Sonntag, 27. April 2014

Das Board #87 ist online!


Bedankt, bedankt! Für eure großartigen Fotos und Beiträge. Es war mir diese Woche wieder eine besondere Freude bei euch zu pinnen und die vielen, vielen richtig tollen Gerichte zu bewundern. 
Danke auch fürs Mitdenken und sorry nochmal für den reichlich späten Sammelpost (fürs Erinnern sei Petzi gedankt!).

Ihren Einstand beim Vegan Wednesday feierte diese Woche Mihl von seitanismymotor.com - unwahrcheinlich, dass jemand diesen Blog nicht kennt, aber sollte es doch jemanden geben - unbedingt nachholen!

Alles Liebe und bis zum nächsten Mal! Kommenden Mittwoch geht es bei Cookies&Style weiter. 

Samstag, 26. April 2014

Vegan Wednesday #87 - mit Bier und Buch




Endlich Samstag! Ich sitze hier mit meinem dritten Kaffee und habe endlich mal wieder Zeit selbst am Vegan Wednesday teilzunehmen. Die letzten Wochen habe ich zwar oft Mahlzeiten fotografiert, hatte dann aber doch meist keine so rechte Zeit einen Beitrag zu erstellen. Das soll sich ändern und da ich momentan mittwochs meist etwas mehr Zeit habe, werde ich versuchen wieder regelmäßiger Fotos zu machen und auch hochzuladen. 





Der Tag startete mit einem Kaffee und Sonams Tsampa mit Mikrowellen-Apfel und Banane, oben drauf eine Prise Zimt




Meine Mutter, die irgendwie immer Angst hat, ich könnte mich zu ungesund (=gemüselastig) ernähren, versorgt mich des Öfteren mit Convenience-Sachen aus der Discounter-Kühltheke. In diesem Fall waren es die Burger-Patties von Aldi Süd. In ein Vollkornbrötchen gestopft und mit Feldsalat, Räuchertofu, Senf und Avocado verziert, gibt das ein gar nicht mal so fett- und kalorienarmes Mittagsgericht. 





Abends gab es Pasta in Rohform: Weizenkörner aus dem Kochbeutel. Dazu ein Sugo mit Zucchini, Kirschtomaten und etwas TVP in kleinsterhältlicehr Form und einen Salat aus Rucola und den Sprossen (Alfalfa und eine 'pikante Mischung') aus meinem neuen 4-stöckigen Fensterbank-Zuchtgerät. 


Den Abend habe ich stilecht mit einem Buch und einem Bier ausklingen lassen. 
Immerhin war letzten Mittwoch Tag des Buches und des Bieres. Kürzlich habe ich von jemandem, der mich anscheinend ziemlich gut kennt, ein ziemlich wunderschönes Buch geschenkt bekommen, besonders den wirklich einmaligen Einband möchte ich euch nicht vorenthalten.
Übrigens läuft meine eigene Verlosung, die ich im Rahmen von Blogger schenken Lesefreude veranstalte, noch ganze vier Tage. Vielleicht mag ja noch ein Lyrikfreund (oder jemand, der einer werden möchte) mitmachen?
















Schon vor ein paar Wochen hat mich die liebe Regina mit dem Liebster-Award getaggt. 
Ich bin mal wieder Spielverderberin und geb ihn nicht weiter, ich denke den haben mittlerweile sowieso alle bekommen? Falls nicht einfach Bescheid geben, dann nominiere ich gerne nach! 

Die 11 an mich gestellten Fragen beantworte ich aber natürlich gerne:

1. Was ist dein Lieblingsgericht?
Schwer zu sagen, aber alles mit Pasta steht bei mir hoch im Kurs. 

2. Wer (veganer Koch, Bekannter, Familie...) inspiriert dich für die Küche am meisten?
So genau kann ich das gar nicht sagen. Nicht wirklich Inspiration, aber meine Wurzeln liegen definitiv in der italienischen Küche meiner Mutter und Großmutter. Mittlerweile lasse ich mich oft von Fotos, zB bei Pinterest inspirieren, immer öfter stöbere ich auch durch alte Vegan Wednesday-Boards. Auch einzelne Blogs besuche ich immer wieder, aber die aufzuzählen würde den Rahmen wirklich sprengen.
Ab und an stecke ich auch meine Nase in ein paar Kochbücher, besonders begeistert bin ich von Isa Chandra Moskowitz.




