relativ unverständlich. Ich habe bei ihm immer wieder das gleiche Ergebnis, beim ersten Versuch denke ich "hm, ja, geht" beim zweiten Mal stört mich der Nachgeschmack dann extrem.
Anscheinend gehen die Meinungen da stark auseinander, aber ich mag ihn wirklich überhaupt nicht. In den meisten Fällen, so auch hier, bleibt nach dem backen eine salzige Kruste zurück, die, wenn überhaupt, nur sehr entfernt an Käse erinnert.
Links im Bild ist der Wilmersburger vermengt mit neutralem Pflanzenöl. Das Schmelzergebnis ist so lala - vor allem im Direktvergleich mit dem Veggie Delight, der viel grober gehackt war und trotzdem viel gleichmäßiger geschmolzen ist.
Ohne Beigabe von Öl ist die Streuselstruktur noch deutlicher zu erkennen.

Beim Wilmersburger ist positiv zu vermerken, dass in Zukunft auf Palmöl in der Produktion verzichtet werden soll.
 Definitiv am schlechtesten ist das Schmelzergebnis beim No Muh Chäs Rezent - hier mit Öl vermengt. Zum No Muh Chäs Rezent hatte ich bereits ausführlich berichtet.
Der Käse schmilzt so gut wie gar nicht, selbst Öl kann da nicht weiterhelfen.
Geschmacklich bleibt er allerdings mit der beste - kein fieser Nachgeschmack und herzhaft käsig, macht er seiner schweizer Herkunft alle Ehre. Für Pizza ist er mir persönlich ein wenig zu intensiv - vor allem wenn er noch mit anderen Zutaten konkurrieren muss. Für ein Käsesandwich allerdings ist er nahezu perfekt. Eine der Sorten, die ich auch guten Gewissens einem Omni zum probieren geben würde.
Ohne Öl sieht das Schmelzergebnis noch weniger überzeugend aus. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass er entgegen dem Anschein allerdings tatsächlich weich wird und durchaus ein angenehmes Mundgefühl hinterlässt.

Auch dieser Käse ist palmölfrei.

















Fazit: Schmelzsieger ist mit großem Abstand der Veggie Delight Classic Gouda Style. Geschmackssieger der No Muh Chäs Melty, da er auch der Frage standhalten kann, ob ich ihn guten Gewissens einem Omni anbieten würde. Insgesamt würde ich aber nach wie vor behaupten, dass auf dem Gebiet des veganen Käses noch ein großes Stück Arbeit vor uns liegt. 










Mittwoch, der 16.




morgens:





morgens: Rosinenscones mit Butternut-Boskop-Konfitüre, Kiwi und Tee




mittags:




Kartoffel-Lauch-Gratin
Oben drauf ist Wilmersburger, den ich geschenkt bekommen und hiermit endlich aufgebraucht habe. Mal wieder nicht wirklich geschmolzen (trotz extra Flüssigkeit und Fett) und geschmacklich auch vernachlässigbar (bestenfalls). Das Karoffel-Lauch-Gratin war aber vorzüglich, das nächste Mal dann wieder ohne Wilmersburger ;)



abends:




Resteessen (aka das was im Kühlschrank rumliegt und dringend weg muss):
gebratene Sojamedaillons (mariniert in Rotwein, Brühe und passierten Tomaten), Soße aus dem Mariniersud (mit extra Champignons und Gewürzen), Weizenkorn mit Resten von indischem Vleischsalat aus dem Gläschen und Rosenkohl in Mandelmilch und Hefeflocken

Montag, 19. November 2012

Sorry! Doch wieder Captcha...

Ich weiß - das Captcha nervt fürchterlich! Allerdings habe ich momentan große Probleme mit Spamkommentaren, in den letzten Tagen hat es sich so sehr verschlimmert, dass ich jedes Mal beim einloggen mehrere Spamkommentare löschen musste. Nachdem heute nun bereits der 15. eingetrudelt ist, habe ich mich entschieden auf unbestimmte Zeit das Captcha wieder zu aktivieren.

Mich nervt das Captcha selbst sehr, weswegen ich dankbar wäre, wenn jemand eine andere, praktikablere Lösung parat hätte...

