Sonntag, 2. März 2014

Ach, Herr Hildmann, Sie alter Medienprofi!

Da haben Sie sich mal wieder mit einem Ihrer Buddies ablichten lassen, dieses Mal mit einem der beef buddies. Und weil man solche Fotos nicht kommentarlos auf der Facebook-Fanseite veröffentlichen kann, loben Sie ihn auch gleich noch für seinen vorbildlichen Fleischkonsum.

Vorbildlich, das heißt in Ihrem Wortschatz "er jagt selber" und "unterstützt regionale Metzger und Bauern". Zugegeben, in der kein Fleisch vs. wenigstens bewussten Fleischkonsum-Debatte Stellung zu beziehen ist wie Stepptanzen im Minenfeld. Dass die relativ unkritische Übernahme der regionales Fleisch = gutes Fleisch-Haltung Ihnen aber nicht nur Sympathiepunkte einbringen würde, das hatten Sie wohl auch selbst schon vermutet? Sich der Diskussion zu entziehen, indem Sie die Kritik unter dem Begriff Tofu-Fundamentalismus zusammenfassen, ohne darauf einzugehen, dass es in jedem Kommentarstrang auch durchaus reflektierte kritische Meinungen gibt, das mag psychologisch nachvollziehbar sein, steht einem Medienprofi wie Ihnen aber nicht so besonders gut zu Gesicht. 

Wirklich eigenartig wird diese ganze Geschichte aber erst, wenn man bedenkt, dass Sie gerne den Vorzeigeveganer mimen, das aber hauptsächlich dadurch edeln, dass Sie ja gar nicht so dogmatisch (=konsequent) sind und von militanten (=ethisch motivierten?) Veganern nichts bis noch weniger halten als der durchschnittsdeutsche Medienkonsument und Buchkäufer, an den Sie sich wohl mit einem solchen Statement anbiedern wollen? Geschickte PR, das muss man Ihnen neidlos zugestehen, Herr Hildmann. Aber warum können Sie nicht einfach vegan vegan sein lassen und es halten wie Ihre Kollegin Lindsay Shay Nixon: Nennen Sie sich einfach nicht Veganer, wenn Sie sich auf den Ernährungsaspekt beschränken wollen, suchen Sie sich einen hippen Ersatzbegriff, dann kümmert auch keinen mehr der Sitzbezug Ihres Porsches, versprochen!



Kommentare:

  1. <3

    Mehr so intelligente wütende Posts, bitte.

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  2. haha! danke für diesen post! ungefähr das gleiche ging mir gestern auch durch meinen kopf. deine zusammenfassung meiner gedanken liest sich sehr gut! :)

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  3. toll geschrieben! dieser Hildmann kann aber auch nerven...

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    1. und das beste: "Bis 35 Hollywood-Größe, lacht mich ruhig aus, aber ich weiß, dass ich bald bei Ellen, Jay Leno und Oprah sitze! Ich werde alles geben...alles oder nichts!" (Zitat von gestern) bzw. "Mein größtes Vorbild karrieretechnisch! Arnold Numero Uno!" (Zitat vom 12.2. zu einem Video von Arnold Schwarzenegger) - ja was will er denn nun - Hollywoodgröße, Talkgast oder Gouverneur werden??? oh man nennt man das schon Größenwahn?

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    2. bei dem frag ich mich schon gar nichts mehr.... aber ein bisschen Demut würde nicht schaden, dann müsste er halt vielleicht auch mal anerkennen, dass er ein Kochbuchautor ist, ein extremst erfolgreicher, zugegeben, aber ein PR-Fuzzi der ihn ein bissle abbremst würd ihm nicht schaden....

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  4. Genau Cara... Eine neuer Begriff muss her... Für einen der nur versucht sich vegan zu ernähren .... Oder für einen, der sich vegan ernährt, der aber nicht vegan lebt... 'Vegan' wird mittlerweile inflationärst gebraucht bzw. missbraucht. LG aus Schärding!

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  5. Super geschrieben. Du schreibst mir aus der Seele!

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  6. Ich gebe zu, der Hildmann macht es schon sehr geschickt und ja, vielleicht ist er kein "richtiger" Veganer (wie definiert man das überhaupt und wo endet Veganismus überhaupt?).

    Aber ich finde, er macht mit dieser sehr liberalen Einstellung gegenüber Omnivoren extrem viel richtig. Militante Veganer sind einfach kontraproduktiv für eine Wende bei der öffentlichen Einstellung gegenüber Ernährung. Er versucht die Leute über leckeres Essen und eine gesunde Ernährung zu erreichen, was meiner Meinung nach deutlich mehr bringt. Und dann ist es mir auch egal, ob er das aus PR Zwecken macht, oder aus ethischen Gründen.

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    1. Na, mir ist seine extrem liberale Einstellung um ehrlich zu sein ziemlich egal - ich war noch nie besondere Verfechterin einer irgendwie gearteten "Veganisierung", aber das ist nicht mein Thema: Mir geht es tatsächlich ausschließlich darum, dass er in seinem Abgrenzungswahn zu den ethischen und/oder konsequenten Veganern eindeutig Grenzen überschreitet. Von mir aus kann es alle Sorten von Veganern geben und gerne auch Hildmanns, die sich nur vegan ernähren um den Ladies einen Waschbrettbauch präsentieren zu können, was aber nicht geht ist die Beweggründe für ethischen Veganismus gegen diese Gruppierung zu wenden und seine PR-Strategie auf einer Generalkritik und Herabwürdigung der zugehörigen Konsequenzen und Überzeugungen aufzubauen.

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