3. Bist du eher pro oder contra in Bezug auf Fleischalternativen und warum?
Ich hab da keine abgeschlossene Meinung zu. Zugegeben finde ich Hühnerbeine aus Seitan irgendwie gruselig, tatsächlich bin ich aber dagegen vegetarische Lebensmittel per se als "Alternative" zu bezeichnen. Seitan, Tofu und Co haben durchaus die Berechtigung als eigenständig angesehen zu werden und nur weil sie sich recht simpel zu einem Pendant eines tierischen Produkts formen lassen, sind sie nicht gleich Fleisch zweiter Klasse. Ansonsten gilt: Fleischprodukte sind oft zu einer praktischen Form gepresst: Patties, Würstchen und Co haben aber auch sonst nicht mehr viel mit dem zu tun, was sie mal waren. Weswegen darf ein Linsenburger, dann nicht die gleiche Form haben? 
Schlussendlich kommt es aber doch darauf an, was drin ist. Und wenn besagtes Hühnerbein nicht aus Huhn ist, seh ich darin auch kein Problem, ich muss es ja nicht essen. 




4. Was hast du durch die vegane Lebensweise kennengelernt (Produkt, Gemüse, Frucht...)?
Unfassbar viel! Vorweg natürlich der geliebte Tempeh, aber auch Tofu und Seitan hätten wohl nie auf meinem vegetarischen Speiseplan gestanden. Ich habe gelernt mich in verschiedenen Länderküche umzusehen, asiatische und nahöstliche Lebensmittelmärkte zu durchstöbern und insgesamt offener für neue Lebensmittel zu sein. So landen viele Lebensmittel in meinem Einkaufskorb, die ich ansonsten wohl nie probiert hätte: Flügelbohnen, Durian und Grüntee-Mochis, um nur ein paar meiner großartigen Entdeckungen zu nennen. 



5. Zu welchen Themen liest du gerne Blogs?
Die meisten Blogs, die ich regelmäßig lese, sind thematisch politisch aufgestellt. Auch Wissenschaftsblogs stehen regelmäßig auf meiner Leseliste. Daneben lese ich einige ausgewählte Sachen zu Kultur und Kunst und natürlich eine ganze Reihe veganer und nachhaltiger Blogger. 



6. Könntest du dir vorstellen, als Blogger hauptberuflich zu arbeiten (falls du es schon tust - hast du es dir vorher so vorgestellt)?
Nein. Dazu ist mein Blog auch nicht professionell genug und soll es auch weder sein, noch werden. 



7. Welche drei Dinge hast du immer dabei?
Ein Buch, meinen Schlüssel und meinen Geldbeutel.



8. Was ist das schwerste / schönste am vegan-sein?

Das Schwerste: Immer und immer wieder Extras zu verlangen und Rücksichtnahme einfordern zu müssen. Ich gehe mittlerweile ungern Essen (außer in Restaurants mit explizit veganem Angebot) und fühle mich immer ungut, wenn ich jemanden besuche und derjenige sich Gedanken um meine Verköstigung macht. Oder wenn jemand spontan auswärts essen möchte und ich mal wieder kompliziert sein muss. Auf der anderen Seite ist außer Haus "lascher" leben keine wirkliche Option für mich. 

Das Schönste: Ich freue mich, wenn ich sehe, wie die vegane Lebenseise um sich greift. Dass ich auf einmal überall Sojamilch bekomme und sogar unterwegs mal einen Latte Macchiato trinken kann, ohne irgendwelche speziellen Cafe-Ketten suchen zu müssen. Und natürlich, dass ich nicht mehr permanent mit Plastikboxen rumrennen muss, weil es tatsächlich viele vegane Optionen gibt, die man unterwegs einfach mitnehmen kann.



9. Bist du ein veganer Prediger (jemand, der sein Umfeld bekehren möchte)?
Gar nicht. Tatsächlich tue ich mich aber schwer damit nachzuvollziehen, wie jemand, der die gleichen Ansichten hat wie ich, nicht die gleichen Konsequenzen daraus ziehen kann. 



10. Dein nächster Urlaub - wo geht es hin?
Für diesen Sommer ist bisher nur ein Kurzbesuch bei meinen Verwandten im bayerischen Oberland geplant. Da mein Leben momentan ziemlich im Umbruch ist, will ich aber auch noch nicht weiter planen. 