Samstag, 17. November 2012

Board zum 15. Vegan Wednesday



Das Board zum 15. Vegan Wednesday ist fertig - nach einem kleinen Kampf mit Pinterest (irgendwie scheint mir die Technik da ein bisschen verbuggt zu sein....) und entsprechender Genervtheit auf meiner Seite, hab ichs heute Abend endlich unter Verwendung verschiedener Browser geschafft - puh!
Ich hoffe, dass ich alle erwischt habe, falls irgendjemand seinen Beitrag vermissen sollte, einfach ganz laut HIER schreien (oder schreiben), dann hol ich das natürlich noch nach!

Ich finde, dass es dieses Mal ein besonders hübsches Board geworden ist - wer einen Pinterest-Account hat, kann sich die tollen Ideen gleich in Pinform für seine eigenen Boards klauen und so eine to-cook-Liste erstellen. Das hat natürich den angenehmen Nebeneffekt, dass man den Teilnehmern auch gleich noch ein bisschen den Rücken stärkt, jeder freut sich doch, wenn das eigene Bild geliked und gerepinnt wird (oh wei, mein Denglisch...).
Ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Ich bin langsam versucht eine Initiative für mehr Jungs beim Vegan Wednesday ins Leben zu rufen, also liebe Blogger da draußen, zeigt doch mal was ihr so esst!

Der Vegan Wednesday lebt von den unterschiedlichen Gewohnheiten, Vorlieben und Ideen der Teilnehmer, umso begeisterter bin ich, dass auch diese Woche ein paar neue zu uns gestoßen sind:

Charlotte von Vegan Cuisine
Fräulein Moonstruck von Fräulein Moonstruck kocht
gogreeneatclean
neuesvomtrickser von Schleckermäulchen
zoenm von miscellanea


In den nächsten Tagen findet ihr auf Facebook eine kleine Auswahl meiner Lieblingsbeiträge aus dieser Runde - nächste Woche gehts dann weiter bei Julia auf mixxedgreens.de

Mittwoch, 14. November 2012

Mittwochsessen #15




morgens:



meistens hab ich direkt nach dem aus dem Bett kriechen noch keinen rechten Hunger, deswegen verlege ich mein Frühstück, soweit möglich, auf den Vormittag: heute mit Yofu, Haferflocken, Apfel, Kiwi und gehackten Mandeln, dazu ein Hagebuttentee (ich will ja weg vom Kaffee...)




mittags:




wegen größerer Mengen Gemüse in meinem Kühlschrank (das langsam mal verarbeitet werden musste) gab es herbstliche Frühlingsrollen (Reispapier) gefüllt mit Ofengemüse (Hokkaido, Zucchini, Aubergine, Rosenkohl) und als Beilage Bällchen aus Sonam's Tsampa (mit Mandelmilch und Tahin) gewälzt in zweifarbigem Sesam



nachmittags:



Dank meiner Mutter kam ich nach Jahren mal wieder in den Genuss einer Drachenfrucht, wer sie nicht kennt: sie schmeckt ein bisschen wie dezente Litschi, eventuell erinnert sie auch an Kiwi; eigentlich sieht sie um einiges spektakulärer aus, als sie im Endeffekt ist




Stellvertretend für das restliche Obst, das ich so im Laufe des Tages vernichtet habe, auch nochmal ein Elstar-Apfel




abends:




da vom Mittagessen noch Zucchini und Hokkaido übrig waren, habe ich diese mit Oliven zusammen in den Ofen geworfen, dazu gab es Stampfkartoffeln mit Kürbiskernöl und eine Avocado'soße' (oder -paste), die sich lose an CC's Rezept für Avocadopesto orientiert hat

Vegan Wednesday #15








Könnt ihr glauben, dass es schon der 15. Mittwoch ist, an dem wir eure Essensfotos einsammeln? Mir ist, als hätten wir erst gestern die Idee gehabt... umso begeisterter bin ich, wenn ich durch die vielen Boards mit den schönen Ideen blättere und an dieser Stelle möchte ich mich ganz ganz herlich bei allen bedanken die mitmachen und auch wenn das sammeln und pinnen natürlich ein klein wenig Arbeit macht (wie ja in den Kommentaren schon manches Mal vermutet wurde...), ist es jede einzelne Minute wert! 

Danke euch allen, dass ihr mit urer Teilnahme den Vegan Wednesday überhaupt möglich macht und damit auch diese Woche wieder ein Board herauskommt, das prall mit bunten Essensbildern gefüllt ist, hinterlasst doch bitte direkt unter diesem Post den Link zu eurem Beitrag. 
Mal sehen, mit was ihr mich diese Woche wieder überrascht!

