Samstag, 9. Februar 2013

Kik - mal wieder und ein paar Gedanken zum Thema Klamotten

Relaitv unbemerkt (zumindest hab ich bisher kaum was darüber gelesen) flimmerte kürzlich ein weiterer Teil der KIK-Story über den Bildschirm: Unter dem Motto KiK bleibt KiK war panorama wieder unterwegs in Bangladesh, dieses Mal lag der Fokus auf den aktuellen Brandkatastrophen in den Bekleidungsfabriken und - wenig überraschend - Fabriken, die für KiK herstellten waren auch mal wieder mit von der Partie.

Den ganzen Bericht gibt es hier:
KiK bleibt KiK in der NDR Mediathek


Aber was macht KiK nun so besonders? Die Fabriken dort sind nicht ausschließliche Zulieferer von KiK, im Gegenteil, sie versorgen den gesamten Markt der Industrienationen mit günstiger Kleidung und arbeiten nicht für spezielle Unternehmen, sondern auf Auftragsbasis für verschiedene Auftraggeber, wobei man das günstig nicht unbedingt am späteren Verkaufspreis ablesen kann.
Auf dem Blog Ein Jahr ohne Kleiderkauf ist das treffend zusammengefasst:

"Ich will KiK wirklich nicht in Schutz nehmen, nur sicherstellen, dass das Negativimage von KiK sich positiv auf das Image anderer Textilanbieter auswirkt. Nur weil DIE die Bösen sind, sind die anderen noch lange nicht die Guten."

Den wohl einzigen wirklich wesentlichen Unterschied zu den anderen hat das System KiK, wenn es um die Arbeitsbedingungen in Deutschland geht, denn das funktioniert ähnlich wie der mittlerweile schon sprichwörtlich gewordene Schlecker. Lohndumping, unfassbare Arbeitsbedingungen, das Auspressen der Angestellten bis zum letzen Tropfen, das ist es was KiK eine Sonderstellung einräumt, nicht die Arbeitsbedingungen in Schwellen- und Drittweltländern, denn da machen sich effektiv (fast) alle die Hände dran schmutzig.

Brennende Fabriken und unterbezahlte Arbeitskräfte sind Probleme, die man auch beim Textilschweden und Co. findet und selbst hochpreisige Markenware ist kein Garant für faire Arbeitsbedingungen - nicht für die Näher/innen und erst recht nicht für fair gehandelte oder produzierte Rohstoffe.

Ich will gar nichts schönreden: fair gehandelte Klamotten sind teurer, allerdings liegen sie preislich eher selten im wirklichen Luxusbereich, nach meiner Erfahrung sind sie in der Preisspanne mit Markenware durchaus vergleichbar: Kürzlich habe ich in einem kleinen Laden in Ingolstadt zwei Teile gekauft, einen Rock von People Tree im Sale für 40,- und ein T-Shirt von ThokkThokk für 30,-. Das ist nicht günstig, aber auch nicht so teuer, dass es absolut unleistbar wäre und die Zeiten in denen man faire Klamotten nur im Hippielook bekam (der auch seine Berechtigung hat, versteht das nicht falsch, aber das ist eben nicht unbedingt ein Stil für alle) sind nun auch schon seit geraumer Zeit vorbei und das Angebot wird immer größer.
Tatsache ist: ich habe auch nicht viel Geld und auch ich möchte nicht wie der letzte Kartoffelsack rumlaufen. Deswegen greife ich oftmals auf gebrauchte Kleidung zurück: ebay, Kleiderkreisel, Secondhand-Läden oder auch mal Direkttausch sind eine tolle Möglichkeit die eigene Garderobe aufzupimpen.

Allerdings bin ich mittlerweile was Kleidung angeht auch eher eine Minimalismus-Verfechterin geworden. Denn wenn ich ganz ehrlich bin brauche ich nicht mal ansatzweise soviel wie ich jetzt schon zusammengesammelt habe und die Tatsache, dass mein Kleiderschrank bis zum bersten gefüllt ist und ich oft selbst nicht mehr so genau weiß wo ein Teil abgeblieben ist, bis es dann irgendwo ganz hinten wieder auftaucht, stimmt mich schon bedenklich. Ehrlicherweise muss ich also eingestehen, dass ich bereits jetzt mehr Kleidung habe, als ich bis zum Ende meines Lebens auftragen könnte, weswegen ich das nun sukzessive reduzieren möchte, zum einen durch weitergeben und zum anderen durch deutlich reduziertes Konsumverhalten. Und spätestens hier setzt bei mir dann doch wieder der Prozess ein, bei dem ich mich frage, ob ich wirklich damit leben kann, dass für ein bloßes "haben wollen" irgendwo auf der Welt Kinder Baumwolle pflücken oder Arbeiter ausgepresst werden.
Sicher ist das eine Luxusdiskussion und ich bin sicher, dass es Leute gibt, die gezwungen sind einen Teil ihrer Einkäufe bei KiK und Co zu erledigen und auch im "normalen" Leben kommt es mal vor, dass man dringend etwas braucht (Vorstellungsgespräch, Beerdigung,...) und nicht viel Geld ausgeben kann, bzw. nicht mehr die Zeit hat sich ordentlich umzusehen. Nur sollten solche Ausnahmesituationen nicht als genereller Freibrief herhalten.