11. Welchen Wunsch möchtest du dir dieses Jahr gerne erfüllen?
Dieses Jahr hat für mich ziemlich gut angefangen und ich wünsche mir eigentlich nur, dass es so positiv weitergeht. 






Freitag, 25. April 2014

#insideout - who made my clothes?



Leichte Jacke von Tom Tailor - Made in India und ohne nähere Information
Ballonrock von Bitte Kai Rand - Made in China ohne nähere Information
Der Rock ist tatsächlich schon so alt, dass er wohl noch vor der Emanzipation der chinesischen Textilindustrie gefertigt wurde.


T-Shirt mit Katzen von ThokkThokk


Am 24. April 2013 stürzte in Bangladesh das Rana Plaza, ein neunstöckiges Gebäude das unter anderem von der Textilindustrie genutzt wurde, ein. 1127 Menschen starben, über 2000 wurden teils schwer verletzt. 

Das Unglück machte betroffen, war doch klar, dass die unter teils unwürdigen Bedingungen arbeitenden Textilarbeiterinnen nicht zuletzt für den europäischen Markt produzieren. Entsprechend groß war die Resonanz - die abendlichen Diskussionsrunden in Fernsehen und Kneipen zerrten das Thema immer wieder hervor. Ein Jahr später ist von den Boykottschwüren nicht viel geblieben. Plakatwände werben wie eh und je mit Billigklamotte und Textildiscounter erfreuen sich nach wie vor größter Beliebtheit. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Auch teurere Marken lassen in Sweatshops produzieren und 50€ mehr für ein Shirt sind keine Garantie für faire Arbeitsbedingungen.

Pünktlich zum traurigen ersten Jubiläum erinnert uns deswegen die Kampagne Fashion Revolution daran, dass unsere Klamotten nicht einfach auf der Stange im Geschäft wachsen. Die Idee ist dabei ganz einfach: Man dreht die Kleidung nach innen, zeigt die Waschzettel mit den Herstellerinformationen, aber auch die Nähte, die irgendjemand irgendwo auf der Welt genäht und uns damit eine Klamotte geschaffen hat.

Zugegeben, so sehr begeistert hat mich die Idee nicht, den ganzen Tag in umgedrehten Sachen herumzulaufen, die Wahrscheinlichkeit, dass mich jemand für schlicht wahnsinnig hält ,war einfach deutlich größer, als dass es wirklich zu einem anregenden und interessanten Gespräch aufgrund einer Nachfrage gekommen wäre. Und da ich gerade niemanden zur Hand hatte, der mich in umgedrehten Klamotten fotografieren hätte können, gibt es einfach Fotos der Waschschildchen meines heutigen Outfits.
Nächstes Jahr gehe ich hoffentlich etwas besser vorbereitet in den Fashion Revolution Day.

Vergesst nicht die Seite der großartigen Kampage auf Facebook zu liken!


Mehr zum Thema: 



Donnerstag, 24. April 2014

Lesenswertes am Donnerstag

Fashion Revolution Day

Unter dem Motto: Turn your clothes insideout and ask brands 'who made your clothes?' findet dieses Jahr der erste Fashion Revolution Day statt.
Vor genau einem einem Jahr war in Bangladesh am Rana Plaza ein mehrstöckiges Gebäude eingestürzt. Viele Textilarbeiter, die dort unter unvorstellbaren Bedingungen gearbeitet hatten, starben bei dem Unglück.
Im Nachklang wurde viel über die Textilindustrie berichtet, die Schattenseiten des Modewahns der Industrieländer beleuchtet und Besserung gelobt. Mittlerweile ist die mediale Berichterstattung abgeebbt und die Plakatwände wieder voll mit T-Shirts für 4,99€.

Fashion Revolution
Fashion Revolution auf facebook

(Mein eigener Beitrag kommt im Laufe des Tages)


Wirbel um das Neuland-Siegel

Unter dem Tierschutzsiegel 'Neuland' sind konventionell gemästete Hühner verkauft worden. Auslöser des Skandals war wohl, dass ein Vertragsmäster die bestellten Mengen nicht liefern konnte. Um einiges dramatischer finde ich, dass das wohl niemand nachrechnet. Tatsächlich muss dem Verband bekannt sein, wie viele Tiere gehalten und entsprechend produziert werden können. Bei solchen Pannen stellt sich durchaus die Frage, was sonst noch so alles falsch etikettiert wird.