Mittwoch, 7. November 2012

Vegan Wednesday #14







Frühstück: 




Grießbrei mit Zimt, Kiwi, Pfeffermintee und (nicht auf dem Bild) 2 Mandarinen







mittags:



hätten auch gut zum Halloweenpost gepasst:
Paprika und Kugelzucchini gefüllt mit einem "Dinkelrisotto" mit Gemüse-Tomatensoße





nachmittags:



Grünkohlchips kennt seit dem letzten Jahr wohl jeder, hier die Abwandlung mit den äußeren Blättern von Rosenkohl-Röschen (mit Olivenöl, Salz und 'Scharfmacher'-Gewürzmischung), leider gab meine Kamera bei den Lichtverhältnissen schon auf





abends:

beim Abendessen hat die Kamera dann endgültig vor den Lichtverhältnissen kapituliert:
Salat aus Chinakohl und Paprika mit steirischem Kürbiskernöl


Donnerstag, 1. November 2012

Weltvegantag - Meine 10 Gründe dafür gerne vegan zu leben

Nicht nur ist heute, wie jedes Jahr am 1. November, Weltvegantag, gestern fiel mir auch zufällig auf, dass mein 200. Post ansteht. Nun bin ich eigentlich nicht der große Fan von Jubiläen und neige dazu über diejenigen, die runden Zahlen eine besondere Bedeutung beimessen, müde zu lächeln, allerdings wollte ich den Post sowieso schon seit einiger Zeit schreiben, deswegen nutze ich diese Gelegenheit jetzt für meine Liebeserklärung ans vegane Leben. Von nervigen Nachbarn, ätzenden Kellnern und überall enthaltenem Milchzucker liest man auf Blogs ja oft genug, das ist aber bei weitem nicht alles was das vegane Leben zu bieten hat. Und da zum Thema vegan werden schon genug gesagt worden ist, kommen hier meine wichtigsten 10 Gründe um vegan zu bleiben: 




1. Diversität entdecken

Durch die Umstellung auf eine vegane Ernährung habe ich viele Nahrungsmittel für mich entdeckt, die für die meisten als exotisch gelten. Um unbekannte Obst- und Gemüsesorten zu finden muss ich mittlerweile schon in den Asialaden oder auf den Wochenmarkt gehen (hier gibt es ein paar Anbieter die alte Sorten kultivieren, da ist dann doch manchmal eine Überraschung dabei). Wenn es um vegane Speisen aus aller Welt geht bin ich mit die erste die probieren möchte nd es auch versucht, nicht alles schmeckt mir, aber ich habe meinen Speiseplan mit einer Menge Lebensmittel und Zubereitungsarten erweitert, auf die ich bestimmt nicht gekommen wäre, wenn ich mich nicht vegan ernähren würde. Das fängt schon an bei den verschiedenen Milchsorten, ich habe mich von der Standardsojamilch mittlerweile über mehrere Nuss- und Getreidemilchsorten probiert, wenn man dann noch bedenkt, dass es das noch als Mischung gibt, ist für jeden Geschmack und jede Bedürfnis was dabei. Egal ob Rambutan, Portulak, verschiedene Kürbissorten oder Tempeh, die Welt des veganen Essens ist bunt und vielfältig. Und es gibt noch soviel mehr, das sich zu entdecken lohnt!

2. Positiv überrascht werden

Den missmutigen Kellner und den belustigt dreinblickenden Onkel auf der Familienfeier kennt wohl jeder Veganer, allerdings gibt es auch das Gegenteil, nämlich den Arzt, dem man, schon auf eine Standpauke gefasst, seine Ernhährungsgewohnheiten berichtet und der statt irreale Warnungen von sich zu geben Interesse zeigt und erkärt, dass er das Ernährungskonzept voll unterstütze. Oder auch die lose Bekannte, die sich nach mehreren Monaten als Veggie zu erkennen gibt. Die Kekse, die man als Kind so gern gegessen hat, die tatsächlich vegan sind oder auch auf einmal mit einem Überangebot veganer Aternativen im Supermarkt überrascht zu werden, weil sich der Filialleiter die Nachfrage zu Herzen genommen hat.
Wer jetzt vegan wird, kann sich vielleicht gar nicht mehr so recht vorstellen, dass vor ein paar Jahren eine vegane Alternative auf einer Speisekarte noch eine Sensation war, die man nicht so recht glauben konnte, dass Tofu oder Veggie-Bolognese im Glas vielleicht in dem allerentlegendsten Reformhaus am Ende der Stadt vorrätig waren und dass man sebst im ökolastigsten Bioladen von der Verkäuferin äußerst kritisch gemustert wurde, wenn man eine der zwei Sojamilchsorten aufs Band legte.
Trotzdem ist es auch heute jedes Mal wieder ein kleines Glücksgefühl, wenn man etwas veganes entdeckt.