Mehr zum Thema:

KiK-Story 1 & 2
Portal zum Thema faire Kleidung
Zeit-Artikel: Mode ist nur selten fair
Artikel in der SZ: Fair einkaufen leicht gemacht

Donnerstag, 7. Februar 2013

Vegan Wednesday #26 und ein paar Fragen an mich





Hier mein Mittwochsessen in Bildern und Beschreibungen:




morgens:



Sonam's Tsampa mit Vanilleyofu (einmalige Kombi! leider krieg ich das Tsampa hier so schwer her), Kiwi und gepopptem Amaranth, darauf ein Klecks dunkler Agavendicksaft, eine Mandarine, ein grüner Tee mit Zitrone




mittags:



seit einer gefühlten Ewigkeit war ich mittwochs mal wieder außerhalb essen, wobei "außerhab essen" wohl ein bisschen weit hergeholt ist... naja, ich hatte ein paar Sachen in der Stadt zu erledigen und hab dann mal wieder so ewig rumgetrödelt, dass ich daheim nicht mehr zum essen gekommen bin, zum Glück gibt es mittlerweile auch in bayerischen Kleinstädten unterwegs ein veganes Versorgungsangebot:
In einem kleinen Laden in der Stadt der hauptsächlich frisch gepressten Saft anbietet, gibt es mittags zwei Gerichte zur Auswahl, eins davon ist immer vegetarisch und meistens auch noch vegan.
Um die ersten Frühlingssonnenstrahlen gebührend zu würdigen habe ich meine Take-Away-Portion Chilinudeln mit Gemüse und Kokosmilch mit an die Donaupromenade genommen und da in Ruhe gegessen. Im Hintergrund das Swarovski-Kristallschiff und die Veste Oberhaus.

Wer sich jetzt ernsthaft überlegt Passau mal einen Besuch abzustatten, dem sei folgendes Video ans Herz gelegt:






(jetzt ist mir schlecht, zum Glück bin ich bald hier weg und ja, das meint der wirklich ernst, entgegen anderslautender Vermutungen ist das auch keine besonders originelle Brauereiwerbung)





nachmittags:


ein paar selbstgemachte Schoko-Shortbread-Kekse
außerdem außerhalb zwei Tassen "Vitamin K", schwarz





abends:



ein etwas missglücktes Omelett auf Kichererbsenmehlbasis mit Pilzen, Zwiebeln und Paprika, relativ frei nach einem Rezept aus dem Veganomicon (?), zumindest soweit ich mich an das Rezept erinnern konnte; leider beim ersten Versuch es umzudrehen gerissen und weil ich echt richtig Hunger hatte hab ichs dann einfach kaiserschmarrnartig zusammengepanscht, sieht zwar nicht gut aus, geschmeckt hats aber trotzdem, dazu einen grünen Salat mit Paprika und Gurke




Und nun die 11 Fragen vom Homeveganer: 

(ich bin ja kein so großer Fan von solchen Tag-Spielen, fand die Fragen aber eigentlich ganz gut und da ich ja nicht so arg viel privates über mich schreibe gibts bei gut gestellten Fragen auch mal scheibchenweise was von mir dazu, ich geb das Spiel aber nicht weiter, wer mag darf  die Fragen aber selbst in seinem Blog oder hier in den Kommentaren beantworten
ich wurde übrigens davor schonmal getaggt, leider scheinen die Fragen Opfer einer Bloglöschaktion geworden zu sein)




Meine 11 Fragen an euch:
  1. Hast du ein Smartphone und welche 3 Apps benutzt du am häufigsten?