Mehr im Spiegel


Veganismus als "Ersatzdroge" für Esstörungen?

Für etwas Wirbel hat vor ein paar Tagen ein Artikel von Katharina Röggla gesorgt, der vor dem Hintergrund feministischer Argumentation weibliche Beweggründe für Veganismus und Essstörungen vergleicht und Parallelen zieht.

Durchaus bemerkenswert ist dabei Rögglas Argumentation und in vielem hat sie zweifelsfrei Recht. Einen wichtigen Kritikpunkt sprechen aber nahezu alle Kommentare an, stellvertretend zitiere ich maja:

"irgendwie ist es echt ein bißchen nervig, wenn mir hier unterschwellig eingetrichtert werden soll, daß die entscheidung kein tier zu essen, im endeffekt nicht von der fähigkeit herrührt, mich als vernunftbegabtes wesen dazu zu entschließen, sondern nur als diätopfer.
vor allem... wieso sollte das nur auf veganismus zutreffen? veganismus ist eben NICHT nur eine diät für die selbstveredelung (was ja hier angedeutet wird), sondern (zumindest bei mir) ein entschluß auf tierquälerei/mord in meiner ernährung zu verzichten. so wie ich mich eben auch entscheide keine schokolade zu essen oder kleidung zu tragen, die grausam produziert wird (kinderarbeit)"


Rögglas Artikel
Besprechung von standard.at


Neue Kampagne von United Creatures

Unter dem Titel "Arme Schweine" läuft aktuell eine Kampagne an, die sich mit der betäubungslosen Ferkelkastration befasst.
Vor allem meine Leser aus Österreich möchte ich auf diese Aktion aufmerksam machen, denn diese Praxis gehört mit zu den fragwürdigsten und dennoch am unproblematischsten behebbaren Auswüchsen der industriellen Tierhaltung.


Mehr Infos gibt es hier:
Arme Schweine
United Creatures

Mittwoch, 23. April 2014

Vegan Wednesday #87 - hier wird gesammelt!



Der Sammelpost geht heute reichlich spät raus, entschuldigt bitte! Ich will uch keine großen Worte verlieren, denn ihr kennt das Spiel ja schon, Beitrag erstellen, bis Samstag 0.00h hier verlinken und auf das wunderschöne Board im Laufe des Sonntags freuen.

Ich freue mich auf eure Bilder!

Es gibt was zu gewinnen! Blogger schenken Lesefreude und ich schenke mit









Lars Gustafsson - Jahrhunderte und Minuten - weise Melancholie aus Schweden in glasklarer lyrischer Interpretation

Zum Welttag des Buches und unter dem Dach von Blogger schenken Lesefreude veranstalte ich ein kleines Gewinnspiel. Für die Verlosung habe ich einen Titel eines meiner zeitgenössischen Liebingsautoren gewählt und da Lyrik tendenziell immer unterrepräsentiert ist,  gibt es einen Band mit ausgewählten Gedichten zu gewinnen.
Lars Gutafssons Lyrik ist geprägt von leisen Tönen, klugen Beobachtungen, Melancholie und einem Funken Weisheit. Seine Gedichte sind mitreißend, nachdenklich, klar und vielschichtig. Jedes einzelne davon hat sich mir erst im Laufe der Jahre erschlossen und ich möchte dieses Leseerlebnis gerne teilen. 

Dazu lege ich noch ein Exemplar von Jo Nesbos Rotkehlchen, welches ich im Rahmen der Lesefreunde-Aktion verschenken darf. Für das Foto habe ich übrigens mein eigenes Exemplar des Gedichtbandes verwendet, der Gewinner erhält natürlich ein druckfrisches Buch ohne Knick.


Teilnahme: 

Hinterlasse bis einschließlich 30.04.2014 um 0.00h einen Kommentar in welchem du mir verrätst, wieso Lyrik großartig ist. Für Kommentare in Gedichtform gibt es zwei Lose.
Nicht vergessen: Unbedingt eine Kontaktmöglichkeit angeben! 
Den Gewinner gebe ich in der ersten Maiwoche bekannt, gelost wird über random.org.


Gewonnen hat Lea - herzlichen Glückwunsch!