3. Das Outing sortiert zuverlässig die Vollspaten aus dem Freundeskreis aus - garantiert

Für viele mag das nicht wie ein positiver Punkt klingen, aber wer sich im Bekanntenkreis als Veganer outet, kann damit ziemlich zuverlässig jede intolerante und von sich selbst eingenommene Person eliminieren und das innerhalb kurzer Zeit. Bei mir wars um keinen schade, eigentlich handelte es sich nämlich sowieso lediglich um diejenigen, die mir mit ihrer Art schon mehrmals auf die Nerven gefallen sind.

4. Einblick in vorgebliche Normalitäten

Ich kenne nicht viele Menschen, die die Herkunft jedes Produkts hinterfragen und wissen wollen unter welchen Bedingunegn es hergestellt wurde und zu welchem Preis. Tatsächlich sind die meisten davon Veganer. Die traurige Konsequenz: Die Herkunft der meisten Konsumgüter ist dem Großteil der Menschen schlicht nicht bewusst, bestenfalls ist verkürztes Halbwissen vorhanden und genauso wird auch konsumiert. Die Beschäftigung mit Produktionsbedingungen, mit Ausbeutungsstrukturen und den Folgen ist etwas, was durch die Entscheidung vegan zu leben ein Gesicht bekommt. Anfangs sind es vielleicht die Kälbchen oder Küken, die einen animieren sich mit dem 'woher' auseinanderzusetzen, wenig später aber begreift man, dass die Ausmaße ganz andere sind, man liest von feudalen Bedingungen bei der Sojaproduktion in Südamerika, von Sklavenhaltung für Genussmittel in Afrika und von Löhnen für die Herstellung von Wohlstandsschrott, die so niedrig sind, dass die Arbeitnehmer nichtmal eine menschenwürdige Unterkunft, geschweige denn ausreichend Nahrungsmittel erwirtschaften können. Vegan ist der Einstieg, um hinter die Maske des Kapitalismus zu blicken und der Ausgangspunkt um festzustellen, dass nicht nur traurige Kälbchen und gequälte Testkaninchen Verlierer unseres durch Geburt erworbenen Wohlstandes sind.

5. Abenteuerurlaub

Für mich ist jede Fahrt in eine neue Stadt oder gar ein neues Land anstrengend. Ich kann nicht einfach in ein x-beliebiges Restaurant gehen und blind aufs Menü tippen, in der Hoffnung nicht die Getränkekarte erwischt zu haben, stattdessen ist immer gleich ein rudimentärer Wortschatz erforderlich, anhand dem ich meinem Gegenüber klarmachen kann, was okay wäre und was nicht.
Aber selbst innerhalb Deutschlands gestaltet sich das Essen gehen schwierig, gut ich muss zugeben, dass sich das in den letzten 1-2 Jahren deutlich verbessert hat und da nun mittlerweile jede mittelgroße Cafékette wahlweise auch Sojamilch anbietet, kommt man mittlerweile recht gut über den Tag, außerdem hat sich der Informationsfluss dank dem Internet erheblich verbessert, trotzdem ist es noch immer spannend, spätestens wenn Plan A fehlschlägt und man improvisieren muss, muss man oftsmal zu Plan C-D greifen. Ich stöbere in anderen Städten mittlerweile auch gerne auf Märkten, in Spezialitätenläden oder im Bioladen, meistens komme ich dann auch mit einer interessanten Entdeckung nach Hause und nachdem sich im Bio- und Veggiesektor derzeit sowieso einiges tut, bietet es sich an, mit offenen Augen durch fremde Städte zu laufen, oft findet man ganz zufällig genau das, was man schon seit Jahren gesucht hat.

