Montag, 4. Februar 2013

Ihr fragt, ich antworte

Die Suchanfragen über die man auf meinen Blog stößt sind leider nicht ansatzweise so erheiternd wie die mancher anderer. Allerdings sind immer wieder Keywords dabei hinter denen sich echte Fragen verstecken, also gibts hier mal die Auflösung:


1. "Sind Veganer dünner", "vegan abnehmen", "sind Veganer schlank",...


Es gibt tatsächlich Studien die besagen, dass Veganer in der Regel schlanker sind als der Durchschnitt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn das erklärt sich durchaus auch daraus, dass sich Veganer vor allem aus einer Bevölkerungsgruppe rekrutieren, die tendenziell schlanker ist als der Durchschnitt: junge gut ausgebildete Frauen.
Es gibt aber genauso dicke Veganer, Veganer die erst nach der Umstellung zugenommen haben, Veganer die nch er Umstellung abgenommen haben und welche bei denen alles gleich geblieben ist. Vegan ist nicht die Geheimzutat, die einem automatischen Gewichtsverlust ermöglicht und man kann vegan wunderbar zunehmen, wenn man es darauf anlegt.
Wer gerne schlank bleiben oder werden möchte, dem lege ich in der Tendenz eine Kombi aus weniger Süßkram&Fett und mehr Bewegung ans Herz. Eine Umstellung auf vegane Kekse statt milch- und eihaltigem Gebäck wird aber auf der Waage keine nennenswerten Veränderungen erzielen.


2. Schokolade ohne Palmöl

In letzter Zeit landen vermehrt Menschen hier, die auf der Suche nach palmölfreier Schokolade sind, also hab ich mich mal für euch schlaugemacht:
Tatsächlich darf bei der Herstellung von Schokolade Palmöl verwendet werden, in "purer" Schokolade ist es aber, nach meiner Erfahrung, eher selten zu finden, vor allem im Bio- und Fairtrade-Bereich habe ich eigentlich noch nie Palmöl oder nicht näher definierte pflanzliche Öle und Fette in der Zutatenliste "normaler Schokolade" entdeckt. Häufiger findet es sich zB in Cremefüllungen und Co, wobei häufig in diesem Fall ein sehr dehnbarer Begriff ist.
Problematischer sind Schokoaufstriche und Co, hier wird fast überall Palmöl oder -fett eingesetzt.
Im veganen Bereich kenne ich als einzige palmölfreie Alternative nur den Nougat Noir Aufstrich von Eisblümerl.


3. "Einsteigertipps für Veganer", "vegan werden", "wie werde ich Veganer",...

Bevor ich jetzt einen ganzen Roman darüber schreibe, verlinke ich lieber den wirklich gut geschriebenen und recherchierten Guide von Jane, auch lesenswert: die darunter verlinkten und beantworteten Fragen.


4. "Mozzarisella Produktionsfehler"

Auch ich habe mal in einen der seltsamen Mozzarisellas beißen "dürfen", ob das Problem da mittlerweile behoben wurde weiß ich allerdings nicht, ich werde mir die Erfahrung künftig lieber ersparen.

Anhand der Kommentare bei den üblichen veganen Versänden kann man aber nachvollziehen, dass das Problem scheinbar leider noch nicht behoben wurde.


5. "vegan in Bayern", ...

Ja, das geht, fernab aller Klischees besteht dieses Bundesland tatsächlich nicht nur aus Weißwurst, Leberkäse und Wirtshäusern. Und selbst in den kleineren Städten findet man mittlerweile einige vegane Optionen.
Tatsächlich muss man sich, wie überall, vorher informieren, eine vegane Option ist keinesfalls Standard auf der Speisekarte, auch wenn das mittlerweile immer mehr im kommen ist. Kleine Dorfgaststätten dürften, wie nahezu überall auf der Welt, mit dem vorgetragenen Wunsch "aber bitte vegan" überfordert sein (wobei das so pauschal auch überhaupt nicht stimmt, man sollte wenn man unangemeldet auftaucht aber wohl lieber einen Alternativplan haben).
Die bayerische Küche ist in der Tendenz keine veganfreundliche, allerdings bekommt man in (fast) jedem Biergarten Radi (gesalzener Rettich) und frisches Brot, Pommes stehen auch fast immer auf der Karte, Kartoffelsalat ist dagegen nur in den seltensten Fällen vegan. Außerdem ist es üblich, dass man in den Biergarten eigenes Essen mitbringen darf,




Kommentare:

  1. "Vegan in Bayern" gefällt mir richtig gut als Suchbegriff. Haha. Ich glaub ja eigentlich nicht, dass es einen großen Unterschied macht, ob man im letzten Kaff in Bayern oder Niedersachsen wohnt. Ich fand vegan an der Nordsee im Urlaub ehrlich gesagt auch eine Herausforderung. Da gab es auswärts tendenziell auch nur die Alternative "Pommes" und die schmeckten irgendwie nach Fisch.