Mittwoch, 9. April 2014

Lesenswertes zum Mittwoch

Veganes Essen ist doch nicht gesund

Das vegane Aufregerthema der letzten Woche. An sich ist dazu schon alles gesagt worden, kurz möchte ich noch hinterherschicken, dass der journalististische Umgang mit dem Test der Verbraucherzentrale Hamburg erneut die Punkte illustriert, die ich an Online-Journalismus so kritisch sehe: Reiner Schlagzeilenexhibitionismus um Klickzahlen zu generieren - ausgewogene Berichterstattung sieht anders aus. Denn, seien wir ehrlich, dass Convenience-Food aus der eingeschweißten Plastiktüte weder gesundheitlich noch kulinarisch irgendwelche Preise gewinnt, das hätte sich der Durchschnittsverbraucher schon auch ohne effektheischendes Tamtam gedacht. Und der Rückschluss von veganen Convenience-Produkten auf vegane Ernährung gesamt ist auch bei bestmöglicher Interpretation kritikwürdig.

Richtig und wichtig allerdings ist der Hinweis auf die teils unzureichende Etikettierung, die mir auch des Öfteren schon sauer aufgestoßen ist. Für die Hersteller ist das hoffentlich ein klares Signal dahingehend umzudenken.




Tofu für Tofuhasser

Vor allem für Asienreiseerfahrene ist der in Europa erhältliche Tofu oft ungenießbar. Ich erinnere mich an diverse mir bekannte Sinologen, die nach ihrem China-Aufenthalt begeistert zum Tofukauf in den nächsten Supermarkt gelaufen sind, nur um mit einem fürchterlich langen Gesicht ein gequältes 'der schmeckt aber eklig' herauszupressen. Manche Bio- und Asialäden bieten frischen Tofu an, wer aber gerne selbst Hand anlegt oder wirklich richtig frischen Tofu probieren möchte, dem hilft diese tolle Aneiltung der österreichischen Zeitung der Standard.
Tobias Müller schwärmt: "Ganz frisch und noch warm vom Kochen entwickelt er ein kräftig-süßes, gemüsiges Aroma, er duftet blumig nach Soja, und wenn man ihn nicht übermäßig presst, dann zergeht er wie zarter Pudding auf der Zunge."

Klingt vielversprechend, oder?



(Grau-)Papageien - niemals in Einzelhaltung 

Dass Papageien nicht alleine gehalten werden sollten ist nichts grundlegend Neues und sollte jedem Hobbyornithologen bekannt sein. Eine Studie konnte aber jetzt nachweisen, dass die Tiere durch den Stress auch körperlich geschädigt werden. Bei Papageien in Einzelhaltung waren die Telomere der Chromosomen signifikant kürzer - die Telomere verkürzen sich bei jeder Zelldivision, erreichen sie eine kritische Kürze, so kann sich die Zelle nicht mehr weiter teilen. Dieser Mechanismus wird sowohl mit der Mortalitätsrate, als auch dem Alterungsprozess in Verbindung gebracht.
Die Studie der Vetmeduni Vienna konnte zum ersten Mal nachweisen, dass nicht nur Stress, sondern auch soziale Isolation Einfluss auf die Länge der Telomere haben können.

Mehr dazu gibt es hier und hier.



Vegan - der neueste Coup des Christian Vagedes

Mit dem Gründer der vgd habe ich mich schon lange nicht mehr beschäftigt, sein neuestes Projekt, die Zeitschrift "vegan" ist aber in aller Munde. Gesehen habe ich sie, außer auf Bildern, noch nicht und kaufen werde ich sie wohl auch nicht, vermutlich aber durchblättern, sollte ich sie zu Gesicht bekommen. Gegebenenfalls editiere ich den Beitrag dann nochmal.
Die bisher gelesenen Kritiken reichten von "veganthematischer Rundumschlag" bis hin zu "buntes Heftchen für 15-jährige Großstadthipster". Inwieweit Vagedes seinen Hang zu Esoterik oder veganfremden Baustellen (Kleinschreibung) ebenfalls zum Thema des Heftes macht, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen.
Ob das Heft ein Erfolgskonzept ist wird man sehen müssen. Schon Kochen ohne Knochen hatte mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen und hätte wohl ohne die Kooperation mit alles-vegetarisch eingestellt werden müssen.
Kim Kalkowski erwähnte auf Facebook noch zwei weitere vegane Zeitschriften die erscheinen sollten, von denen habe ich aber bisher sonst nirgendwo gelesen.