6. Neue Leute kennenlernen

Man kann von der veganen Szene halten was man will, Veggietum verbindet. Ich würde nicht soweit gehen zu sagen, dass jeder Veggie bei mir gleich einen Stein im Brett hat, aber zumindest ein Grundstein für ein spannendes Gespräch ist gelegt. Über das vegane Bloggen bin ich mittlerweile auch mit vielen Veggies außerhalb Deutschands in Verbindung gekommen, tolle Leute, die ich sonst niemals kennenlernen hätte dürfen und die mir einen neuen Blick auf die Welt ermöglichen. Aber auch im eigenen Land, egal ob übers Internet oder bei Stammtischen... selbst meine Bekannten und Freunde machen mittlerweile mit und stellen mir ihnen bekannte Veganer vor. (Auch wenn ich den Exotenstatus noch immer seltsam finde)
Man muss nicht jeden mögen der auch vegan lebt, wenn ich mir die einschlägigen Facebookgruppen so ansehe, dann möchte ich da auch bei weitem nicht ale kennenlernen müssen, aber ich bin eine kommunikative Person und freue mich immer über neue Bekanntschaften, auch wenn sich daraus nicht zwangsläufig mehr entwickelt, so hat man doch zumindest schonmal einen guten Start.

7. Nach den eigenen Maximen leben - soweit wie möglich

Gründe vegan zu werden gibt es viele, meistens sind es die gleichen oder zumindest ähnliche Gründe vegan bleiben zu wollen. Ich denke irgendwann im Leben muss jeder seine eigenen Prinzipien erkennen, seine Ethik finden und entscheiden, wie er sie auch umsetzen kann. Für mich war eigentlich schon immer klar, dass ich meine eigene Existenz nicht als so wichtig erachte, mich selbst nicht für so großartig und notwendig, dass ich mir das Recht herausnehmen möchte für so unwichtige Dinge wie Bequemlichkeit oder Genuss derart invasiv in ein anderes Leben einzuwirken. Für jemanden wie mich, der schon dem Töten eines Wildtieres ablehnend gegenübersteht, war es also eigentlich nur folgerichtig auch der industriellen Ausbeutung entschieden entgegen treten zu wollen.
Wir mögen nicht alle den gleichen ethischen Prinzipien folgen, manche haben auch andere Gründe bewogen vegan zu werden und vielleicht gibt es sogar ethische Anschauungen, mit denen man Nutztierhaltung begründen und als vertretbar klassifizieren kann, trotzdem halte ich es für notwendig seine Prämissen zu erkennen, sich intensiv mit der eigenen Moralvorstellung auseinanderzusetzen und schlussendlich danach zu handeln. Für mich ist vegan zu leben Ausdruck meiner tiefsten moralischen und ethischen Überzeugungen, insofern nichts großartiges oder etwas was Lob und Zupruch verdient, sondern eine Notwendigkeit und ich bin froh den Schritt getan zu haben.




8. Herausforderungen annehmen

Wenn man vegan lebt, lernt man eines recht schnell kennen. Verzicht. Ob es nun die schicken Lederstiefel sind oder die Pizza mit vier Käsesorten. Den meisten -und da bilde ich keine Ausnahme- fällt es zumindest anfangs schwer vegan zu leben und auf Dinge zu verzichten, die man zuvor als selbstverständlichen Teil seiner Lebenswelt angesehen hat. Entschuldigungen dafür, weswegen man jetzt eben mal nicht konsequent sein möchte findet man schnell. umso befriedigender ist es aber, wenn man irgendwann mal den Punkt erreicht hat, an dem man sich selbst dazu bringt den Kreis sicherer Gewohnheiten zu verlassen und sich aktiv auf die Suche nach Alternativen macht.
Die meisten Fragen sind  schon gestellt worden und mittlerweile sind die Möglichkeiten sich zu informieren gigantisch, es gibt Datenbanken, Linksammlungen, Diskussionen in Foren und Empfehlungen auf Blogs. Egal welche Allergien und Intoleranzen ich habe, ob ich eine spezifische Länderküche herbeizaubern soll oder wegen anderer Einschränkungen auf verschiedenstes achten muss, irgendjemand hat dazu schon ein Kochbuch veröffentlicht und es gibt bestimmt eine handvoll Blogs zu dem Thema.
Irgendwann erreicht man den Punkt, an dem man statt über den Verlust der Bequemlichkeit des alten Lebens zu jammern einfach mal wild drauflosstürmt und feststellt, dass es für die meisten Probleme mittlerweile eine mehr als zufriedenstellende Lösung gibt, dass es Menschen gibt, die bereits mit ähnlichem zu kämpfen hatten und kreativ geworden sind und dass man mit Kreativität und Hingabe so manche Probleme einfach lösen kann. Und auch wenn das vielleicht auf den ersten Blick so klingt, als hätte das in einer solchen Liste nichts veroren, es ermöglicht einem immer wieder ein kleines Stück über sich hinauszuwachsen, ein bisschen zu hinterfragen, ob die Bedürfnisse die man meint zu haben tatsächlich real sind und vor allem auch sich selbst weiterzuentwickeln.