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    1. glaub ich auch nicht, um ehrlich zu sein...
      ich denk es ist ein ziemlicher Kulturschock und latent nervig wenn man zB aus Berlin kommt und dann im hinterletzten Kaff im Bayerischen Wald Urlaub macht, aber das nimmt sich vermutlich nicht viel im Vergleich zu kleinen Käffern im Münsterland, in Norddeutschland oder sonstwo ;)

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  2. Guten Morgen! :)
    Eine richtig coole Idee, einfach mal Antworten auf solche Suchfragen zu schreiben, da wäre ich nie drauf gekommen, macht aber Sinn. :)
    LG
    Kate

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    1. naja, gibt einfach so Anfragen die immer wieder kommen, da dachte ich, dass ich da mal drauf antworten könnte ;)
      außerdem isses ja auch witzig zu sehen wieso Leute auf meinem Blog landen....

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  3. Falls jemand über "vegan in Bayern" zufällig zu diesem Post gelangt: ICH BIN VEGANER IN BAYERN. SCHREIBT MICH AN, ICH WILL EUCH KENNENLERNEN!!! :]
    :D

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    1. na dann hoff ich mal für dich, daass dem Aufruf viele folgen ;)

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  4. Ich kenn eigentlich nur Bayern und Berlin (und ein wenig Schleswig Holstein) und meine Erlebnisse sind schon seeehr unterschiedlich. Wobei das natürlich auch auf die Leute ankommt. Letztens mal in Regensburg wollte ich in dieses vegane cafè/restaurant aber irgendwie war da wohl gerade geschlossene runde und alle haben uns angestarrt bis wir wieder raus sind... oder wirkt das da nur immer so?

    Sonst denke ich nur gerne an den Biergarten der meiner Familie vorher versprochen hat es würde etwas veganes geben: gab es dann auch - eisbergsalat und Tomaten, super. Und ausgelacht wurde ich bei der frage ob die brezn vegan sei. Naja, in Berlin und sonst wo ist sie das halt so gut wie immer....

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    1. Ich hab mittlerweie in ein paar Biergärten eine richtige vegane Option auf der Karte gefunden, also auch so gekennzeichnet und Co, allerdings würd ich, wie gesagt, nicht einfach drauflos latschen und mich drauf verlassen.

      Klar ist Berlin da anders, allerdings ist da zB auch München schon wieder anders, da findet man ja auch ein breites Spektrum an veganen Restaurants.
      Und selbst hier im kleinsten Kaff überhaupt gibt es mittlerweile in einigen Restaurants ein veganes Angebot, wenn ich das mit der Situation vor 5 oder gar zehn Jahren vergleiche, dann ist das ne ganz andere Hausnummer, allerdings gilt das für Berlin gleichermaßen....
      Es geht mir da eher um den Vergleich zum platten Land und ich glaub in ner norddeutschen Stadt, die etwa so groß ist wie Regensburg wirst du auch in Norddeutschland nicht leichter fündig werden.
      Was das Dada angeht, ich hab auch den Eindruck, dass das ne recht geschlossene Gesellschaft ist, der Betreiber (?) wirkt auch immer ultranervös wenn ich da reingehe und kennt und duzt den Rest der Mannschaft die da ist. Ich bin da nur ziemlich eiskalt und lass mich nicht beirren.

      Was die Brezen angeht: Ich hab hier nur selten welche gefunden, die tatsächlich Schmalz enthalten, allerdings dagegen die Erfahrung gemacht, dass das Wort "vegan" nur seltenst mit den eigenen Produkten in Verbinsung gebracht wird, die meisten denken, dass sie da noch Tofu reinmischen müssen, damit das dann vegan wird, die kämen nicht mal im Traum darauf, dass eine einfache pflanzliche Rezeptur schon dafür ausreicht und würden deswegen auch Stein und Bein schwören, noch nie was veganes gegessen zu haben geschweige denn sowas zu verkaufen. Ich hatte öfter schon die Situation, dass mir versichert wurde, dass irgendwas definitiv nicht vegan wäre und bei der Frage nach der Rezeptur dann rauskam, dass es das wohl doch wäre...