'vegan' kostet 3,50€ und ist an einigen Verkaufsstellen erhältlich - im Zweifel ist der Zeitschriftenhändler am Bahnhof immer die beste Anlaufstelle



Noch ein Hinweis in eigener Sache - der Vegan Wednesday wächst!

Sehr gefreut habe ich mich, dass unsere kleine Blogvernetzungsaktion diese Woche die 3000 Follower-Marke auf Pinterest geknackt hat. Und die Zahlen steigen rasant weiter!
Auch auf diesem Weg geht mein herzlicher Dank an alle beteiligten Blogger, Follower und nicht zuletzt an das großartige Team, das sich jede Woche die Zeit nimmt Pins einzusammeln. 

Mittwoch, 2. April 2014

Schlacke und Co: Fasten und Detoxkuren


Fasten?


Seit etwa zehn Jahren faste ich regelmäßig - nicht einfach so wild drauf los, sondern geplant und nach Anleitung. Ich nehme mir eine bestimmte Anzahl Tage vor, schaufle meinen Terminplan leer, kaufe Zutaten für meine Brühen und Säfte für mein Mittagsgetränk, lege ein Fastentagebuch neben mein Bett, platziere meine Laufschuhe und meine Schwimmsachen gut sichtbar im Flur und dann genieße ich das Nicht-Essen-Müssen, meist für fünf bis zehn Tage.

Im Vordergrund steht dabei die Auseinandersetzung mit Gewohnheiten. Nach den üppigen Weihnachtsfeiertagen war Fasten für mich immer ein wirksames Mittel um die außer Kontrolle geratenen Ernährungsgewohnheiten zu bändigen. Spätestens um Halloween geht es jedes Jahr los: Hier ein Plätzchen, da ein Schokoriegel, doch lieber eine zweite Portion Pommes statt Salat und der Sport, zu dem ich mich sonst ganz gut aufraffen kann, wird wetterbedingt reduziert und dann eingestellt.
Die Quittung nach den Feiertagen: Die Jeans kneift und spannt, schnippt man gegen den Bauch, schwabbelt er wie ein Wackelpudding und die Kondition ist meistens auch im Eimer, was es nicht leichter macht sich wieder zum Sporteln aufzuraffen. Sätze wie: 'Ab morgen wieder weniger Fett' oder 'gleich morgen Früh geh ich joggen' gehören zum nichteingehaltenen Standardrepertoire und werden immer weiter nach hinten verschoben - natürlich mit den allerbesten Ausreden.

Gewohnheiten durchbrechen!



Hier kam für mich immer das Fasten ins Spiel: Gewohnheiten durchbrechen und einmal den Resetknopf drücken - tolle Sache eigentlich. Und wirklich fällt es mir danach um einiges leichter wieder vernünftig zu essen. Nach den Aufbautagen habe ich mich wieder daran gewöhnt, dass nicht alles in Öl getränkt oder pappsüß sein muss, um zu schmecken. Zudem fange ich während der Fastenwoche mit leichtem Sport an, den ich auch danach konsequent weiterführen und steigern kann und der Push für das Selbstbewusstsein ist ganz enorm: Wenn ich es schaffe zehn Tage nichts zu essen, an Restaurants und Eisdielen vorbeizujoggen, ohne den Kellner anzufallen oder sabbernd an der Scheibe festzukleben, was kann mir dann noch etwas anhaben? Mind over matter.

Gerichtet habe ich mich dabei nach dem Plan in dem von Fastenarzt Dr. med Hellmut Lützer bei GU erschienenen Fastenführer. Der Fastenplanlan ist für eine Woche konzipiert: Ein Entlastungstag, fünf Tage Tee-Saft-Fasten nach Buchinger und Rezepte für zwei bis drei Aufbautage.
Mit ein bisschen Recherche ließ sich schnell herausfinden, dass viele der Erklärungen, die allgemein zum Fasten gegeben werden nicht dem medizinischen Forschungsstand entsprechen, aber es war mir egal. Das Ergebnis war das was zählte und meines fühlte sich verdammt gut an.