    nein. ich hatte mal ein Palm Pre, das ist nach 3 Monaten an nem Kondenswasserschaden verstorben und bis vor etwa einem halben Jahr ein Nokia N97; letzteres habe ich allerdings nur alle paar Wochen mal angeschaltet; momentan habe ich gar kein Handy und genieße, das erste Mal seit meiner Kindheit, das Gefühl nicht immer und überall erreichbar sein zu müssen;
    bei meinen Smartphones habe ich eigentlich auch keine Apps benutzt, ich erinnere mich düster mit dem Palm mal eine runtergeladen zu haben, die Katzenjahre in Menschenjahre umwandeln konnte, öfter als einmal hab ich die aber vermutlich nicht verwendet, beim Nokia hatte ich eine Youtube-App, die ich tatsächlich öfter verwenden wollte, allerdings hat das Video immer nach 3 Sekunden wieder gebuffert, was mir dann schnell den Spaß daran genommen hat
  2. Was isst du am liebsten?

    das ist eine verdammt schwierige Frage, ich antworte mit: das worauf ich gerade Appetit habe.
  3. Hast du schon mal Geld gespendet und wenn ja, an wen zuletzt?

    ich spende eigentlich regelmäßig, allerdings keine großen Beträge; als letztes habe ich glaube ich dem Verein für den meine Mutter arbeitet was in die Kaffeekasse gestopft
  4. Glaubst du, dass es einen Gott gibt?

    nein.
    tatsächlich trage ich mich schon lange mit dem Gedanken Mitglied im IBKA zu werden

    ich bin aber ein großer Fan von Religionsparodien, allen voran dem Diskordianismus
  5. Treibst du regelmäßig Sport?

    *husthust*
    nächste Frage.
  6. Findest du PETA-Kampagnen gut?

    zu PETA stehe ich etwa so wie Foer es in "Eating Animals" beschrieben hat: man kann das was PETA tut für moralisch fragwürdig halten, man kann aber nicht leugnen, dass sie damit erfolgreich sind

    bei einigen PETA-Spots und Anzeigenmotiven kommt mir das kalte Grausen, andere finde ich witzig, insgesamt bin ich mit PETA nicht auf der gesamten Linie d'accord, kann aber nicht umhin anzuerkennen, dass sie im internationalen Kontext erfolgreich sind, erfolgreicher als manche andere Organisation/Bewegung der ich näher stehe und es schaffen Menschen in meinem Umfeld anzusprechen, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie sich überhaupt für das Thema begeistern lassen
  7. Schaust du dir Filme lieber zu Hause oder im Kino an?

    das kommt darauf an

    es gibt Filme die verdienen eine große Leinwand und ungeteilte Aufmerksamkeit, aber beim Großteil dessen was so über die Leinwände flimmert, krieg ich schon Zustände, wenn ich weiß, dass ich mich mindestens 1 1/2h am Stück ausschließlich damit befassen muss, ich habe aber auch keinen Fernseher und wenn ich mal eine DVD auf dem Lappi schaue, dann mach ich immer noch was nebenher
  8. Welches (Rock)Konzert hast du zuletzt besucht?

    oh wei, ich hab ganz ehrlich keinen blassen Dunst, vermute aber, dass es ein RACT-Festival war, ich bin aber öfter mal in Kneipen wenn irgendwie grad ne Band spielt, da weiß ich dann aber nie wie die heißen (und bei den meisten will ichs auch nicht wissen), ich bin nicht so der Konzertgänger, war aber schon auf verschiedenen im Punk/Rock/Mittelalter-Bereich, Klassik, Jazz und Liedermacher zählen vermutlich nicht zur Frage dazu ;)
  9. Magst du Facebook und wenn ja, warum oder warum nicht?

    nein, eigentlich nicht.
    Facebook frisst nicht nur wahnsinnig viel Zeit, sondern ist, wie ja bekannt, auch noch eine nervtötende Datenkrake
    wenn aber, wie bei mir, Freunde überall auf der Welt verteilt sind, ist Facebook eigentlich die einzige taugliche Möglichkeit um sich nicht aus den Augen zu verlieren und zumindest ein wenig am Leben anderer teilhaben zu können; ich mag den unkomplizierten Kontakt den man über Facebook haben und halten kann, ich bin nämlich fürchterlich schlecht darin Emails oder Briefe zu beantworten
  10. Wie gefällt dir dieses Video und welche Szene hat dich am meisten beeindruckt?

    gut gemacht, aber irgendwie zu lang, ich finde es sehr vorhersehbar, vielleicht weils mich nicht mehr überrascht, aber ich war nach ca 30 Sekunden versucht auszuschalten und hätte es auch gemacht, wenn es nicht Teil der Aufgabe gewesen wäre
  11. Was wünschst du dir persönlich für die Zukunft?

    ich suche seit meiner Kindheit nach (m)einer Profession und wäre froh sie irgendwann zu finden, außerdem will ich endlich Ulysses fertiglesen

Montag, 4. Februar 2013

Ihr fragt, ich antworte

Die Suchanfragen über die man auf meinen Blog stößt sind leider nicht ansatzweise so erheiternd wie die mancher anderer. Allerdings sind immer wieder Keywords dabei hinter denen sich echte Fragen verstecken, also gibts hier mal die Auflösung:


1. "Sind Veganer dünner", "vegan abnehmen", "sind Veganer schlank",...