9. kleine Gimmicks

Vegan zu leben ist eigentlich ein Vollzeitjob, das liegt auch daran, dass es mittlerweile Unmengen kleiner Projekte gibt, die einem das vegane Leben versüßen. Ob es nun das traditionelle Weihnachtswichteln ist (mittlerweile gibt es ja mehrere davon), Facebookgruppen, in denen man selbstgemachtes oder schwer erhältliches ertauschen kann, die vegane Blogszene oder auch größere internationale Veranstaltungen wie der Vegan Month of Food - im Umfeld des Veganismus tummeln sich massenweise kreative Köpfe, die immer wieder besondere Ideen haben, mit denen man sich das Leben gegenseitig ein wenig angenehmer gestalten kann.

10. Genuss

Vegan zu leben ermöglicht einem vieles, für mich war es aber vor allem auch ein neuer, anderer Umgang mit Lebensmitteln; ich habe oben schon erwähnt, dass ich dadurch vieles kennengelernt habe, aber es ist auch nur mehr: für mich hat sich mit dem veganen Leben eine ganz neue Genusswelt aufgetan, ich habe neue Gewürzkompositionen versucht, ausgefallene Rezepte probiert und auch durch die Vernetzung mit der internationalen Bloggerszene habe ich Geschmäcker kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte.
In den meisten Veganern stecken kleine Köche, wenn man sie erstmal herausfordert lesen und lernen sie sehr schnell. Ich wage zu behaupten, dass keine andere Subkultur so nah mit Essen und Genuss verknüpft ist wie die vegane und so findet man auf jedem Veganertreffen hervorragende Cupcakes, Muffins und Snacks. Bei gemeinsamen Veranstaltungen versucht jeder mit seinen beliebtesten Rezepten aufzutrumpfen und wenn jemand in meinem Freundeskreis etwas zum naschen mitbringt, dann wars bestimmt ein Veggie der mal wieder ein neues Keks- oder Kuchenrezept ausprobieren wollte.
Ich glaube die meisten Veganer entdecken das Essen vollkommen neu: man setzt sich auf einmal mit geschmacksgebenden Komponenten auseinander, lernt Essen ganz neu kennen und erlernt eine neue Geschmacksvielfalt, klar dass die logische Konsequenz das selbst ausprobieren wollen ist. Wie oft hat man die Möglichkeit etwas vollkommen gewöhnliches neu zu entdecken?
Außerdem: veganer Kuchen schmeckt gleich doppelt so gut, weil er eben nicht selbstverständlich ist; vor allem außerhalb ist und bleibt er eine kleine Besonderheit und macht ihn gerade deshalb zu einer besonders genussvollen Delikatesse. 

Vegan Wednesday#13 -*booohoooo* Halloween



Zum Glück ist der Vegan MoFo jetzt wieder vorbei - ich hatte es letztes Jahr schonmal gesagt und dieses sag ichs wieder: nächstes Jahr nur mit mehr Vorbereitung... Artet ja doch jedes Mal in Stress aus und auf Kochen hab ich jetzt erstmal 3 Monate keine Lust mehr, denk ich....


trotzdem lässt sich nicht verleugnen, dass dieser Mittwoch noch ein wenig unter dem Einfluss des MoFo stand ;)



morgens


Mein letzter MoFo-Beitrag: Puddinghirn mit Kirschblutsoße und Cranberryblutklumpen,
danach war ich erstmal pappsatt





mittags


vom Frühstück gesättigt, das auch irgendwie ein wenig später stattgefunden hat, gabs mittags und nachmittags erstmal ne Ladung Obst, Äpfel und Clementinen in veränderlichen Gewichtsanteilen




abends:




zum Abendessen gab es Feldsalat mit Ofengemüse und Räuchertofu (getränkt in Öl und Knoblauch, mit schwarzem Sesam und Pinienkernen)