Während der Fastenperioden hatte ich erstaunlicherweise nie mit Hunger zu kämpfen. Spätestens nach dem ersten Tag hatte ich auch das Bauchgrummeln hinter mich gebracht und empfand das durchaus als befreiend. Unangenehm waren dagegen die teils heftigen Stimmungsschwankungen, die ich aber als für die 'Entgiftung' notwendige Fastenkrisen in Kauf nahm. Auch der widerliche Zungenbelag und das vermehrte Ausschwitzen unangenehmer Gerüche redete ich mir lange Zeit schön, ich sah darin die Zeichen, dass an der 'Entgiftung' doch etwas dran sein müsse, auch wenn ich im Laufe der Zeit immer wieder über Artikel und Studien stolperte, die zumindest das Vorhandensein von Schlacken als alternativmedizinischen Unsinn brandmarkten.
Auf der anderen Seite schießen in jedem Jahr - pünktlich zum Frühlings- und damit auch Diätstart - Artikel aus dem Boden, die Fasten als Entgiftungskur anpreisen.

Detox? Entgiftung? Entschlacken?



Das Zauberwort: Detox, zu Deutsch Entgiftung. Das klingt nicht nur hipper, es entgeht auch der Frage danach, was entschlacken eigentlich bringen soll, wenn die Existenz von Schlacken mittlerweile medizinisch widerlegt ist. Aber auch wenn es nicht um die Ausleitung von überschüssigen Stoffwechselprodukten geht, Giftstoffe lagern sich tatsächlich im Fettgewebe ab.
"Weshalb Abspeckkuren Gift freisetzen, erklärt sich aus der Funktion unserer Fettpolster. Sie sind evolutionär nicht nur als Kältepuffer und Reserven für nahrungsärmere Zeiten gedacht, sondern auch als Zwischenlager für fettlösliche Gifte." (spiegel.de)
 Untersuchungen legen aber nahe, dass die radikale Auflöung der Giftdepots eher schädlich ist:
Die große Menge Giftstoffe, die auf einmal freigesetzt wird, wird nicht ausgeschieden oder ausgeschwitzt, sondern zirkuliert im Blut, gelangt von dort in die Organe und kann diese schädigen. Vor allem stark übergewichtigen Personen und Menschen, die häufig Kontakt zu Umwetgiften haben, wird deswegen von Fasten in Eigenregie unbedingt abgeraten.
Tatsächlich macht es aber wohl durchaus einen Unterschied, wie viel Fettmasse abgebaut wird. Gehört man nicht zu den Risikogruppen, so sind bei wenigen Fastentagen und entspechend geringem Fettverlust die Gefahren nicht so groß, wie bei langzeitigem Fasten. Unterschätzen sollte man sie aber nicht.
"Wenn zu lange gefastet wird oder Kinder, Kranke und Normalgewichtige fasten, kann der Angriff auf die Energiereserven gefährlich werden. Auch bei kurzzeitigem Fasten können Probleme auftreten," warnt die DGE (sueddeutsche.de)

Mein Fazit

Fasten ist jedes Mal wieder eine interessante Erfahrung. Bewusst eingesetzt lernt man seine Grenzen kennen, schaltet sich selbst ein wenig herunter und setzt sich selbst einen Startpunkt für Änderungen im Lebenswandel. Dazu muss man bereit und sich dessen bewusst sein. Eine unbedingte und radikale Zäsur bietet das Fasten allemal.
Gesundheitliche Vorteile bringt das Fasten dagegen nur in medizinischen Ausnahmefällen (das sogenannte Heilfasten sollte aber unbedingt unter ärztlicher Aufsicht und ausschließlich bei entsprechender Indikation durchgeführt werden).
Im Gegenteil sind viele Vorerkrankungen unbedingte Ausschlussgründe - so zB Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen, sowie Essstörungen oder Suchterkrankungen.
Wer selbst gerne einmal fasten möchte, sollte sich unbedingt vorher von einem Arzt durchchecken lassen und sich gründlich informieren. Ich selbst werde es künftig wohl lieber mit 'leichteren' Formen des Fastens versuchen, wie sie einige meiner Blognachbarinnen in der Fastenzeit praktiziert haben. Für einen Reset genügt eine Verzicht auf Zucker oder Weißmehl wohl auch - und auf dem Weg zurück zu einem gesünderen Lebensstil ist es ohnehin besser, die verkorksten Gewohnheiten sofort an der Wurzel zu packen und die Strategien in den Alltag zu integrieren.



Zum Weiterlesen:

Fasten - Die Mär vom Entschlacken (Spiegel)
Ballaststoffe fürs Gehirn - Sinn und Unsinn des Fastens (SZ)
Faktencheck: So sinnvoll ist eine Fastenkur (Spiegel)
Wie neugeboren duch Fasten (Dr. med Hellmut Lützner)