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    2. Ja, in München habe ich auch andere Erfahrungen. Die "Fleischkultur" ist zwar präsenter als hier aber dafür hatte ich da auch mein erstes leckeres Rohkostgericht dort gegessen, gab auf jeden Fall genug veganes zu essen...

      Nächstes Mal wenn ich in Regensburg bin, werde ich da einfach etwas bestimmter sein. Kann ja nicht sein, dass die keine neuen Kunden wollen?!

      Ja, ich hab der Frau auch gesagt, dass es eher ungewöhnlich ist, dass da Schmalz drin ist, aber dann hat sie mir vorgehalten sie wisse das als Bayerin ja besser (... was für ein Unsinn, meine ganze, bayerische, Familie war ja genauso überrascht wie ich). Ich war halt auch einfach sauer, weil meine Familie viel geld für eine vegane Mahlzeit ausgegeben hat und ich dann so einen schlechten Salat bekam.

      Aber es gibt auch in Berlin auf jeden Fall noch genug Orte an denen man das Wort vegan nicht versteht und nichts zu essen findet. Aber dann geht man halt raus und holt sich irgendwo eine Falafel... Dabei gäbe es ja wirklich fast überall etwas veganes. Ich denke öfter ich sollte einfach bei den vegetarischen Gerichten fragen ob da "Butter, milch, Eier oder andere tierische Produkte" drin sind. Vielleicht ist das doch leichter zu verstehen als dieses ominöse "vegan", bei dem sie auch noch "Vollkorn, Rohkost, kein fett" oder was auch immer denken. Andererseits ist es schade, wenn das wort so missverstanden wird.

      Und ja, du hast auf jeden Fall Recht. Ich werde bei der Familie meines Freundes in Schleswig Holstein auf dem Dorf schon sehr merkwürdig angesehen. Es ist zwar meistens nett und die Omas halten mir jetzt schon eine Ritter Sport Marzipan hin (nicht, dass ich die so toll fände, der Gedanke ist aber nett), aber es wird auf jeden Fall als sehr seltsam gesehen. Ich glaube die können sich auch nicht vorstellen dass mein Freund in Berlin 85% vegan isst. Dabei bekommt er jedes Mal wenn er oben zu Hause ist die ersten Tage Magenschmerzen :/

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    3. also ich als Bayerin (muahahaha, wie sich das anhört...) kenn das hauptsächlich aus Baden-Württemberg, da ist mir relativ häufig Schmalz in den Brezeln begegnet, das kann aber auch daran liegen, dass nahezu alle Bäcker die ich in der Umgebung hatte zu einer Kette gehört haben, ich würde das also nicht pauschalisieren...

      hm, also ich hab hier auch durchaus die Erfahrung gemacht, dass ich auf die Schmalz-Frage von den Verkäuferinnen mit einem ungläubigen "wer acht denn da Schmalz rein, das hab ich noch NIE gehört" bedacht wurde.... ist halt vermutlich immer ne Frage des eigenen Horizonts, ich hab auch schon Verkäuferinnen im Asialaden erlebt, die Stein und Bein geschworen haben, dass es irgendein Lebensmittel in der gesamten asiatischen Küche nicht geben würde, wobei ich etwas kaufen wollte, was mir verschiedene asiatischstämmige Freunde ans Herz gelegt hatten, insofern geb ich auf solche Aussagen wenig bis gar nix ;)

      Was Vegan-Zeugs angeht seid ihr Berliner einfach unfassbar gut dran, ne Menge vegane Restaurants, etc... Da muss der Rest der Republik erst noch nachziehen und die ländlicheren Bereiche sind in sowas ja meistens hinten dran.
      Wenn ich mich richtig entsinne, dann lebt laut Studien der Großteil der Veganer und Vegetarier in der Großstadt, insofern gibts natürlich auch einfach keinen Markt und für ne Dorfwirtschaft keinen Grund sowas auf die Karte zu nehmen, wenn maximal alle 2 Jahre mal ein Veganer nen Fuß ins Lokal setzt...
      Die Kleinstädte hier ziehen ja jetzt schon massiv nach, so gibts zB hier in Passau mittlerweile mehrere Restaurants/Imbissgeschichten die ne vegane Alternative anbieten und sogar die Mensa bietet regelmäßig vegan an, als ich vor 3 Jahren im Buchladen versucht hab ein veganes Kochbuch zu erstehen fiel mir ein verstaubtes vom Palaverlag in die Hände, mittlerweile haben die richtig viel da und ich hab jetzt schon ein paar Mal Leute gesehen, die tatsächlich in einem geblättert haben. Es wird also quasi täglich besser :)

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