Es gibt tatsächlich Studien die besagen, dass Veganer in der Regel schlanker sind als der Durchschnitt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn das erklärt sich durchaus auch daraus, dass sich Veganer vor allem aus einer Bevölkerungsgruppe rekrutieren, die tendenziell schlanker ist als der Durchschnitt: junge gut ausgebildete Frauen.
Es gibt aber genauso dicke Veganer, Veganer die erst nach der Umstellung zugenommen haben, Veganer die nch er Umstellung abgenommen haben und welche bei denen alles gleich geblieben ist. Vegan ist nicht die Geheimzutat, die einem automatischen Gewichtsverlust ermöglicht und man kann vegan wunderbar zunehmen, wenn man es darauf anlegt.
Wer gerne schlank bleiben oder werden möchte, dem lege ich in der Tendenz eine Kombi aus weniger Süßkram&Fett und mehr Bewegung ans Herz. Eine Umstellung auf vegane Kekse statt milch- und eihaltigem Gebäck wird aber auf der Waage keine nennenswerten Veränderungen erzielen.


2. Schokolade ohne Palmöl

In letzter Zeit landen vermehrt Menschen hier, die auf der Suche nach palmölfreier Schokolade sind, also hab ich mich mal für euch schlaugemacht:
Tatsächlich darf bei der Herstellung von Schokolade Palmöl verwendet werden, in "purer" Schokolade ist es aber, nach meiner Erfahrung, eher selten zu finden, vor allem im Bio- und Fairtrade-Bereich habe ich eigentlich noch nie Palmöl oder nicht näher definierte pflanzliche Öle und Fette in der Zutatenliste "normaler Schokolade" entdeckt. Häufiger findet es sich zB in Cremefüllungen und Co, wobei häufig in diesem Fall ein sehr dehnbarer Begriff ist.
Problematischer sind Schokoaufstriche und Co, hier wird fast überall Palmöl oder -fett eingesetzt.
Im veganen Bereich kenne ich als einzige palmölfreie Alternative nur den Nougat Noir Aufstrich von Eisblümerl.


3. "Einsteigertipps für Veganer", "vegan werden", "wie werde ich Veganer",...

Bevor ich jetzt einen ganzen Roman darüber schreibe, verlinke ich lieber den wirklich gut geschriebenen und recherchierten Guide von Jane, auch lesenswert: die darunter verlinkten und beantworteten Fragen.


4. "Mozzarisella Produktionsfehler"

Auch ich habe mal in einen der seltsamen Mozzarisellas beißen "dürfen", ob das Problem da mittlerweile behoben wurde weiß ich allerdings nicht, ich werde mir die Erfahrung künftig lieber ersparen.

Anhand der Kommentare bei den üblichen veganen Versänden kann man aber nachvollziehen, dass das Problem scheinbar leider noch nicht behoben wurde.


5. "vegan in Bayern", ...

Ja, das geht, fernab aller Klischees besteht dieses Bundesland tatsächlich nicht nur aus Weißwurst, Leberkäse und Wirtshäusern. Und selbst in den kleineren Städten findet man mittlerweile einige vegane Optionen.
Tatsächlich muss man sich, wie überall, vorher informieren, eine vegane Option ist keinesfalls Standard auf der Speisekarte, auch wenn das mittlerweile immer mehr im kommen ist. Kleine Dorfgaststätten dürften, wie nahezu überall auf der Welt, mit dem vorgetragenen Wunsch "aber bitte vegan" überfordert sein (wobei das so pauschal auch überhaupt nicht stimmt, man sollte wenn man unangemeldet auftaucht aber wohl lieber einen Alternativplan haben).
Die bayerische Küche ist in der Tendenz keine veganfreundliche, allerdings bekommt man in (fast) jedem Biergarten Radi (gesalzener Rettich) und frisches Brot, Pommes stehen auch fast immer auf der Karte, Kartoffelsalat ist dagegen nur in den seltensten Fällen vegan. Außerdem ist es üblich, dass man in den Biergarten eigenes Essen mitbringen darf,